Märchen beginnen seit ewigen Zeiten immer mit «Es war einmal». Das Sm’Aesch Pfeffingen-Märchen 2017/18 spielt aber im Hier und Jetzt und muss deshalb «Es ist jetzt so» heissen. Nach einem Drittel der Qualifikationsrunde hat das Team von Head-Coach Andy Vollmer und seinem Assistenten Alberto Chaparro alle Spiele gewonnen und führt mit 24 Punkten und dem koketten Satzverhältnis von 27:8 die Rangliste an.

Wer gegen jede Mannschaft einmal gespielt hat und noch ohne Niederlage dasteht, muss nebst allen anderen Gegnern auch den 12-fachen Schweizer Meister Volero Zürich besiegt haben. Und genau dieses Kunststück gelang den Baselbieterinnen vor Wochenfrist in der Sporthalle Im Birch in Zürich.

Winzige Détails können entscheidend sein

«Sicher ist es super, dass wir die «Unbezwingbaren» besiegt haben, doch ist dies alles nur eine schöne und zu geniessende Momentaufnahme und zählt in den Playoffs im Frühling nicht mehr.

Zudem sind es im Sport bei einem Aufeinandertreffen zweier Teams auf Augenhöhe ganz kleine Dinge, welche für den weiteren Verlauf einer Partie entscheidend sein können. Volero führte im Startsatz mit 24:22 und lag im Angriff.

Die Zürcher Passeuse spielte den Ball in dieser Szene nicht wie allgemein angenommen auf Topskorerin Rosir Calderon Diaz, sondern auf Gaby Schottroff und die Schweizer Nationalspielerin scheiterte am starken Sm’Aesch-Block. 24:23.

Anhaltender Höhenflug

Service Sm’Aesch Pfeffingen und die nächsten drei Punkte, inklusive der verwertete Satzball von Maja Storck, gingen an uns. Hätten die Zürcherinnen diesen Satz erwartungsgemäss mit 25:22 gewonnen, wäre ein Exploit unsererseits wohl sehr viel schwerer geworden» analysiert der realistische Trainer die Gründe für den Sieg und den anhaltenden Höhenflug seiner Mannschaft.

Doch wo genau liegen sonst noch die Gründe für diese doch sehr überragend gespielte erste Qualifikationsphase? Zum einen ist die Mannschaft sehr ausgeglichen bestückt. Wenn man nach den Spielen die erzielten Punkte der Angreiferinnen auf dem Matchblatt genauer anschaut, dann fällt auf, dass die aktuelle Sm’Aesch-Topskorerin Nicole Walch, Jazmine White, Maja Storck, Madlaina Matter und Anu Ennok punktemässig jeweils sehr nahe beieinander liegen.

Klein aber fein

Auch am Block arbeiten die Spielerinnen ausgezeichnet und enorm wichtig sind auch die guten Services. Bereits mehrere Male konnten Rückstande mit einer unglaublichen Service-Serie wettgemacht werden.

Und ist der Block einmal überwunden, ist Verlass auf die neue Libera Anna Pogany: «Wir sind eine Supertruppe, trainieren ausgezeichnet. So ganz unter dem Motto <klein aber fein>» und spricht damit nicht die Körpergrösse ihrer Teamkolleginnen, sondern eher den knapp bemessenen Kader von zehn Spielerinnen an.

Und dann ist da noch Tess von Piekartz. Die Holländerin ist nicht nur Spielführerin, also Capitaine, sondern als Zuspielerin auch der verlängerte Arm des Trainers in der Spielentwicklung.

Toller Teamspirit ist das A und O

Und wieviel Routine und Cleverness in der 172 cm grossen 25-Jährigen steckt, merkt man in erster Linie wenn sie bereits vor einer Finte am Netz ihr Schmunzeln aufsetzt und die Gegnerinnen in der Folge ins Leere laufen lässt.

Natürlich klappt auch bei der stets gutgelaunten Holländerin nicht immer alles, doch mit dem tollen Teamspirit werden auch kleine Stolperer sofort wieder wettgemacht.

Happiges Programm

Nach dem Auswärtsspiel von heute Samstag gegen den Tabellenletzten VBC Cheseaux wartet auf den Leader ein wahres Mammutprogramm. Vom 2. bis 20. Dezember stehen sechs Meisterschaftsspiele und am Mittwoch den 13.12. das Europacup-Heimspiel gegen Mladost Zagreb (20.00 Löhrenackerhalle) auf dem Programm. Doch wer wie Sm’Aesch Pfeffingen auf einer solchen Erfolgswelle reitet, kann gar nicht müde werden, denn Siege beflügeln.