FC Basel

Der FCB sucht einen neuen Liebling

Matías Delgado ist nicht nur Strippenzieher, sondern Captain, Vorbild und selten auch mal Anpeitscher. Kein anderer Spieler ist für den FCB so zentral wie er.

Matías Delgado ist nicht nur Strippenzieher, sondern Captain, Vorbild und selten auch mal Anpeitscher. Kein anderer Spieler ist für den FCB so zentral wie er.

Viele Publikumslieblinge haben in diesem Sommer den FC Basel verlassen. Die Fans sehnen sich nach Identifikationsfigur und Spielern, die sie fast schon vergöttern können.

Der Sommer war hart für die Fans des FC Basel. Die Legende Walter Samuel? Karriereende. Philipp Degen, der Letzte der Ära Streller-Huggel-Frei? Ebenfalls Karriereende. Der Adoptiv-Basler und Spassvogel Behrang Safari? Kehrte aus familiären Gründen in die Heimat zurück. Und zuletzt verliess Publikumsliebling Breel Embolo den FCB. «Das ist auch für uns nicht immer lustig, wenn solche Spieler weggehen», sagt FCB-Sportchef Georg Heitz. «Aber diese Spieler – wie auch schon zuvor bei Granit Xhaka oder Yann Sommer – haben gehen wollen. Diesen Faktor vergisst man oft.»

Der letzte Basler

Ein kleiner Trost für die Fans. Denn sie sehnen sich nach Identifikationsfigur und Spielern, die sie fast schon vergöttern können. Wer soll nach dem erneuten Umbruch der neue Liebling der Anhänger werden? Ein Blick auf den neuformierten Kader lässt keinen anderen Schluss zu als jenen, den Sportchef Heitz fasst: «Wir haben nach wie vor Typen in der Mannschaft, mit denen sich die Fans identifizieren können und die zum Liebling werden können.» Als Allererstes wäre da Taulant Xhaka. Der letzte verbliebene Basler im Team avancierte schon in den vergangenen beiden Saisons zu einem, der von den Fans geschätzt wird. Der ältere Bruder von Granit steht seinem jüngeren Bruder zwar in puncto Unberechenbarkeit was emotionale Aussetzer angeht in Nichts nach, aber der Ältere der beiden steht wie der Jüngere für unbändigen Willen und Einsatz. «Zur Identifikationsfigur wird man primär mit Leistung auf dem Platz. Das liegt in Taulants Verantwortung. Aber wenn man seine Entwicklung anschaut, dann ist er auf einem sehr guten Weg, eine solche Identifikationsfigur zu werden», attestiert Heitz ihm.

Der zweite Stocker

Ebenfalls auf gutem Weg zum Fanliebling ist Luca Zuffi. Es gibt keinen, der den Dauerläufer der letzten Saison nicht mag. Wer moniert, Zuffi sei kein Basler, der hat natürlich unbestritten recht. «Das war Valentin Stocker aber auch nicht», wendet Heitz treffend ein. Und auch Fabian Frei und Fabian Schär stammten nicht aus der Region, von den Fans wurden sie trotzdem geliebt. Ausserdem hat der Mittelfeldakteur den Bonus, Sohn der FCB-Legende Dario Zuffi zu sein. Und, was vielen Fans bei der Identifikation so wichtig ist: Zuffi spricht Schweizerdeutsch.

Der auffällige Ruhige

Ebenfalls im Mittelfeld zu Hause ist einer, der auch dank der Europameisterschaft auch noch seine letzten Zweifler überzeugen konnte: Birkir Bjarnason. Er schoss das erste und das letzte Tor dieser famosen Isländer. Und zwischen Tor eins und zwei machte er deutlich, wieso man ihn beim FCB-Anhang schon vorher liebte: Er ist unermüdlich, wirblig und trifft auch ab und zu das Tor. Da kann man ihm seine kühle nordische Art glatt verzeihen. Die Frage ist nur: Wie lange bleibt er dem FCB noch erhalten? «Stand heute gibt es nichts Neues. Wir gehen davon aus, dass er diese Saison bei uns bleiben wird», sagt Heitz. Und wenn das so ist, dann ist sich der Sportchef sicher, dass «er absolut das Potenzial dazu hat, zum Liebling zu werden.»

Der ehemalige Schattenmann

Doch der Letzte, den wir unter die Lupe nehmen, hat den anderen schon etwas voraus. Er ist längst ein Liebling. Bislang war er immer einer unter vielen, stand im Schatten von Streller oder Embolo. Doch nun, da diese weg sind, kommt er zum Zug. Endlich, möchte man fast betonen, auch wenn er das nie so sagen würde. Die Rede ist von Matías Delgado. Bereits bei seinem ersten Engagement lagen diesem jungen Argentinier mit dem welligen Haar alle zu Füssen. Bei seiner Rückkehr vor drei Jahren wurde er gefeiert wie ein Messias – blieb aber lange vieles schuldig. Bis zur letzten Saison, in der er seinen dritten Frühling erlebte. Endlich stimmte die Leistung. Endlich strahlte er wieder nach den Spielen. Delgado ist nicht nur Captain der Mannschaft, er ist auch Dolmetscher, Ersatzvater, Schlüsselfigur. Und der Liebling Nummer eins. Davon geht auch Georg Heitz aus.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1