Handball

Der RTV Basel sieht sich nur zwei Zauberworte vom Erfolg entfernt

RTV-Trainer Silvio Wernle (links) appelliert an den Basler Kampfgeist. Uwe Zinke/archiv

RTV-Trainer Silvio Wernle (links) appelliert an den Basler Kampfgeist. Uwe Zinke/archiv

Am Freitag beginnt die Rückrunde der NLB-Handballer. Der RTV Basel startet auswärts beim STV Baden unter der Leitung von Trainer Silvio Wernle, der im Dezember ein ursprünglich nur kurzzeitig geplantes Comeback an der Seitenlinie gab.

Keine Frage, das Comeback von Silvio Wernle hätte deutlich glanzvoller sein können. Nach dem überraschenden Rücktritt von Dragomir Cmiljanovic sprang Wernle Anfang Dezember spontan in die Bresche. Bilanz: Drei Spiele, drei Niederlagen. «Das Team wirkte platt. Körperlich und physisch», sagt der Neo-Trainer, der mit dieser Aussage keinesfalls seinen Vorgänger kritisieren will.

Nach vier Pleiten in Serie kam die Winterpause also ganz gelegen. Während die Spieler drei Wochen ihre Köpfe lüften konnten, entschied sich Wernle – der erst im letzten Januar als RTV-Trainer zurücktrat – für einen Neubeginn. Für ihn, der bei den Realturnern 13 Saisons als Spieler auf dem Feld stand, eine «absolute Herzensangelegenheit». So wurde aus dem geplanten Kurz-Engagement bis Ende Vorrunde kurzerhand eine Bindung bis zum Sommer 2015. Damit wollen Wernle und der RTV endgültig ein Zeichen setzen und die nötige Konstanz auf die Trainerbank bringen.

Denn zuletzt erinnerte die Bank eher an ein Karussell: Dragomir Cmiljanovic wurde in der Saison 2011/2012 nach nur zwei Partien entlassen, worauf Präsident Alex Ebi interimistisch übernahm. Danach wurde Wernle engagiert, nach dessen Rücktritt im Januar sprang wieder Ebi ein, ehe mit Cmiljanovic zu Beginn dieser Saison wieder Ruhe einkehren sollte. Der Rest ist bekannt.

Auf eigene Stärken besinnen

Schon früh riefen die Basler diese Spielzeit als «Übergangs-Saison» aus. Aktuell liegt das Team an sechster Stelle – die Aufstiegs-Plätze sind kein Thema mehr (elf Zähler Rückstand auf Suhr Aarau und Endingen), auf die Abstiegs-Ränge beträgt das Polster fünf Punkte. Auch wenn damit die sportlichen Ambitionen weitgehend beschränkt sind, verfolgt Wernle vor allem ein Ziel: «In den letzten Jahren ist diese Sieger-Mentalität, welche den RTV jahrelang ausgezeichnet hat, abhandengekommen. Es braucht ein neues Selbstverständnis, alles für den Erfolg geben zu wollen», gibt Wernle die Marschroute vor.

Inwiefern dieser Vorsatz bereits zur Rückrunde Früchte trägt, bleibt abzuwarten. Jetzt gilt es, den Kampfgeist und das Einheitsgefühl zu festigen. Denn Wernle ist überzeugt, «dass wir mit unserer Klasse noch besser dastehen könnten». Beim Aufsteiger STV Baden – der einen Punkt weniger als Basel hat – bietet sich heute die erste Gelegenheit, die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Den grossen Vorstoss plant der RTV aber erst in der kommenden Saison. «Dann wollen wir angreifen», sagt Wernle. Neben «Sieger-Mentalität» heisst das zweite Zauberwort «Konstanz». Nicht nur auf dem Feld, sondern vor allem auf der Trainerbank.

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