Nachruf

Der frühere FCB-Spieler Bruno Graf ist gestorben

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Eine traurige Nachricht erreichte den FC Basel 1893. Am 15. Mai 2020 ist sein früherer Spieler Bruno Graf gestorben. Er erlag im Kantonsspital seiner Heimatstadt St. Gallen im Alter von nur 66 Jahren einer Krebskrankheit.

Bruno Graf stiess im Jahr 1981 vom damaligen NLA-Verein FC Chiasso zum FCB, bei dem er in der letzten Saison der Ära von Trainer Helmut Benthaus und danach in der Saison mit Benthaus-Nachfolger Rainer Ohlhauser mitwirkte, ehe er 1983 zum damals ebenfalls in der höchsten Liga spielenden FC Wettingen weiterzog.

Graf war ein starker, grossgewachsener, robuster und kopfballstarker Verteidiger auf der Position des so genannten Manndeckers vor dem Libero. Neben seinen fussballerischen Fähigkeiten waren vor allem auch die menschlichen Qualitäten des Ostschweizers für eine übergangslose Integration in Basel entscheidend.

In der Tat bleibt Bruno Graf jenen, die ihn als FCB-Spieler erlebt haben, als offener, freundlicher, optimistischer und lebensbejahender Mensch in Erinnerung. Das werden neben seinen Basler Mitspielern, zu denen Fussballer wie Hans Küng, Walter Geisser, Otto Demarmels, Beat Sutter, Erni Maissen, Harald Nickel, Jörg Stohler, Martin  Jeitziner, Serge Gaisser, Serge Duvernois, Detlev Lauscher, Winfried Berkemeier, Stefano Ceccaroni, Alfred Lüthi, Arthur von Wartburg, Peter Marti, Thomas Hauser, Jean Müller und Ruedi Zbinden gehörten, auch zahlreiche Menschen aus seinen anderen Vereinen tun. 

Fussballerisch begann Grafs Karriere in der Juniorenabteilung des FC St. Gallen, bei dem er nach kurzen Abstechern zum FC Gossau und zum SC Brühl St. Gallen als 18jähriger den Sprung in die erste Mannschaft geschafft hatte. Es folgten ab 1977 und vor seinem Wechsel zum FCB NLA-Engagements bei den Zürcher Young Fellows und beim FC Chiasso. Nach seiner Basler Zeit war Graf noch drei Saisons beim FC Wettingen aktiv, ehe er seine Karriere nach weit über 200 Profispielen in der Saison 1986/87 beim FC Winterthur in der NLB beendete.

Beruflich hatte Graf das heute so richtig nostalgisch anmutende Handwerk des Schreibmaschinen-Mechanikers gelernt, war dann jedoch bis zu seinem 33. Lebensjahr als Fussballprofi unterwegs. Nach dem Karriereende arbeitete er eine Zeitlang in der Versicherungsbranche, danach wechselte er in die Werbetechnik. Bis zu seiner Frühpensionierung war er bei der Firma Historika AG in Oberuzwil im Marketing tätig, nachdem er berufsbegleitend auch noch das Handelsdiplom gemacht hatte.

Die letzten rund zehn Jahre seines Lebens musste Bruno Graf auch schlimme Einschnitte in sein Leben ertragen. Im Jahr 2011 wurden seine Zwillingskinder auf traurige Art auseinandergerissen: Sohn Leandro verlor sein Leben bei einem Motorradunfall und liess damit seine Eltern und seine Zwillingsschwester Vanessa allein zurück. Nur zwei Jahr danach brach Bruno Grafs Krebskrankheit aus. „Mein Vater war ein Kämpfer, blieb ein Optimist voller Lebensfreude, er genoss seinen Ruhestand trotz Krankheit mit Reisen und Zusammentreffen mit Freunden“, sagte Tochter Vanessa Graf.  

Erst in den letzten paar Monaten, als die Chemo-Therapien ihre Wirkung zu verlieren begannen, büsste Bruno Graf seine Energien ein. Dass er am 2. Februar 2020 aufgrund seiner  nun plötzlich stark schwindenden Kräfte seinen geplanten Besuch des Spiels FCB-FC St. Gallen, zu dem ihn FCB-Sportdirektor Ruedi Zbinden eingeladen hatte, kurzfristig absagen musste, war ein klares Indiz, dass der Krebs nun doch stärker wurde als der so lange ungebrochene Lebenswille. Der Verstorbene hatte seine Schicksalsschläge angenommen, jetzt war er bereit und befreit, ganz loszulassen.

Am 15. Mai 2020 schlief er nach nur zweitätigem Aufenthalt im Kantonsspital St. Gallen in der Geborgenheit seiner anwesenden Gattin Gabi Graf-Fantelli und seiner Tochter Vanessa Graf ein.

Ihnen, den engsten Angehörigen und allen anderen, die Bruno Graf gern gehabt haben, gehört das herzliche Beileid des gesamten FC Basel 1893 mit seinen Fans.

Bruno Graf möge in Frieden ruhen.

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