FC Basel

Der FCB wie gewohnt gnadenlos effizient

Die Young Boys waren dem FCB nicht nur resultatsmässig unterlegen.

Die Young Boys waren dem FCB nicht nur resultatsmässig unterlegen.

Gedanken zum 3:0 des FC Basel im Spitzenspiel der Super League gegen YB.

Sagt ein FCB-Fan zum Kollegen: «Du, wir werden ja richtiggehend an die Wand gespielt.» Aufgeschnappt in der Halbzeitpause am Verpflegungsstand im St. Jakob-Park.
Sagt FCB-Trainer Urs Fischer: «Ich habe kein Übergewicht von YB gesehen. Wir wurden nicht an die Wand gespielt.» Gehört nach dem Spiel im Mediencenter im St. Jakob-Park.

Wer 3:0 gewinnt wie der FC Basel, hat die Argumente auf seiner Seite. Wer seinen Herausforderer mit einem 3:0 in die Schranken weist, bietet keine Angriffsflächen. Auch dann nicht, wenn er in seinem Heimstadion eine Halbzeit lang keinen Ball auf das gegnerische Tor bringt und erst drei Minuten vor der Pause den ersten vernünftigen Angriff fährt.

Eingespielte Basler

Gleichwohl muss die Frage erlaubt sein: Was war mit dem FCB los? Warum hatte er vergessen, dass der Fussball auch da ist, um das Publikum zu unterhalten? Oder hätten die Basler dies vielleicht schon gerne getan, es aber nicht geschafft, weil der Gegner es nicht zuliess? Was insofern erstaunen würde, als der FCB mit Eder Balanta nur einen Neuen auf dem Platz hatte und eine eingespielte Mannschaft stellte.

Auf der anderen Seite wäre es aber übertrieben gewesen zu sagen, die Young Boys hätten den Meister an die Wand gespielt. Wenn Fischer indes meinte, er habe keine einzige Torchance gesehen, dann hatte er vermutlich gerade weggeschaut, als Marek Suchy für den geschlagenen Tomas Vaclik rettete und später die Torumrandung nach dem Schuss von Milan Vilotic.

«Zuffis 1:0 war der Knackpunkt.»

YB-Trainer Adi Hütter hat recht, wenn er sagt: «Zuffis 1:0 war der Knackpunkt.» Bis zu jenem Zeitpunkt in der 54. Minute hatte sein Team die Partie tatsächlich unter Kontrolle gehabt. Und dies, obwohl es nach dem kurzfristigen Ausfall von Captain Steve von Bergen im ungewohnten 3-4-3-System auftrat.

Wenn Fischer sagt, in der Pause hätte er ein paar Dinge angesprochen und sein Team wäre danach schon mit der ersten Aktion besser geworden, ist das objektiv betrachtet nicht richtig. Bis zum 1:0 schoss Basel auch nach dem Wechsel nicht einmal aufs Tor, im Gegensatz zum YB-ler Yoric Ravet, dessen Volley aus der Distanz aber nicht besonders gefährlich war.

Dass grosse Mannschaften schon oft einen ruhenden Ball benötigt haben, um ein zähes Spiel in ihre Bahnen zu lenken, ist nicht neu. Es zeichnet ein Team auch aus, wenn es einen Spieler wie Luca Zuffi hat, der aus einer ungefährlich scheinenden Position heraus einen Freistossball so schlagen kann, dass daraus ein Tor resultiert. Auch wenn von zwanzig Versuchen vielleicht nur einer reingeht.

Es ist aber schon irgendwie typisch Young Boys, dass ein solcher Schlenzer in einem wegweisenden Spiel den Weg ausgerechnet in ihr Netz findet. Und man muss den Bernern auch vorhalten, dass sie nicht in der Lage waren, auszunützen, dass der FCB vor der Pause schwach wie selten gewesen war.

Dass sie dies nicht konnten, hatte möglicherweise etwas mit den Ausfällen der Leistungsträger Sékou Sanogo und Alexander Gerndt zu tun. Aber: Ausfälle von dieser Qualität hätten die Basler zweifellos viel besser aufgefangen, weil sie in der Breite ein qualitativ deutlich besseres Kader haben. Ein ebenfalls entscheidender Unterschied am Mittwochabend war der Faktor Effizienz. Drei Schüsse der Basler führten zu drei Toren − besser geht es nicht. Das ist Spitzenklasse.

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