Leichtathletik
Der Rekordmann ist bereit für das wichtigste Jahr

Der Basler Alex Wilson, seit dem Jahr 2013 Schweizer Rekordhalter über 100 Meter, beginnt am Donnerstag auf der heimischen Schützenmatte die Saison. Der Sprinter blickt positiv auf die Saison, in der die EM im Zürcher Letzigrund anstehen.

Michael Schenk
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Alex Wilson, Schweizer Leichtathlet des Jahres 2013

Alex Wilson, Schweizer Leichtathlet des Jahres 2013

Keystone

«Ich muss einfach schnell laufen», sagt Alex Wilson, «dann kommt es gut». Damit beginnen will er am liebsten gleich morgen am 1.-Mai-Meeting seines Stammvereins, den Old Boys Basel. «Ich freue mich sehr darauf, auf der Schützenmatte zu starten», sagt der 23-jährige gebürtige Jamaikaner.

Es ist zwei Jahre her, seit er das letzte Mal im Bachlettenquartier antrat. Da also, wo seine Karriere als Sprinter zu gedeihen begann. «Sogar das Wetter sollte passen», meint Wilson. Für den kräftigen Athleten mit den schnellen Muskelfasern nicht unwichtig. Schliesslich hat er so viel Lust darauf, sich zu verletzen, wie ein Fisch zum Fischstäbli verarbeitet zu werden.

Nach der wenig berauschenden WM im letzten Jahr in Moskau hat er er seine Saison abgebrochen. «Ich hatte diverse Verletzungen, die mich behinderten», sagt Wilson. So etwa an der Achillessehne, einem Zeh, und zuletzt in Form einer Gelenkentzündung am rechten Knie. Ausserdem musste er sich vier Zähne ziehen lassen.

Erinnerungen an den Rekordlauf

Er habe er nur den Wettkampf im Juli in Bulle schmerzfrei laufen können, so Wilson. Damals, als er in 10,12 Sekunden überraschend einen neuen Schweizer Rekord lief und die 18 Jahre alte Bestmarke von Dave Dollé (LC Zürich) toppte.

Eine international bemerkenswerte Zeit. Läuft er am 13. August dieses Jahres genau gleich schnell - oder noch schneller - dann dürfte er sein Ziel erreichen: «Wenn ich verletzungsfrei bleibe. will ich an der EM in Zürich in den Final», sagt der Basler.

200 m gehen auch wieder

Der EM-Endlauf ist für einen Alex Wilson in Topform und mit dem nötigen Wettkampfglück ein realistisches Ziel. Letztes Jahr belegte er mit seiner Rekordzeit in der Europäischen Bestenliste den 13. Rang - wobei allein fünf Briten vor ihm klassiert waren.

Aber nicht allein auf der kurzen Sprintstrecke hat Wilson im im August im Letzigrund Furore-Potenzial. Auch über 200 m rechnet sich der Wahlschweizer Endlauf-Chancen aus. Sein persönlicher Rekord in dieser Disziplin liegt bei 20,51 Sekunden.

Um es an der EM unter die Top 8 zu schaffen, müsste Wilsom freilich eine massive Schippe draufpacken. «Letztes Jahr konnte ich die 200 Meter wegen meiner Probleme mit der Achillessehne nicht forcieren», hält Wilson fest. Inzwischen kann er die Kurve wieder Vollgas laufen.

Morgen über zwei Distanzen

Für morgen ist der Hochgeschwindigkeitsläufer jedenfalls guter Dinge: «Ich will einen schönen Wettkampf zeigen und schmerzfrei laufen», sagt der Lokalmatador. Starten wird Wilson über 100 und 300 Meter. Der Unterstützung des Publikums kann sich der Lokalmatador dabei sicher sein.
Zuletzt weilte Alex Wilson zusammen mit seiner Trainingsgruppe aus Zürich während fünf Wochen in einem Trainingslager in Südafrika. «Wir hatten super Bedingungen und ich konnte wirklich super trainieren», hält der Mann von den Old Boys fest.

Kaum zurück in der Schweiz. fiel das Thermometer deutlich in den Keller. «Wahnsinn», sagt der gelernte Landschaftsgärtner, «fast wie im Winter.» Morgen aber sollte es, wie erwähnt, auch vom Klima her passen. Einem gelungenen Wettkampf-Auftakt in die EM-Saison steht Alex «Turbo» Wilson also nichts eigentlich nichts im Weg.