Volleyball

Der Traum ist geplatzt: Sm’Aesch Pfeffingen verpasst auch den Meistertitel

Nach einer schwachen Vorstellung, verbunden mit einer deutlichen 0:3-Niederlage bei Neuchâtel UC, müssen die Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen nach der Super-Cup und Cupfinal-Niederlage erneut dem Gegner zum Sieg gratulieren.

Sm’Aesch Pfeffingens Head-Coach Andreas Vollmer und seinen Spielerinnen blieb nicht viel Zeit, die Wunden der bitteren 0:3-Heimniederlage vom Ostermontag zu lecken und wie der Trainer nach der Partie sagte: «Die Fehler analysieren und sofort korrigieren».

Dabei meinte der Deutsche wohl auch sich selbst, denn im letzten Spiel hatte er seiner Libera Kristen Tupac vertraut, die ihm vor dem Match bestätigte, dass sie gesundheitlich absolut auf der Höhe sei. Dass dies aber nicht so war, wurde leider zu spät bemerkt und ein Wechsel auf die nicht im Libera-Dress aufgestellte Livia Saladin war nicht möglich, weil sonst im Falle einer Verletzung von Saladin ein Rückwechsel nicht mehr möglich gewesen wäre.

Doch welche Sportlerin verzichtet auf ihren Einsatz, wenn es sich nach einer langen Saison um ein Finalspiel um die Schweizer Meisterschaft handelt. Fakt war, dass die 27-jährige US-Amerikanerin in diesem wichtigen Auswärtsspiel am Neuenburgersee in der Stammformation auflief, aber den erneuten Fehlstart der Baselbieterinnen auch nicht verhindern konnte (4:10).

Doch wie schon so oft in dieser Saison war damit das letzte Kapitel in diesem Startsatz noch nicht geschrieben und die Gäste lagen nach einem Zwischenspurt gar mit 17:16 in Front. Doch unverständlicherweise schlichen sich wieder völlig unnötige Fehler von Livia Zaugg im Angriff und Libera Tupac in der Defensive ein, sodass die Neuenburgerinnen ohne grossen Aufwand vorentscheidend vorlegen konnten (22:18). Danach machten sie den Sack mit ihren starken US-Amerikanerinnen Kyra Holt, Tia Scambray und Martenne Bettendorf knallhart zu.

Im zweiten Satz musste man um die Mannschaft von Trainer Vollmer richtiggehend Angst haben, denn die wie aufgedreht spielenden Gastgeberinnen spielten mit Capitaine Madlaina Matter und ihren Teamkolleginnen Katz und Maus. Nichts lief mehr beim zu Beginn der Meisterschaft meistgehandelten Titelanwärter zusammen und eine 10-Punkte-Service-Serie der 20-jährigen Nationalmannschafts-Passeuse Meline Pierret bedeutete dann auch psychologisch früh das vorzeitige Ende aller Titelträume von Sm’Aesch Pfeffingen.

Ganzes Team von der Rolle

Zwar boten die bislang schwer enttäuschenden Gästespielerinnen im dritten Durchgang, jetzt mit Monika Chrtianska für Zaugg im Angriff, etwas mehr Paroli (9:11), doch weitere Annahmefehler und eine miserable Blockquote liessen auch in diesem Satz die Felle und damit die Hoffnung auf ein eventuelles Entscheidungsspiel in Aesch endgültig davonschwimmen.

Am Schluss wirkte der Auftritt der Baselbieterinnen schon fast peinlich und die NUC-Anhänger in der proppenvollen La Riveraine-Halle konnten schon beim Spielstand von 17:10 mit der Meisterfeier beginnen. Damit geht die Ära von Sm’Aesch-Pfeffingen-Präsident Werner Schmid zwar ohne Titel zu Ende, doch der Aufstieg in knapp 20 Jahren aus den Niederungen der regionalen Ligen bis in die Schweizer Volleyballspitze ist mehr als aller Ehren wert und wird auch die Zukunft dieses Volleyballklubs prägen.

Die mitgereisten Sm’Aesch-Fans nahmen es sportlich und meinten unisono: «Wenn dem Gegner alles gelingt und dir praktisch nichts, fällst du unweigerlich in ein tiefes Loch, aus dem du nicht mehr herausfindest». Und genau so war es.    

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