Woran es genau liegt, das würden die FCB-Verantwortlichen nur allzu gerne wissen. Aber die Antwort auf die Frage, warum immer weniger Saisonkarten- und andere Ticketbesitzer trotz bezahltem Sitzplatz dem Stadion fernbleiben, ist vielschichtig.

Was man mit Gewissheit behaupten kann: Unter der Führung von Trainer Urs Fischer Erlebte die Fraktion der Abwesenden einen Zuwachs von fast 50 Prozent. Blieben während der Saison unter Paulo Sousa noch 109 567 Ticketbesitzer dem Stadion fern, waren es nach Urs Fischer bereits 145 365 und das bei rückläufigen Gesamtzuschauerzahlen (von 519 797 auf 477 039 Zuschauer).

Fischer und die Zuschauer-Flaute

Fischer trägt – ungewollt – eine Mitschuld an der Zuschauermisere. Seine Erfolge waren grossartig, er stellte neue Rekorde auf, aber gleichzeitig war die Liga nie langweiliger. Auch entfremdete sich das Team unter ihm von seiner Stadt.

Das liegt nicht am Trainer, sondern an der Kaderzusammensetzung und für die waren in erster Linie andere zuständig. Und was können sie alle dafür, dass Menschen irgendwann satt sind? Nach acht fetten Jahren. Irgendwann hat jeder genug.

Dieser Überdruss war ein wichtiger Grund, warum Bernhard Burgener umschwenkte, vermehrt auf Eigengewächse bauend ein neues Konzept erdachte und mit Sportchef Marco Streller umsetzte. Die Tendenz ist wieder leicht sinkend. Burgener relativiert: «Das ist eine Momentaufnahme, wir müssen Ende Saison abrechnen.» Er geht von keiner allzu grossen Veränderung bei den sogenannten No-Shows aus.

Burgener sagt: «Das sind rund 8000 Menschen, die bezahlt haben, aber nicht da sind. Das ist ein Problem.» Zum einen will er auf eine Erhöhung der Ticketpreise verzichten. Zum andern kündet er an: «Wir feiern nächste Saison unser 125-jähriges Bestehen. Im Rahmen dieses Jubiläums werden wir verschiedene Events lancieren.» Was und wie genau, das lässt er offen. Das Ziel ist klar: Man will die Massen mobilisieren. Und nächste Saison wieder Meister werden. Mit der ganzen Region im Rücken.