Wir befinden uns 900 Meter über der Stadt Biel. Es ist eisig kalt an diesem frühen Morgen, die Strassen sind schneebedeckt. Die End-der-Welt-Strasse naht, und somit auch die Sport-Toto-Halle in Magglingen. Von Weltuntergangsstimmung fehlt hier aber jede Spur. Die Halle verfügt über eine Top-Infrastruktur und angenehme Raumtemperaturen.

Wenn der Marschbefehl des Schweizer Militärs ins Haus flattert, möchte so mancher lieber heute als Morgen das Weite suchen. Bei einem der grössten Nachwuchstalente des Kanusports war das anders: «Ich habe mich auf die guten Trainingsbedingungen in Magglingen gefreut», sagt der 19-Jährige. Der junge Mann, dem nicht angst und bange wird, wenn er an den Militärdienst denkt, heisst Manuel Munsch. Ende Oktober ist er in die etwas spezielle Rekrutenschule eingerückt.

Zu Beginn müssen die angehenden Sportsoldaten die Grundausbildung in der Kaserne Lyss absolvieren. Am Morgen werden militärische Übungen durchgeführt, am Nachmittag steht intensives Training auf dem Programm. «Wir mussten jeden Tag sehr früh aufstehen und waren am Nachmittag während des Trainings sehr erschöpft. Es war aber auch eine tolle Erfahrung», sagt Munsch.

«Ein Privileg, Kanufahrer zu sein»

Nach der fünften Woche konnten die 22 Nachwuchssportler ihre Zelte in Lyss abbrechen und die militärischen Übungen hinter sich lassen. In Magglingen wurde der Fokus fortan auf die individuellen Trainings gerichtet. Gerade als Kanusportler kann Munsch in diesem professionellen Umfeld enorm profitieren. «Solche Bedingungen haben wir sonst nie, es ist ein Privileg, als Kanufahrer hier zu sein.»

Die Spitzensportler werden aber auch in anderen Angelegenheiten geschult, wie in Karriereplanung, Medienumgang und Ernährung. «Das ist einfach eine super Sache. Nach der Spitzensport-RS fühle ich mich bereit für eine erfolgreiche Karriere.»

Manuel Munsch beim Training

Manuel Munsch beim Training

Der Biologie-Student an der Uni Basel will im Jahr 2015 angreifen und einen weiteren Schritt nach vorne machen. Mit dem 18. Platz an der U23-WM in Sydney verpasste er den Finaldurchgang im vergangenen Jahr nur knapp. 2015 hat sich Munsch die Finalteilnahme zum Ziel gesetzt. Die Weltmeisterschaften finden Ende April statt.

Bis dahin will der fleissige Birsfelder hart an sich arbeiten. Zweimal in der Woche trainieren die Kanuten in Biel, auf Flachwasser. An den restlichen Tagen dürfen die Kanuten auf dem Wildwasserkanal in Hüningen ihr Können verbessern. «Das ist sehr wichtig, denn das Flachwasser in Biel ist nicht ideal.»

Munsch hilft an der Basis mit

Der 19-jährige Kanute möchte Schritt für Schritt nehmen, um an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio voll angreifen zu können. Sein Traum ist ein Olympiasieg im Slalom, der Königsdisziplin des Kanusports. «Das ist das Grösste, was es in unserem Sport zu gewinnen gibt.» Munsch ist sich auch nicht zu schade, an der Basis seines Sports mitzuhelfen: «In Basel stellen wir den Kanusport jährlich an der Sportnacht vor.» Ein bodenständiger, junger Mann, der weiss, was er will und mit dem nötigen Einsatzwillen auf seine Ziele hinarbeitet.