In den ersten Minuten zeigte sich Städtli in seiner gewohnt aggressiven Weise und liess Möhlins Startformation mit dem Rückraumtrio Hock, Doormann und Kaiser, sowie Maurice Meier am Kreis, nur schwer ins Spiel kommen. Auf beiden Seiten erfolgten Verwarnungen wegen Tätlichkeiten, gefolgt von Penaltys. So geschehen in der achten Minute, als Marcus Hock den Siebenmeter verwerten musste (4:2).

Der Wurf landete mit Glück im Tor. Danach nahm aber die Möhliner Defensive Fahrt auf und verteidigte tadellos: schob nach, machte dicht, half einander aus und so vereitelte sie dem Gegner die Abschlüsse kontinuierlich. Als wieder Hock das fünfte Tor für Möhlin über die Mitte präzise im Kasten platzierte, begann das Resultat greifbar für die Heimmannschaft zu kippen. Badens Topskorer Pascal Bühler schoss im Gegenzug neben das Tor und Sebastian Kaiser konnte kurz darauf im Alleingang zum 6:3 antworten.

Keine Reaktion der Gäste

Derweil wussten die Gäste nicht konsequent zu reagieren und wenn, dann lief Möhlins Keeper Jelovcan zu Höchstform auf. In den folgenden Minuten versenkte wieder Kaiser fünf Treffer (!) nacheinander im Tor von Routinier Marco Wyss und bescherte dem TVM die unglaubliche Führung von sechs Toren nach fast zwanzig Minuten Spielzeit. Seine Torläufe liefen aber ganz und gar nicht wie aus einem Guss, immer wieder behinderten sich alle Feldspieler auf beiden Seiten und nur die Schiedsrichter konnten die energiegeladenen Konfrontationen entschärfen.

Bei Möhlin musste Tin Tokic zweimal auf die Bank und auch Sandro Soders Wortausbruch wurde mit der Zeitstrafe abgemahnt. Aber auch Baden sah sich demselben Kontingent an Auszeiten gegenüber. Kurz vor der Pause hielt es Spielertrainer Björn Navarin nicht mehr auf der Bank aus und wechselte aufs Feld. Sein Offensivablauf wurde aber bald von Möhlins Abwehr decodiert und wenn nicht, war da ein Rok Jelovcan zwischen den Pfosten, der blitzschnell zu reagieren wusste. So resultierte zur Pause ein komfortabler Vorsprung mit 8 Treffern für Möhlin (16:8).

Ein kampfbetontes Spiel

In der zweiten Spielzeit ging es auf beiden Seiten physisch betont weiter. Der TVM rackerte vorbildlich, arbeitete sich zu, rannte den verloren geglaubten Bällen nach bis zum Abpfiff. Gleichzeitig erstarkte auch die Defensive, wo hinten ab der vierten Minute Nicolas Bamert das Tor verbarrikadierte. Baden, das im Personalbestand mit Verletzungssorgen konfrontiert ist, fehlte heute die offensive Stärke, was sich bis zur 18.Minute ohne Torerfolg brutal manifestierte (25:9).

Und vor der Abwehr spielten sich die Fricktaler agil und variantenreich die Pässe zu, bis sie die Gäste überlisten konnten. Derweil schien Nicolas Bamert aus der Misere des Gegners zusätzlichen Aufwind zu spüren, und hielt unglaublich stark (65%!), das sehr zur Freude seiner Vordermänner und der Fans in der Halle. Als gegen Spielende nach und nach jüngere Spieler einlaufen durften, konnten die Zuschauer mit Begeisterung feststellen, dass auch der Nachwuchs da ist: Sandro Caminada schoss sein erstes NLB-Tor zum 29:14-Schlussstand und wird diesen Moment wohl nicht so schnell vergessen.