Boxen

Der Fighter mit dem unglaublichen Punch: Fabian Hartmann am Freiluft-Boxmeeting

Fabian Hartmann trainierte vor dem Boxmeeting «wie immer».

Fabian Hartmann trainierte vor dem Boxmeeting «wie immer».

In der «Kunsti» kämpft der Frenkendörfer Fabian Hartmann gegen Ramadan Hiseni. Beide Profiboxer sind noch ungeschlagen.

Zwei Angaben zum Freiluft-Boxmeeting am Samstag in der Kunsteisbahn St. Margarethen auf der Homepage von Swiss Boxing sind nicht ganz korrekt. Zum einen ist der als «Basel vs. Zürich» angekündigte Fight zwischen Fabian «HHH» Hartmann und Ramadan Hiseni nicht wirklich einer, denn Hartmann ist Baselbieter.

«Basel ist meine Stadt, das Baselbiet ist meine Heimat», sagt der 30-Jährige dazu. Die zweite Abweichung betrifft den Kampfnamen des Frenkendörfers: Dieser lautet eigentlich «Big Punch». Doch seit seinem Freundeskreis der Slogan «Hard, harder, Hartmann!» eingefallen ist, haftet ihm das «HHH» an. «Wenn das so weitergeht, werde ich wohl zwei Kampfnamen brauchen», sagt er und lacht.

Kampfsport ist Familiensache

In den Kampfsport wurde Fabian Hartmann sozusagen hineingeboren. Sein Vater führt in Füllinsdorf das Kun-Tai-Ko-Center, wo er als Kind viel Zeit verbrachte. Im Gegensatz zu seinen drei Geschwistern blieb er dem Kampfsport bis heute treu.

Zunächst war der Oberbaselbieter aber als Kickboxer aktiv. Michael Sommer vom Noble Art Boxing Center in Frenkendorf fragte ihn vor etwa zehn Jahren, ob er sich vorstellen könnte, ins Boxen zu wechseln. Der Fighter sagte zu, «weil ich mich im ‹Full Contact› versuchen und in einem Ring stehen wollte».

k. o. im Amateuerbereich

Im Boxring wurde die grosse Stärke des 178 Zentimeter grossen Kampfsportlers schnell sichtbar. «Er hat einen verdammten Punch in beiden Fäusten», sagt Sommer, der seit dieser Zeit nicht nur Hartmanns Trainer, sondern einer seiner besten Freunde geworden ist.

Der Boxer selbst wurde sich seiner stärksten Waffe dadurch bewusst, «indem ich einige Gegner k. o. schlagen konnte, was im Amateurbereich, wo die Kämpfe nur über drei Runden gehen, nicht so einfach ist».

2016 wechselte der zweifache Schweizer Amateurmeister zu den Profis, was aber lediglich auf das sportliche Niveau einen Einfluss hatte. «Nur die wenigsten Profiboxer verdienen das grosse Geld», hält Trainer Sommer fest. So geht Fabian Hartmann auch als Profi einer geregelten Arbeit in einer Textildruckerei nach.

Ausgeglichener Mittelgewichtskampf

Seine vier Profikämpfe gewann der Baselbieter allesamt, drei davon vorzeitig. Ebenfalls eine makellose Bilanz (6/3) hat Gegner Hiseni vorzuweisen. Der Dübendorfer ist zehn Jahre jünger und zwei Zentimeter grösser als Hartmann und dürfte eine ziemliche Knacknuss werden. Dementsprechend wird ein ausgeglichener Mittelgewichtskampf erwartet.

«Das wird definitiv nicht das Duell zwischen ‹Maschine› und Fallobst. Beide werden schlagen, beide werden einstecken», blickt der Mann mit dem Heimvorteil voraus. Es kommt nicht oft vor, dass zwei Kämpfer mit diesen Voraussetzungen so früh aufeinandertreffen.

Das bestätigt auch Michael Sommer, findet aber auch: «Nur so kommst du als Boxer weiter!» Dann macht sich der Fan in ihm bemerkbar: «Zwei Ungeschlagene kämpfen erstmals gegeneinander – das ist doch abartig geil!»

Erst kurz vor dem Kampf nervös

Viel Material, um Hiseni zu studieren, hatten Sommer und Hartmann nicht. Die Online-Videos zeigten, was man vermuten konnte. «Das ist ein starker Gegner», bestätigt der Trainer. Der Boxer hat im Vorfeld «wie immer» trainiert und den Fokus auf Kondition, Kraft und Technik gelegt. Nervös ist Fabian Hartmann noch nicht. «Das kommt erst kurz vor dem Kampf».

Und zusätzlichen Druck, als Basels «Auserwählter» ins ewige Duell gegen Zürich zu steigen, spürt er ebenfalls nicht. «Ich fühle mich geehrt, nehme das Ganze aber nicht so ernst», sagt der FCB-Fan und fügt hinzu: «Wenn ich einmal im Ring bin, gilt die Konzentration ohnehin nur dem Gegner!»

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