23:36 und 22:34. Minus dreizehn und minus zwölf. Der RTV Basel machte in den letzten beiden Partien keine gute Figur und wurde innert zehn Tagen gleich zwei Mal so richtig vorgeführt. Zuerst von Wacker Thun und am frühen Samstagabend vom HSC Suhr Aarau.

Entsprechend angefasst zeigt sich RTV-Cheftrainer Samir Sarac nur wenige Augenblicke nach der Schlusssirene in der Sporthalle Rankhof: «Es ist viel mehr schief gelaufen, als nur diese eine Partie», sagt er und fügt an: «Seit dem Thun-Spiel wurde sehr schlecht trainiert. Das muss ich so sagen. Jeder Spieler muss diese Niederlage auf seine Kappe nehmen.»

Das hat gesessen. Sarac ärgert sich masslos. Ein geregeltes Training sei nur am Freitag – also am Abend vor dem Spiel gegen den HSC – möglich gewesen. «Wir konnten in all diesen Tagen nie komplett trainieren. Einige haben ein paar Tage Ferien genommen, einige waren krank, einige waren mit anderen Dingen beschäftigt. Und die, die hier waren, haben schlecht trainiert.»

Der Faden gerissen

Und so überrascht es dann im Rückblick auch nicht, wie die Partie gegen den HSC verloren ging. Denn die Startphase verlief durchaus ausgeglichen, wenngleich der Gast aus dem Aargau meist mit einem oder zwei Treffern in Front gelegen hatte.

Doch dann riss beim RTV der Faden. Nach dem 8:9-Anschlusstreffer reüssierte das Heimteam in der Sporthalle Rankhof vor 350 Zuschauern bis zur Pause nur noch zwei Mal. Folgerichtig lag der Underdog nach den ersten 30 Minuten mit 10:17 zurück.

In der zweiten Halbzeit präsentierte sich ein ähnliches Bild: Zu Beginn vermochte der RTV mitzuhalten, verlor aber in der Schlussphase komplett den Anschluss und musste sich mit 22:34 deutlich geschlagen geben.

«Prioritäten müssen ändern»

«So sieht es dann am Ende eben aus», Sarac und deutet mit dem Finger in Richtung Anzeigetafel, auf der das diskussionslose Resultat in roten Ziffern leuchtet. Allem Ärger zum Trotz hat der RTV-Cheftrainer die Hoffnung noch nicht aufgegeben: «Wir müssen jetzt endlich zusammenfinden. Jetzt muss jeder sehen, dass es in der NLA so nicht funktioniert. Ich hoff, dass alle einsehen, dass der Handball in der Prioritätenliste jedes einzelnen nach oben muss.»

Natürlich ist es nicht einfach, das zu fordern. Zumal in einer Sportart wie Handball, wo es in der Schweiz kaum Profis gibt und fast jeder Spieler noch einer einigermassen geregelten Arbeit nachgehen muss. Aber: «Wer in der NLA bestehen will, muss mehr Opfer bringen», sagt Sarac.

Der nächste Ernstkampf für seine Mannschaft steht am kommenden Samstag, 29. September, auf dem Programm: Dann trifft der NLA-Aufsteiger im Sechzehntelfinal des Schweizer Cups auswärts auf Ligakonkurrent TSV Fortitudo Gossau (Anpfiff: 17.30 Uhr). Am Dienstag, 2. Oktober, geht es dann in der Meisterschaft weiter: Zu Gast in der Sporthalle Rankhof wird dann Ligakrösus Kadetten Schaffhausen (Anpfiff: 20.15 Uhr) sein.