Rollhockey
Der RHC Basel sucht eine Spielstätte auf Schweizer Territorium

Der B-Ligist aus Basel ist das Nachfolgeteam des Schweizer Meisters Friedlingen, der kurz nach dem Titelgewinn im Juni aufgelöst wurde. In der Liga kennt der RHC Basel keine Konkurrenz, mehr Probleme verursacht die Suche nach einer neuen Spielstätte.

Andreas Fretz
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Sariego Gonzale Ignacio, Marcel Behnke und Torhüter Dominique Witte vom RHC Basel.

Sariego Gonzale Ignacio, Marcel Behnke und Torhüter Dominique Witte vom RHC Basel.

Juri Junkov

Wenn das Wort Blitzstart nicht schon erfunden worden wäre, es hätte nach dem Spiel von NLB-Leader RHC Basel gegen Schlusslicht Gipf-Oberfrick geschehen müssen. Nach 15 Sekunden stand es 1:0, nach 41 Sekunden 2:0, nach 67 Sekunden 3:0, nach 84 Sekunden 4:0 und nach zweieinhalb Minuten 5:0. Die Hochrechnung für die Spieldauer von 50 Minuten liess für die Gäste aus dem Aargau Schlimmes erahnen. Ganz so arg kam es dann doch nicht. Die Basler drosselten das Tempo, streuten die eine oder andere Showeinlage ein und ergötzten sich an ihrem Kombinationsspiel. 10:1 stand es zur Pause, 14:2 beim Schlusspfiff.

Das deutliche Verdikt war so erwartet worden. Der RHC Basel galt in der letzten Saison als 2. Mannschaft des RHC Friedlingen. Dieser ist amtierender Schweizer Meister, wurde aber wenige Stunden nach dem Titelgewinn im Juni aufgelöst. Präsident und Mäzen Roger Ehrler wählte diese drastische Massnahme, weil die Deutsche Mannschaft trotz Schweizer-Meister-Titel an internationalen Wettbewerben nicht zugelassen war.

Drei Spieler der Friedlinger Meistermannschaft stehen nun im Kader des RHC Basel. Dazu kommen weitere Ausländer aus Frankreich und Spanien. Einziger Schweizer beim Aufstiegsfavoriten Nummer 1 ist der 18-jährige Florian Kläui. Sein Mitleid mit dem Gegner hielt sich in Grenzen, obwohl Kläui letzte Saison noch für Gipf-Oberfrick spielte. «Nicht alle konnten meinen Wechsel nach Basel akzeptieren, ich musste mir einige giftige Kommentare gefallen lassen. Deshalb bin ich froh, dass wir so klar gewonnen haben und dass ich ein Tor erzielen konnte.» Laut Kläui sind die Trainings mit dem RHC Basel weit anstrengender als die Ligaspiele.

Es ist nicht alleine das hohe Niveau und das Kader, dass beim RHC Basel an die glorreiche Friedlinger Vergangenheit erinnert. Es ist auch die Spielstätte, der Rollerdrom in Friedlingen. An der Fassade prangt noch das Logo in doppelter Ausführung, unter den Zuschauern finden sich Leute mit RHC-Friedlingen-Oberteil und im Innern des Rollerdroms stehen Fanartikel zum Verkauf. Zum Beispiel eine Vereinsuhr für 22 Euro. Doch die Zeit ist endgültig abgelaufen. Aktiv-Mannschaften gibt es keine mehr, vor zwei Wochen ist Friedlingen endgültig aus dem Verband ausgetreten.

Der RHC Basel befindet sich auf der Suche nach einer Spielstätte auf Schweizer Territorium. Im März beginnt die Aufstiegsrunde. Angestrebt sei der Hallenwechsel auf Februar oder März, sagt Captain Tobias Mohr. «Aber ob das so schnell gelingt, ist fraglich.» Mohr verknüpft viele Erinnerungen mit dem Rollerdrom. Auch er wurde hier mit Friedlingen Schweizer Meister. «Wir haben hier grosse Siege gefeiert», sagt er. «Ein Umzug könnte aber auch einen kleinen Rollhockey-Boom in Basel auslösen», hofft er.

Für einen Boom dürften auch die sportlichen Leistungen sorgen. Die einzige Niederlage (1:4) gab es im ersten Saisonspiel gegen Langenthal. Damals war das Basler Kader noch nicht komplett. Vor zehn Tagen wurde derselbe Gegner im Schweizer Cup mit 21:2 vom Platz geschossen. Für die Basler gibt es nur ein Ziel: Der Aufstieg in die NLA. Auch im Schweizer Cup, wo die Viertelfinals anstehen, ist mit dem B-Ligisten zu rechnen. «Entscheidend wird sein», sagt Captain Mohr, «dass uns gegen die A-Ligisten die Umstellung an das höhere Tempo gelingt. Denn in der Meisterschaft sind wird ganz klar unterfordert.»