Fussball
Der SV Muttenz muss gleich fünf Abstiege in Kauf nehmen

Bei Muttenz wurde in der abgelaufenen Saison viel falsch gemacht. Der Vorstand um Präsident Manfred Wieland hat die Fehler erkannt und blickt in die Zukunft. Die erste Mannschaft startet mit einem neuen Trainer, Björn Ulli, in die kommende Saison.

Paul Ulli
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Der SV Muttenz (hier Alois Ribeiro rechts) befand sich in der vergangenen Saison im Tiefflug.

Der SV Muttenz (hier Alois Ribeiro rechts) befand sich in der vergangenen Saison im Tiefflug.

Kenneth Nars

In einem Punkt sind sich SV-Muttenz-Präsident Manfred Wieland und der Juniorenverantwortliche Lothar Vecchi einig. Es waren viele kleine Puzzleteile, welche zu diesem sportlichen Fiasko führten. «Es war so etwas wie ein roter Faden, welcher die Schlechtigkeiten von der 1. Mannschaft in der 1. Liga Classic bis hinunter zu den Junioren A begleitete», ergänzt Vecchi, der selber viele Jahre lang in den regionalen Ligen zwischen den Pfosten stand und solch schwierige Momente auch schon als Aktiver miterleben musste.

Im letzten Amtsjahr von Trainer Atilla Sahin – sein Rücktritt wurde in der Winterpause kommuniziert, was im Nachhinein als Zeitpunkt vielleicht auch nicht sehr glücklich gewählt war – erwischte es das Fanionteam. Nachdem man sich ein paar Jahre lang meist in extremis hatte retten können, kam jetzt der Fall in die 2. Liga interregional.

Doch nicht nur beim Aushängeschild des Klubs zeigten die «Börsenkurse» nach unten. Gleich beide 3.-Liga-Teams mussten in den sauren Abstiegs-Apfel beissen, und den A-Meister-Junioren sowie den Senioren erging es nicht besser.

«Leider wird das Vereinsdenken bei (zu) vielen Spielern nicht mehr all zu gross geschrieben. Entweder spielt man dort, wo man im Amateurbereich am meisten ‹verdienen› kann, oder man wechselt zum Klub, weil man in der 1. Liga spielen kann, sich aber in dieser Hinsicht masslos überschätzt», sagt der auch mit etwas Distanz zum Geschehen immer noch schwer enttäuschte Vereinsboss Wieland. Er spricht damit vor allem Spieler an, welche die Saison mit dem SV Muttenz in Angriff nahmen, in der Winterpause zu einem Ligakonkurrenten wechselten und nach der Sommerpause bereits wieder in einem anderen Verein Fussball spielen werden.

Weil aber der SV Muttenz explizit keine finanziellen Hochseilakte wie in früheren Jahren mehr machen wollte und konnte, kam es fast zwangsläufig zum Verlust der Ligazugehörigkeit. «Dies ist für uns aber kein Weltuntergang. Der neue Trainer Björn Ulli kann mit seinem ebenfalls neuen Sportchef Andy Häfliger ein neues, junges und vor allem williges Team mit «Typen» zusammenstellen. Wir wollen die Mannschaft stabilisieren und dann wieder angreifen», ist Wieland überzeugt. Zudem kann der für den Juniorenbereich zuständige Vecchi positive Zeichen vermelden: «In der Coca-Cola-League spielen wir bei den B-Junioren um den Meistertitel und die C-Junioren sind in der gleichen Liga ebenfalls an der Spitze mit dabei.»

Dass es unter den Mannschaften in der Vergangenheit an der nötigen Kommunikation gefehlt hat, streiten die Verantwortlichen nicht ab. «Dies ist aber auch ein Zeit- und Generationenproblem. Es fehlt oft der ‹Face-to-Face-Kontakt› der Teamverantwortlichen. Handy und E-Mail übernehmen die früher persönlich geführten Gespräche», sagt Wieland.

Doch bei den Baselbietern geht der Blick eindeutig nach vorne. Der Staff ist sich im Klaren, dass überall Fehler gemacht wurden und man daraus seine Lehren gezogen hat.

Und wer weiss, vielleicht kommt der Klub bald wieder dorthin, wo er vor ein paar Jahren war, nämlich an die Spitze des Reini-Erbe-Cups, welcher die beste Saison-Gesamtleistung eines Vereins kürt.

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