Der Unihockeyclub (UHC) Nuglar United steht zum dritten Mal im Schweizer Cupfinal. Das Erstliga-Kleinfeld-Team der Männer trifft heute Samstag auf den UHCevi Gossau (12.15 Uhr, Wankdorfhalle in Bern). Adam Kurtesi, der 26-jährige Spielertrainer der Schwarzbuben, äussert sich zu den Chancen.

Wie gut kennen Sie die Equipe aus dem Kanton Zürich?

Adam Kurtesi: Sie ist eine sehr erfahrene Mannschaft mit guten Spielern. Gossau ist in unserer Liga Rekordmeister und vierfacher Cupsieger. Das Team ist hoch einzustufen. Wir haben vor vier Jahren das letzte Mal gegen die Zürcher gespielt. Zuvor waren wir ein paar Mal während der Meisterschaft in den Playoffs und einmal im Cup-Halbfinal aufeinandergetroffen. Dieses Spiel haben wir verloren.

Wo hat Gossau Schwächen?

Jedes Team hat Schwächen, aber die Zürcher sind schon sehr komplett. Wir müssen den Ball offensiv mit viel Tempo in den eigenen Reihen halten und einfach unsere Tore schiessen, das wird entscheidend sein. Wir dürfen gegen diesen Gegner keine schwachen Phasen auf dem Platz zeigen, er nutzt das oft eiskalt aus. Das Team, das weniger Eigenfehler produziert, wird den Cupfinal gewinnen.

Auf welche Stärken können Sie vertrauen?

Diese Saison zeichnet uns aus, dass wir routinierter geworden sind. Die jüngeren Spieler konnten von ihren Cupeinsätzen enorm profitieren. Wir haben im Sturm nun drei ausgeglichene Blöcke, die regelmässig treffen. Heute sind wir breiter aufgestellt. In den vergangenen Jahren waren wir abhängig von zwei, drei Leuten.

Für den UHC Nuglar United ist es die dritte Teilnahme am Cupfinal. Gossau steht bereits zum neunten Mal im Endspiel, davon resultierten vier Siege. In den fünf Direktvergleichen mit Ihrem Team weisen die Zürcher eine positive Bilanz auf. Wie sehen Sie die Chancen Ihres Teams, erstmals Cupsieger zu werden?

50 zu 50. So gut wie heuer standen unsere Chancen noch nie, irgendwann kommt der erste Sieg. Das Spiel ist völlig offen. Es gibt keinen Favoriten, auch wenn Gossau im Cup die grössere Erfahrung hat und bisher erfolgreicher gewesen ist. Wir sind hungrig wie nie zuvor. Wir haben den deutlich schwierigeren Weg in den Cupfinal gehabt, bisher ist unsere Rechnung aufgegangen. Auch in der Meisterschaft stehen wir auf Platz eins. Sie sehen: Vieles spricht für uns.

Wie stellen Sie Ihre Spieler auf diese wichtige Partie vom Samstag ein?

Vor zwei, drei Wochen nach der letzten Meisterschaftsrunde haben wir begonnen, uns auf den Cup zu konzentrieren. Wir machten Videoanalysen und studierten den Gegner genau. Welches sind seine Stärken, wo ist er verwundbar, was können wir ausnutzen? Wir haben ein paar Sachen analysiert, die wir besser machen müssen. Ich habe mit den Spielern geredet und ihnen klargemacht, was ich von ihnen erwarte. Wir müssen unser Spiel mit Powerhockey durchziehen, wie wir das in den letzten paar Matches gezeigt haben. Jeder muss alles geben, jeder kämpft für jeden.

Offiziell sind Sie Spielertrainer, fallen jedoch wegen eines Kreuzbandrisses aus. Wie schwierig ist das für Sie?

Es tut weh. Ich wäre so gerne auf dem Feld dabei. Die Verletzung erlitt ich im ersten Cupspiel dieser Saison schon nach zehn Minuten. Schön ist hingegen, dass ich mich als Nur-Trainer voll in den Dienst der Mannschaft stellen kann. Wir wollen unbedingt die Goldmedaille und den Pokal in die Höhe stemmen.

Können Sie in Bern auf eine grosse Fangemeinde zählen?

Bestimmt. Es werden sehr viele Leute aus Nuglar dabei sein. Sie fahren in einem Fancar und in Privatautos an den Cupfinal.

Ist zu Hause ein Empfang geplant?

Davon gehe ich aus. Bei den letzten zwei Cupfinals, in denen wir unterlegen waren, gab es jeweils einen grossen Empfang von Gemeinde, Musikgesellschaft und Gugge samt Apéro fürs ganze Dorf. Zudem ist jetzt Fasnacht. Wenn es in Bern klappt, haben wir Vereinsgeschichte geschrieben. Und es wird in Nuglar eine Riesenfete geben.