Bei strömendem Regen machte der FC Concordia sofort klar, dass man bereit war, den zum Aufstieg in die 2. Liga interregional benötigten Sieg zu holen. Die Gäste dominierten das Mittelfeld und stiessen immer wieder gefährlich in die Spitze vor. Der auffällige Rechtsaussen Mike Castro drang in der 11. Minute in den gegnerischen Sechzehner ein und schoss trocken in die weite Ecke zum 0:1 ein. Die Weichen für einen Erfolg waren gestellt.

Von der zweiten Mannschaft des BSC Old Boys war bis zu diesem Zeitpunkt wenig zu sehen. Dem Heimteam gelangen im Angriff nur selten zusammenhängende Aktionen, lediglich der rechte Flügel Leonardo Farenga sorgte ab und zu für erhöhten Puls bei der Abwehr des Leaders.

«Der Match hätte auf beide Seiten kippen können»

Doch als sich kurz nach dem Seitenwechsel Dino Babovic an der Strafraumgrenze gegen mehrere Gäste-Verteidiger durchwurstelte und den Ausgleich markierte, war die Partie neu lanciert. Es folgten gefährliche Aktionen im Zwei-Minuten-Takt – hüben wie drüben. «Der Match hätte auf beide Seiten kippen können», analysierte Concordia-Präsident Thomas Steinemann treffend.

Muttenz-Topskorer Manuel Alessio: Er wurde mit 36 Treffern Torschützenkönig.

Muttenz-Topskorer Manuel Alessio: Er wurde mit 36 Treffern Torschützenkönig.

Er kippte schliesslich auf die Seite der Gelbschwarzen: Arianit Tasholli konnte wie schon Babovic beim 1:1 an der Sechzehnerlinie von mehreren Gästespielern nicht vom Ball getrennt werden und traf zum 2:1 (75.), Michael Mihaye verwertete den Rebound seines Pfostenkopfballs zum 3:1 (88.) und Babovic setzte mit einem Heber aus 35 Metern in der Nachspielzeit den fulminanten Schlusspunkt.

«Das Stadtderby ist ein spezielles Spiel, wir wollten unbedingt gewinnen», sagte der Mann aus Bosnien-Herzegowina. Mit dem SV Muttenz sei man im Vorfeld in Kontakt gestanden. «Die Muttenzer wollten uns ein Geschenk machen, wenn wir Concordia Punkte abnehmen», verriet der OB-Matchwinner.

«Wir hätten alle lieber gespielt»

Spieler und Staff des SV Muttenz sassen übrigens auf der Tribüne der Schützenmatte und feuerten die Old Boys an. Denn weil der FC Arlesheim nicht angetreten war, waren die Baselbieter in der letzten Runde zu drei Punkten gekommen, ohne auf dem Platz zu stehen. «Wir hätten alle lieber gespielt», erklärte Manuel Jenny. Welches Geschenk man den Old Boys machen wollte, konnte der Muttenzer Offensivspieler nicht beantworten. «Mehr als sehr viel Alkohol haben wir nicht zu bieten», grinste Jenny.

Meister auf der Tribüne: Der SV Muttenz verfolgte das Spiel zwischen Concordia und Old Boys Basel von den Zuschauerrängen aus.

Meister auf der Tribüne: Der SV Muttenz verfolgte das Spiel zwischen Concordia und Old Boys Basel von den Zuschauerrängen aus.

So durften die eigentlichen Sieger des Basler Derbys doch noch auf den Rasen, um in Zivil die Medaillen und den Meisterpokal in Empfang zu nehmen. «Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich was Eleganteres angezogen», witzelte Trainer Peter Schädler, während Assistent Roland Fullin die Old Boys nachdrücklich lobte: «Das Team hat unglaublichen Charakter gezeigt!»

Im Basler Cupfinal wenigstens noch einen Pokal holen

Deutlich getrübter war die Stimmung bei den Verlierern. Dass man eine tolle Saison in den letzten 45 Minuten «vergeigt» hatte, wurde von Thomas Steinemann vehement verneint. «Wir haben in den ersten Runden zu viele Punkte liegen lassen und am Schluss die beiden wichtigsten Spiele (gegen Muttenz und OB, die Red.) verloren», nannte der Präsident die Hauptgründe für den verpassten Aufstieg.

Immerhin hat der Traditionsclub noch die Möglichkeit, einen Pokal zu holen. Am nächsten Samstag trifft man im Basler Cupfinal in Möhlin auf den FC Aesch.