Im 25 Autos starken Teilnehmerfeld belegte der Liestaler den 13. Platz im Qualifying. Nach einer Zurückversetzung um drei Startplätze machte er im Rennen zwei Plätze gut und beendete sein erstes Monaco-Rennen als 14. In der Rookie-Wertung belegt Schmidt den zweiten Gesamtplatz, in der Meisterschaft Rang zehn.


Jeffrey Schmidt, Monaco ist eine der bekanntesten Rennstrecken der Welt. Wie war es, dort im Rahmen der Formel 1 zu fahren?

Jeffrey Schmidt: Monaco ist eine einzigartige Strecke und sie gehört sicherlich zu den schwierigsten Kursen überhaupt. Jeder kleine Fahrfehler kann in der Streckenbegrenzung enden. Mir ist es gelungen, über das gesamte Rennwochenende hinweg saubere Runden auf dieser engen Piste zu fahren – das ist gar nicht so einfach, wie wir im Rennen am Sonntag sehen konnten. Da hat es häufiger geknallt, aber ich konnte mich gut aus dem Chaos heraushalten. Es war mein erstes Rennen in Monaco. Im vergangenen Jahr konnte ich wegen eines Risses im Chassis nach dem Qualifying aus Sicherheitsgründen nicht im Rennen starten.

Monte Carlo steht neben Motorsport auch für Glamour. Wie haben Sie die Atmosphäre erlebt?

Es war gigantisch, vor solch einer atemberaubenden Kulisse zu fahren und mittendrin zu sein. Wenn ich an die riesigen Jachten im Hafen oder die 100 Privatjets am Flughafen denke – wo in der Welt gibt es etwas Vergleichbares? Es ist schon ein besonderes Gefühl zu wissen, dass all die Zuschauer auch wegen uns nach Monaco gereist sind, um sich die Rennen des Porsche Mobil 1 Supercup anzuschauen.

Einzigartig im Rennkalender: In Monaco hattet ihr am Samstag frei, weil das Qualifying schon am Freitag stattfand. Wie haben Sie diesen Tag verbracht?

Wer jetzt glaubt, dass ich da Party gemacht habe, der irrt sich gewaltig. Ich war stattdessen mit meinem Teamkollegen Michael Ammermüller auf dem Rennrad unterwegs. Am Freitagnachmittag und am Samstag haben wir 140 Kilometer und rund 2700 Höhenmeter zurückgelegt. Das hat nicht nur riesigen Spass gemacht, sondern war auch super, um fit und fokussiert für das Rennen zu sein. Und wer mich kennt, der weiss ja, wie gern ich immer auf dem Rad unterwegs bin.

Platz 14 ist sicherlich nicht das Ergebnis, das Sie sich erhofft haben. Was war los?

Es ist relativ einfach erklärt: Überholmanöver sind mit unseren Autos in Monaco fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn der Vordermann keinen Fehler macht, kommst du kaum vorbei. Das war im gesamten Feld zu beobachten. Auf den meisten Rennstrecken ist es schon nicht leicht, Positionen gutzumachen, aber in Monaco ist es wirklich extrem. Die Zurückversetzung um drei Plätze in der Startaufstellung nach dem letzten Rennen in Barcelona hat natürlich auch nicht geholfen. Von Startplatz 16 konnte ich mich immerhin um zwei Positionen verbessern.

Also ist ein gutes Qualifying der Schlüssel zum Erfolg im Fürstentum?

Ja, absolut. Im Qualifying geriet ich auf meinem zweiten, frischen Reifensatz leider in den Verkehr. Das kann schnell passieren, wenn so viele Autos auf dieser Strecke fahren. Deshalb fand ich nicht in den optimalen Rhythmus, als die Rundenzeiten zum Ende hin immer schneller wurden. Das ist aber vor allem in Monaco wichtig, denn hier muss einfach alles passen. Aus dem dicht gedrängten Mittelfeld heraus war es kaum möglich, entscheidend nach vorn zu fahren. Dafür habe ich viele Erfahrungen gesammelt, die mir in Zukunft helfen werden. Im nächsten Rennen heisst es wieder: volle Attacke.

Schon am kommenden Wochenende geht es für Sie im Porsche Carrera Cup weiter. Was rechnen Sie sich am Lausitzring aus?

Als Führender dieser Meisterschaft möchte ich in der Lausitz auf jeden Fall um den Sieg mitfahren. Der bisherige Saisonverlauf hat gezeigt, dass wir schnell genug sind für die Spitze. An den Lausitzring habe ich sowieso gute Erinnerungen. 2013, in meiner Debütsaison im Carrera Cup, fuhr ich dort zum ersten Mal auf das Podium. Das war ein grossartiges Gefühl und ich möchte noch weitere Pokale sammeln.