Die Schlusssequenz war bezeichnend für einen potenziellen Derbythriller, der zur Basler Romanze verkam: Hinten parierte der eingewechselte Schlussmann Timon Steiner und vorne verwertete Kevin Langhein zum 33:25 Endstand.

Der einseitige Streifen – mit dem Basler Schlussmann Pascal Stauber als Starbesetzung in Höchstform – verlief ganz nach dem erwünschten Drehbuch von RTV-Coach Silvio Wernle. Nur bis zur 7. Minute war das Ende nicht absehbar, als Birsfelden mit 1:0 führte und die Gäste unpräzis agierten.

RTV Basel lässt Muskeln spielen

Nach Maurus Baslers Ausgleich fand der «grosse Bruder» endgültig ins Spiel und begann seine Muskeln spielen zu lassen. Schnell führte der Favorit mit drei Toren Differenz – einen Vorsprung, der über weite Strecken der Partie nicht mehr kleiner werden sollte. «Wir mussten immer einem Vier-Tore-Rückstand nachlaufen, gegen einen solchen Gegner ist das natürlich sehr schwer», bilanzierte Birsfeldens Luca Engler.

Der 21-jährige Teamleader war sinnbildlich für den Unterschied zwischen dem grossen RTV und dem Ausbildungsverein TVB an diesem Abend. Gerade mal zwei von acht Würfen konnte der Offensivspezialist verwerten, was die schwächste Torausbeute der Partie bedeutete.

Das Spiel des Lebens

Dabei war die Vorfreude auf das erste Kräftemessen mit dem RTV Basel in einem Pflichtspiel beim Tabellenletzten riesig, was auch Wernle wusste: «Ich habe dem Team die ganze Woche gepredigt, dass es für die Birsfelder das Spiel ihres Lebens sein wird.» Für dieses «Spiel des Lebens» nahm Engler die Niederlage jedoch erstaunlich gelassen: «Der Gegner hat halt unglaublich viel Qualität und einen super Torhüter.»

In der Tat war Stauber, ebendieser Torhüter, ein grosser Faktor dafür, dass es für die (von nicht so weit) angereisten Gästefans ein unaufgeregter Abend wurde. Ganze 18 Paraden zeigte der ehemalige Schweizer Nationalkeeper und brachte die jungen Birsfelder Mal um Mal zur Verzweiflung. Darüber hinaus glänzte der 116-fache Internationale mit punktgenauen Zuspielen, wodurch er drei Tore direkt vorbereitete.

Schulnote 4,5 für RTV Basel

Weil der TV Birsfelden in seiner Defensive dazu den hochkarätigen Gegner zu wenig unter Druck setzte, war der Sieg auch mit acht Toren Differenz logisch und hochverdient. Für den sichtlich zufriedenen Wernle war das Kollektiv entscheidend: «Aus zuletzt zwei schwachen Spielen haben die Jungs scheinbar ihre Lektion gelernt. Unsere starken Individualisten haben als Mannschaft überzeugt.»

Nicht restlos zufrieden ist der RTV-Coach jedoch über die Hinrunde seiner Schützlinge: «Am Mittwoch haben wir noch ein Auswärtsspiel, wenn wir dieses gewinnen sollten, gebe ich dem Team zur Saisonhälfte die Schulnote 4,5.» Wehe den Gegnern, wenn der aktuelle Tabellenzweite seine Hausaufgaben besser macht und mindestens eine Fünf anstrebt.

TV Birsfelden - RTV 1879 Basel 25:33 (11:15)

Sporthalle Birsfelden. - 300 Zuschauer. - SR: Brianza/Jucker. - Torfolge: 1:0, 1:4, 3:5, 3:7, 4:8 (17.), 7:8 (19.), 7:11 (23.), 8:13, 11:15; 13:18, 16:20, 17:21, 17:23, 20:25, 22:26, 22:30 (56.), 23:31, 25:33. - Strafen: dreimal 2 Minuten gegen den TV Birsfelden, einmal 2 Minuten gegen den RTV 1879 Basel.

TV Birsfelden: Tränkner/Braun; Engler (2), Mollinet (1), Spänhauer (3), Sala (4), Lukas Märki, Tobias Märki (1), Gerbl (3), Oberli (4), Müller, Sebele (5), Markussen (2/1)

RTV 1879 Basel: Stauber/Steiner (für einen Penalty/23. und ab der 55.); Hylken, Goepfert (6), Hofstetter (1), Stamenov (6), Ebi (1), Langhein (3), Basler (3), Martinez (1), Vukelic (1), Dannmeyer (7), Golubovic (2), Falkman (2/2).

Bemerkungen: RTV 1879 Basel komplett, ohne Cibere und Wessner (beide überzählig), setzt alle Spieler ein. - 25. (8:11) Vukelic schiesst Penalty an den Pfosten. 33. (11:15) Stauber hält Penalty von Markussen.