Eder Balanta ist gerade dabei, ein Interview zu geben, als Kevin Bua sich von der Seite anschleicht und einen Kuss auf die Wange seines Mitspielers andeutet. Und Bua ist nicht der Einzige, der Balanta nach Abpfiff herzt. Auch Assistenztrainer Carlos Bernegger gratuliert Balanta, Physio Nicolas Unternährer ebenso und auch von Cheftrainer Marcel Koller gibt es Schulterklopfer.

Verdient hat sich der Kolumbianer das Lob von allen Seiten. Bei seinem Comeback nach überstandener Blessur zeigt er spielstarke 45 Minuten mit einem hohen läuferischen Pensum und grosser physischer Präsenz. Gekrönt wird all dies von einem wunderschönen Tor - jenem zum 2:0. Nach einem doppelten Doppelpass mit Ricky van Wolfswinkel vollendet Balanta, der im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommt.

Iniziiert hatte die Aktion Zdravko Kuzmanovic mit einem perfekt getimten Pass über 30 Meter in die Tiefe zu van Wolfswinkel. Dieser herrliche Spielzug ist das Highlight des Testspiels gegen den FK Krasnodar.

Comeback des Captains nach 163 Tagen

In der ersten Halbzeit bekunden die Basler etwas Mühe mit dem hohen und aggressiven Pressing der Russen, die die Basler vehement im Spielaufbau stören. Hinzu kommen zu viele Ungenauigkeiten und die müden Beine, die zu einem mageren 0:0-Pausenstand führen. Dennoch gibt es aus der ersten Halbzeit Positives mitzunehmen: Valentin Stocker konnte genau so wie Marek Suchy sein Comeback feiern. Der Captain stand zuletzt am 12. August gegen Sion auf dem Platz. Seither kämpfte er sich nach erlittenem Teilriss der Achillessehne zurück. «Es freut mich sehr, dass ich schon wieder auf dem Platz bin mit den Jungs und 45 Minuten spielen konnte», sagt ein glücklicher Suchy nach Abpfiff. Natürlich fehle ihm die Spielpraxis und sei alles «noch etwas schnell gegangen. Aber ich habe mich sehr wohl gefühlt und hatte keine Schmerzen.»

Suchy konnte - trotz mangelnder Spielpraxis - in seinem ersten Einsatz seit 163 Tagen andeuten, wie wichtig seine Anwesenheit auf dem Platz für die Ruhe der FCB-Abwehr ist, welche in der Hinrunde das Problemkind war. Der dritte Sieg im dritten Testspiel dieser Vorbereitung steht ohnehin im Zeichen jener Akteure, welche in der Hinrunde lange verletzt waren. So sind es Samuele Campo und Kevin Bua, die in der Pause eingewechselt werden und nur fünf Minuten später für das erste Tor des Spiels verantwortlich sind. Nach einem Zuspiel Raoul Petrettas findet eine perfekte Flanke Campos Bua in der Mitte, und dieser schiebt ein.

Der eröffnete Konkurrenzkampf

Sowohl für Campo als auch für Bua war es zwar nicht das erste Spiel in diesem Jahr, beide fehlten sie aber wie Suchy, Stocker, Balanta und Zambrano lange in der Hinrunde. Campo riss sich am 15. September das Aussenband im Knie und fehlte seither, Bua erlitt am 25. November einen Knöchelverletzung. «Viele Spieler, die zuletzt verletzt waren, konnten spielen und haben eine sehr gute Leistung gezeigt», freute sich auch Koller nach dem Spiel.

Für den Cheftrainer eröffnen sich mit den sechs wieder genesenen Spielern auch diverse Möglichkeiten. Insbesondere, weil einige von ihnen sehr viel Werbung in eigener Sache machen konnten. Auf den Konkurrenzkampf angesprochen sagt Koller: «Der ist absolut da. Das treibt jeden an. Jeder will zeigen, was er drauf hat. Sie machen es uns schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen.»

Die letzte Möglichkeit, um einen Eindruck in einem Match zu sammeln, bietet sich Koller und seinem Staff am Samstag. Dann gastiert der FC Basel bei Union Berlin - und trifft dort auf Kollers Vor-Vorgänger und den letzten Meistertrainer der Basler: Urs Fischer.