Wieder einmal bekamen die Zuschauer der Old Boys keinen Leckerbissen zu sehen. Auch im zweiten Heimspiel des Jahres konnten die Hausherren kein Tor erzielen – immerhin haben sie dieses Mal auch keins bekommen. Das 0:0 ist alles in allem fair, die Gäste aus Nyon kamen ebenso wenig zu Chancen wie OB. «Ich weiss auch nicht genau wo das Problem liegt, aber der Zug zum Tor fehlt uns ein wenig», erklärt Mittelfeldspieler Onur Akbulut, der gestern den gesperrten Diren Akdemir als Kapitän vertrat. 

In der ersten Halbzeit waren die Gelbschwarzen den Genfern spielerisch sowie auch physisch unterlegen. Man kann gut und gerne vom harmlosesten Auftritt der Old Boys seit langem sprechen. Und der Abstand auf einen Abstiegsplatz könnte noch heute auf drei Punkte schmelzen.

Dünn besetzter Sturm

Die Problemzone bleibt die Gleiche: Der Sturm. Die zwei nominellen Stürmer Karim Barry und Deny Gomes sind weiterhin verletzt, der momentan zum Zug kommende Valentin Mbarga ist eigentlich Flügel und hat zudem aus der Hinrunde mangelnde Spielpraxis. Und Topskorer Florian Müller ist wie viele Spieler auf Formsuche. Aber trotz der Abwesenheit von Barry und Gomes ist der Angriff qualitativ und quantitativ dünn besetzt. Ob der bis vor zwei Wochen im Amt gewesene Sportchef Walter Schneider andere Pläne für die Offensive gehabt hat, ist unklar.

Die Trennung von Walter Schneider ist für Aussenstehende genauso unklar. Präsident Beat Fläcklin, seit Sommer 2014 im Amt, will ebenfalls nicht genau über die Gründe der Trennung mit Schneider sprechen. Es seien jedoch mehrere kleine Differenzen gewesen und kein grosser Eklat. Zudem war Schneider ein solches Umfeld wie bei OB weniger gewohnt als zum Beispiel bei Riehen, wo er mehr Freiheiten genoss. «Wir hatten immer schon Gespräche geführt und unterschiedliche Ansichten bezüglich der Arbeit im Verein gehabt», erklärt Fläcklin, «nun haben wir uns gemeinsam zu dieser Trennung entschieden.»

OB braucht einfach Punkte

Der Zeitpunkt nach Beginn der Rückrunde sei etwas unglücklich, aber man habe es halt so lange wie möglich versuchen wollen. Dass der neue Trainer Marco Chiarelli ein Wunschkandidat Schneiders war, sieht Fläcklin nicht als Problem. «Sportchef und Trainer sind zwei verschiedene Personen. Wir wollten Chiarelli genauso holen wie Walter Schneider und glauben weiterhin an Chiarelli, auch wenn Schneider nicht mehr da ist.» Trotzdem bleibt es dabei; bei den Old Boys ist noch keine Ruhe eingekehrt. Das sehr junge Team braucht unbedingt Punkte, denn ein Abstieg würde dem Verein sicherlich auch nicht gut tun.