Kommt er oder kommt er nicht? Das war die grosse Frage, welche die Organisatoren der Crossklinik Open beschäftigte. Er, das war Marco Chiudinelli. Lokalmatador, Davis-Cup-Sieger und Aushängeschild des Turniers. 

Am Samstagmorgen konnte Turnierdirektor Kurt Schudel aufatmen. Marco Chiudinelli landete kurz nach elf Uhr am Flughafen Basel, nachdem er am Vortag noch den Viertelfinal eines Challengerturniers in der Türkei bestritten hatte.

«Ich fuhr danach kurz nach Hause, holte meine Sandschuhe und kochte mir schnell etwas zu Mittag. Dann gings bereits auf den Platz. Das war schon hart, aber ich habe es Kurt versprochen und daher war für mich klar, dass ich spielen werde», so Chiudinelli.

Ein Wunschplatz

Vier Stunden nach der Landung trat der 33-jährige Baselbieter zum ersten Spiel in seinem Heimklub Old Boys Basel an. Auf Platz Nummer 1, so hatte es sich Chiudinelli gewünscht, denn auf diesem Platz hatte er vor seinem Einsatz in der Türkei noch trainiert. «Diesen Wunsch haben wir ihm gerne erfüllt, schliesslich war er sonst ein sehr unkomplizierter Spieler», sagte Kurt Schudel.

Marco Chiudinelli dankte es dem Organisator, indem er sich nach einem Freilos durch fünf Runden bis in den Final gekämpft und als Publikumsmagnet viele Zuschauer angelockt hatte. Im Endspiel traf er auf Raphael Lustenberger (N1, 6).

Der klein gewachsene Innerschweizer gehört – obwohl er seine Profiambitionen seit längerem begraben hat – noch immer zu den besten Schweizer Tennisspielern. Das hat der 26-Jährige mit der zweiten Finalqualifikation an den Crossklinik Open in Folge eindrücklich bewiesen.

Spektakuläre Ballwechsel

Die Partie zwischen Lustenberger und Chiudinelli bot beste Unterhaltung. Die beiden lieferten sich intensive und spektakuläre Grundlinienduelle, wobei Chiudinelli einen Tick konstanter agierte und vor allem stärker servierte.

Eine beachtliche Leistung, hatte der Baselbieter doch seit seiner Ellenbogenoperation im Dezember vor dem Turnier in Basel erst vier Ernstkämpfe bestritten.

«Ich habe am letzten Turniertag wirklich gut gespielt und ich bin auch froh, dass der Ellenbogen gehalten hat.» Gegen Lustenberger setzte sich Marco Chiudinelli letztlich souverän mit 6:3, 6:2 durch.

«Ich wollte dieses Turnier in meinem Heimklub unbedingt gewinnen. Deshalb habe ich mich auch auf jedes Match seriös vorbereitet und jeden Gegner ernst genommen», erklärt Chiudinelli, der in den nächsten Wochen wieder auf der ATP-Tour Fuss zu fassen versucht.