Rudern

Der Ruderer Luca Fabian ist an der U23-WM auf Medaillenjagd

Nach dem Gewinn der Bronzemedaille im letzten Jahr strebt der Luca Fabian in Österreich nun Edelmetall an. Damian Amrein

Nach dem Gewinn der Bronzemedaille im letzten Jahr strebt der Luca Fabian in Österreich nun Edelmetall an. Damian Amrein

Am Mittwoch beginnt in Linz die U23-Weltmeisterschaft. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille im letzten Jahr strebt der Reinacher Luca Fabian nun Edelmetall an. Der 21-jährige Reinacher ist nach einem zweiwöchigen Trainingslager in Sarnen fit.

Luca Fabian, an der U23-WM vor einem Jahr haben Sie überraschend die Bronzemedaille geholt. Ist Edelmetall in diesem Jahr Pflicht?

Luca Fabian: Letztes Jahr bin ich als Nobody gestartet und unbeschwert gefahren. Jetzt erwarte ich selbst eine Medaille, wenn möglich eine bessere als im Vorjahr.

Der Druck ist also grösser?

Ja, nicht nur ich erwarte eine Medaille, sondern auch die Trainer, der Verband, die Verwandtschaft und die Medien. Aber es ist schon so, wenn ich keine Medaille hole, wäre das eine grosse Enttäuschung.

Wie haben Sie sich auf die WM vorbereitet, damit es für eine Medaille reicht?

Ich habe in Sarnen ein zweiwöchiges Trainingslager absolviert. Dort habe ich mich mit meinem Grossvater und dem U23-Natitrainer spezifisch auf die WM vorbereitet. Vor allem die erste Woche war sehr intensiv. Dort bin ich in sechs Tagen 170 Kilometer gerudert. In der zweiten Woche haben wir das Pensum reduziert, damit die Erholung nicht zu kurz kam. Dafür haben wir kürzere und härtere Einheiten zurückgelegt.

Ende des letzten Jahres wurden Sie durch das Pfeiffersche Drüsenfieber zwei Monate ausser Gefecht gesetzt. Spüren Sie die Nachwirkungen noch immer?

Nein, ich konnte so trainieren, wie ich mir das gewünscht habe. Ab und zu sind die Lymphknoten geschwollen und schmerzen, doch das hat keinen Einfluss auf meine Leistungen. Es läuft alles wie geplant.

Die Erfolge an der Schweizer Meisterschaft vor gut zwei Wochen kamen daher nicht überraschend?

Nein. Als ich gesehen hatte, dass Michael Schmid im leichten Einer nicht an den Start gehen wird, habe ich gewusst, dass der Titel machbar ist. Dort hatte ich dann auch einen komfortablen Vorsprung von vier Sekunden, ohne dass ich sprinten musste. Im schweren Einer war es schon wesentlich enger. 0,7 Sekunden langsamer und ich wäre nicht Dritter, sondern Vierter geworden.

Die Form stimmt also. Wann sind Sie an den WM-Ort Linz gereist?

Bereits am Montag. Ich mag es, wenn ich ein paar Tage vorher dort bin. Dann kann ich in Ruhe das Hotel beziehen, einige Trainings auf der Originalstrecke absolvieren und die letzten Vorbereitungen treffen.

Haben Sie Rituale in der Vorbereitung?

Ja. Zwei Tage vor dem Wettkampf poliere ich jeweils mein Boot. Ich glaube, dass ich dadurch ein paar Zehntel oder Hundertstel rausholen kann. Aber eigentlich hat es eher etwas Meditatives und es sieht gut aus, wenn das Wasser danach schön abperlt. Ob das Polieren wirklich was bringt, weiss ich nicht. Langsamer wird das Boot deswegen sicher nicht. (lacht)

Wie sieht es am Wettkampftag selbst aus?

Dort habe ich gezwungenermassen einen festen Ablauf, denn zwei Stunden vor der Regatta muss ich zur Gewichtskontrolle. Im leichten Einer darf ich maximal 72,5 Kilogramm wiegen, ansonsten werde ich disqualifiziert. Es ist daher normal, dass ich am Wettkampftag vor dem Wiegen etwa ein Kilo rausschwitzen muss.

Ein Kilogramm? Wie schwitzen Sie so viel raus?

Ich ziehe jeweils mehrere Schichten an. Eine Trainerjacke, eine Regenjacke und teilweise zusätzlich noch eine Schwitzjacke, das ist eigentlich ein Plastiksack mit Ärmeln und Kapuze (lacht). So eingepackt setze ich mich auf den Ergometer und rudere rund 20 bis 25 Minuten. Dann habe ich mein Wettkampfgewicht.

Sind Sie dann nicht schon vor dem Wettkampf völlig ausgepowert?

Nein, das geht schon. Es dauert ja nach dem Wiegen noch zwei Stunden bis zur Regatta. Nachdem ich auf der Waage war, esse ich nochmals was. Meistens Weissbrot mit Honig und einige Sportriegel.

Ihr grosses Ziel ist die Olympiade in Rio. Welchen Stellenwert hat die U23-WM auf dem Weg nach Brasilien?

Sie ist ein wichtiger Gradmesser und eine gute Möglichkeit, mich Sponsoren und Medien zu zeigen. Vor allem kann ich aber den Verband von meinen Qualitäten überzeugen. Das ist sehr wichtig.

Inwiefern?

Der leichte Einer ist nicht olympisch, daher lege ich den Fokus auf den leichten Doppelzweier, mit dem ich in Rio teilnehmen könnte. Der Verband fällt die Entscheidung, welche beiden Ruderer im leichten Doppelzweier starten werden. Daher muss ich mich mit guten Leistungen aufdrängen.

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