Fussball
Der «fussballverrückte» Helmut Kissner ist 90 Jahre alt

Der legendäre Trainer und Fachbuchautor feiert in seinem Wohnort Basel Geburtstag. Er blickt zurück auf ein reiches Leben.

Markus Brütsch
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Helmut Kissner feiert heute in Basel den 90. Geburtstag. Roland Schmid

Helmut Kissner feiert heute in Basel den 90. Geburtstag. Roland Schmid

Roland Schmid

Es ist nur ein Katzensprung bis zum St. Jakob-Park. «Ja klar, ich gehe noch immer ins Stadion, um den FCB spielen zu sehen.» Auch mit 90 Jahren lässt es sich Helmut Kissner nicht nehmen, am Fussball teilzuhaben. An jener Sportart, die ihn ein Leben lang begleitet hat. Ein Inserat im Fachmagazin «kicker» hatte einst dazu geführt, dass der Deutsche den Weg in die Schweiz fand. «Ein Zufall», sagt Kissner, «alle entscheidenden Wendungen in meinem Leben entsprangen dem Zufall.» Und nennt das Beispiel seines Bruders, der im Krieg gefallen sei, während er selber zufällig davon verschont geblieben sei.

Bei Congeli und Laufen

Beim FC Klus-Balsthal wurde er Trainer und formte Franz Heutschi zu einem Stürmer, der später als Torjäger für Servette auflief. Danach war Kissner unter anderem auch für Concordia Basel und den FC Laufen als Trainer tätig. Beim FV Lörrach begegnete er dem jungen Ottmar Hitzfeld, der danach zum FC Basel wechselte. Er habe sich dann bei Trainer Jupp Derwall stark dafür gemacht, dass Hitzfeld 1972 ins deutsche Olympiateam aufgenommen werde, erzählt Kissner. Hauptberuflich war er bei Von Roll, später und bis zur Pensionierung bei der Cheddite-Platic in Liestal als Vizedirektor engagiert.

Löws Fussball gefällt ihm

Viel Zeit widmete er dem Verfassen von Fachliteratur wie der Zeitschrift «Fussballtrainer». Er schuf auch ein 18-teiliges Lehrbuch für Fussballtrainer und ist überzeugt davon, dass Hitzfeld immer mal wieder einen Blick hineinwirft. «Das Buch wird in hundert Jahren noch aktuell sein», denkt Kissner. Und so, wie die aktuelle deutsche Nationalmannschaft derzeit Fussball spielt, ist Kissner davon überzeugt, dass Bundestrainer Jogi Löw auch schon mal mit einem seiner Bücher in Berührung gekommen sein muss. «Der schnelle, direkte Fussball nach vorne gefällt mir», sagt Kissner. Von allen Bundestrainern komme Löw dem legendären Sepp Herberger am nächsten.

Seinen heutigen Geburtstag feiert er im engeren Kreis mit Enkeln und Urenkeln. «Gesundheitlich geht es mir gut, auch wenn ich nicht mehr ganz so gut höre», sagt Kissner. Aber meine Frau Jutta passt eben auch gut auf mich auf.»