Grosses Ziel
Der Traum von Wimbledon: Die 15-jährige Bojana Klincov setzt voll auf die Karte Tennis

Die 15-jährige Allschwilerin Bojana Klincov holte sich unlängst ihren zweiten Schweizer-Meister-Titel. Bald setzt sie voll auf die Karte Tennis – und hat bereits jetzt grosse Ziele vor Augen.

Fabio Baranzini
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Bojana Klincov setzt alles auf die Karte Tennis. Sie steht dafür neun Stunden pro Woche auf dem Tennisplatz.

Bojana Klincov setzt alles auf die Karte Tennis. Sie steht dafür neun Stunden pro Woche auf dem Tennisplatz.

Fabio Baranzini

Die Halle der renommierten Tennis Academy von Eric van Harpen liegt unscheinbar am Rande des Industriegebiets im deutschen Waldshut-Tiengen. Auf dem ersten von vier blauen Rebound Ace Courts läuft das Training von Bojana Klincov. Volleys stehen auf dem Programm.

«Geh konsequenter zum Ball», fordert Coach Robert Plischke, nachdem Klincov den letzten Volley erst unterhalb der Netzkante getroffen hatte. Klincov befolgt die Anweisung, doch man merkt, dass sie sich am Netz nicht ganz wohl fühlt. «Wir arbeiten daran, dass ich häufiger ans Netz komme», meint sie wenig später beim Interview.

Ihre bevorzugte Domäne ist derzeit noch das Grundlinienspiel. Dort kann Bojana Klincov ihre Stärken ausspielen. Mit einer erstaunlichen Leichtigkeit beschleunigt sie die Bälle auf der Vorhand und der Rückhand. Anstrengung sieht anders aus. «Diese Lockerheit ist ihre grösste Stärke. Sie hat ein unglaublich gutes Ballgefühl und ein tolles Timing», lobt Plischke seine Spielerin, die er seit beinahe drei Jahren betreut.

Kurz vor dem Profi-Dasein

Begonnen hat Bojana Klincovs Tennislaufbahn im TC Allschwil. Mit sechs Jahren unternahm sie dort ihre ersten Gehversuche mit Racket und Filzball. «Ich hatte im Fernseher Roger Federer und Novak Djokovic spielen sehen und wollte diesen Sport ausprobieren», erinnert sich Klincov. Die 15-Jährige mit serbischen Wurzeln ist die Einzige in ihrer Familie, die Tennis spielt. Ihre beiden älteren Brüder waren Fussballer.

Bojana Klincov träumt von einer Profikarriere und einer Klassierung in den Top 10 der Welt.

Bojana Klincov träumt von einer Profikarriere und einer Klassierung in den Top 10 der Welt.

Fabio Baranzini

Mittlerweile steht die junge Allschwilerin neun Stunden pro Woche auf dem Tennisplatz, vier weitere Stunden arbeitet sie an ihrer Kondition. Und bald schon wird sie noch intensiver trainieren, denn im Sommer schliesst sie die Sekundarschule in Muttenz ab, wo sie derzeit die Sportschule besucht. «Dann werde ich voll auf Tennis setzen und zweimal täglich trainieren», blickt sie voraus.

Die Top 10 im Visier

Bojana Klincov träumt von einer Profikarriere und einer Klassierung in den Top 10 der Welt. Um so weit zu kommen, braucht es viel. Das weiss auch Bojana Klincov selber. Dennoch ist sie überzeugt, dass sie es mit der nötigen Disziplin schaffen kann. Ihre Teilnahme an einem Profiturnier in Slowenien im vergangenen Juni, bestärkte sie in ihrem Vorhaben.

«Ich hatte zwar keine WTA-Punkte geholt, aber ich bemerkte, dass ich bereits jetzt ohne Probleme das Tempo der Profis mitgehen kann. Es sind nur noch Details, an denen ich arbeiten muss. Vor allem in den entscheidenden Situationen muss ich noch mutiger und konsequenter auftreten», so Klincov, die das offensive Spiel mag und wenn immer möglich versucht, die Ballwechsel zu diktieren.

Bojana Klincov

«Es sind nur noch Details, an denen ich arbeiten muss. Vor allem in den entscheidenden Situationen.»

Etwas, das ihr in den letzten Wochen gut gelungen ist. Das beweisen ihre Resultate: In der U18-Junioren-Weltrangliste konnte sie sich bereits um mehr als 300 Ränge verbessern und steht derzeit auf Position 518. Zudem gewann sie im Januar ihren zweiten Junioren-Schweizer-Meister-Titel. In dieser Saison hat Bojana Klincov aber noch viel mehr vor.

Sie will in der Juniorenweltrangliste in die Region von Rang 100 vorstossen, damit sie im kommenden Jahr an den Junioren-Grand- Slam-Turnieren teilnehmen kann. Insbesondere das ruhmreiche Turnier in Wimbledon reizt sie. «Ich habe bislang noch nie auf Rasen gespielt. Das will ich unbedingt mal machen. Ich glaube, dass mir diese schnelle Unterlage ganz gut liegen würde», sagt sie.