Fussball
Der italienische Rekordmeister lockte prominente Namen nach Aesch

Red Bull Salzburg gewinnt das erste Internationale U19-Turnier des FC Aesch. Dank einer frühen Zusage von Juventus Turin gelang es den Organisatoren, namhafte Teams ins Baselbiet zu holen.

Alan Heckel
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U19-Turnier in Aesch
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Maximilian Schuster (RB) gelingt es Mohammed El Bouzatti und den BVB zu stoppen.
Zuvor war Dortmund (hier Lukas Culjak) problemlos in den Final spaziert.
Im Finale hatte Salzburg die Fussbspitze hauchdünn vorne. Im Bild setzt sich der Salzburger Sandro Ingolitsch gegen Oguzhan Aydogan durch.

U19-Turnier in Aesch

Nicole Nars-Zimmer

«Ich konnte meine grosse Klappe nicht halten. Es war eine absolute Bierzeltidee», lacht Andrea Marescalchi. Der Präsident des FC Aesch hatte im Freundeskreis den Satz «Eines Tages hole ich Juventus Turin auf den Löhrenacker» fallen gelassen. Der Gedanke liess ihn aber nicht los. Als der Juve-Fan und Saisonkartenbesitzer das nächste Heimspiel seines Lieblingsvereins besuchte, erkundigte er sich bei Vertretern der Bianconeri nach der Möglichkeit, seine Idee in die Tat umzusetzen. «Ich kenne ein paar Leute», sagt Marescalchi, der trotzdem überrascht war, dass er auf offene Ohren stiess.

Dominoeffekt dank Juve

Die Zusage des italienischen Rekordmeisters, seine U19-Junioren für ein Turnier in die Schweiz zu schicken, funktionierte als Türöffner für die anderen Vereine. «Wie Dominosteine sagte ein Club nach dem anderen zu», erzählt der Aescher Präsident. So standen am letzten Wochenende bei der Premiere internationale Schwergewichte wie Borussia Dortmund, Red Bull Salzburg, der Hamburger SV und der FC Fulham auf dem Löhrenacker-Rasen.

RB Salzburg mit David Gugganig (links) hatten im Finale gegen Dortmund und Oguzhan Aydogan das bessere Ende für sich.

RB Salzburg mit David Gugganig (links) hatten im Finale gegen Dortmund und Oguzhan Aydogan das bessere Ende für sich.

Nicole Nars-Zimmer

Entsprechend hoch war das sportliche Niveau der Partien, die jeweils zweimal 30 Minuten dauerten. Erster Sieger wurden die mit einer U18 angetretenen Salzburger, die sich im Final gegen die bis dahin makellose Dortmunder Borussia mit 2:1 durchsetzten. Die Deutschen agierten seit der 5. Minute in Unterzahl, trotzdem vermochten sie den Match auch in der Folge ausgeglichen zu gestalten. Zehn Minuten vor Schluss gelang Mergim Berisha nach einem Konter der entscheidende Treffer: Der Topskorer der «Bullen» nahm eine Hereingabe mit der Brust an und traf aus 16 Metern volley in die weite Torecke.

Aesch überrascht

Bestes Schweizer Team wurde überraschenderweise nicht der FC Basel, sondern der FC Aesch Selektion, dem neben elf Aescher Junioren auch Nachwuchsleute von Concordia, Reinach, Breitenbach und Binningen angehörten. Gecoacht wurde das Team von Sinisa Pavkovic, der normalerweise beim Aescher «Eins» (2. Liga regional) an der Seitenlinie steht. Der Trainer zeigte sich «sehr zufrieden» mit dem Auftritt seiner Equipe, die nur wegen der um ein Goal schlechteren Tordifferenz gegenüber Juventus das Halbfinale verpasste.

Die Enttäuschung darüber war auch ein Grund für die 0:5-Niederlage gegen Fulham im Spiel um Platz 5. «Die Spieler waren auch mit den Kräften am Ende», erklärte Pavkovic und sprach dennoch von einem «Riesenerlebnis»: «Die Jungs haben den FCB geschlagen, Juve ein Remis abgetrotzt und dabei Erfahrungen gemacht, von denen sie noch lange profitieren werden.»

Positive Rückmeldungen

Auch der Club-Präsident war rundum zufrieden: «Die Besucher kamen zahlreich und hatten Spass an den Spielen. Und von den Vereinen gab es ebenfalls lauter positive Feedbacks.» Für Andrea Marescalchi ist deshalb klar, dass es 2015 zu einer Neuauflage kommt: «Wenn das Datum passt, wollen alle wiederkommen.»