Im Uefa-Youth-League-Spiel zwischen den U19-Teams des FC Basel und Ludogorez Rasgrad lief die 54. Minute, als Manuel Weber aus 22 Metern abzog und seinen Schuss kurz darauf im gegnerischen Netz zappeln sah. Das zwischenzeitliche 2:0 (Endstand: 6:0) war so etwas wie die Ausnahme zur Regel, denn beim Basler Nachwuchs gehören die auffälligen Szenen zumeist den anderen. Webers Wert für die Mannschaft wird dagegen auf den ersten Blick unterschätzt. Dabei ist der zentrale, defensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler so etwas wie das Gehirn des Teams, laufen bei ihm doch alle Fäden zusammen.

Von Zofingen über Aarau zum FCB

Einen Steinwurf vom Stadion Trinermatte aufgewachsen, war der Weg zum Fussball für den Zofinger praktisch vorgezeichnet. Mit vier Jahren trat er seinem Heimatverein bei, eine Dekade später wurde er vom FC Basel bei der Aargauer Regionalauswahl entdeckt. Der Teenager musste sich den Wechsel nicht zweimal überlegen: «Wenn man es als Fussballer schaffen will und der FCB anklopft, sagt man zu!» Zudem profitierte Manuel Weber von den Erfahrungen seines zwei Jahre älteren Bruders Michael, der – mit der Zwischenstation FC Aarau – den gleichen Weg eingeschlagen hatte. «Er war eine grosse Hilfe. Dank ihm wusste ich, was mich erwartet.»

Der Werdegang des Teenagers im rotblauen Dress verlief allerdings nicht hindernisfrei. In der U16 kam er nur selten zum Einsatz, in der U17 wegen eines Kreuzbandrisses praktisch gar nicht. Erst im Vorjahr in der U18 drängte er sich in den Vordergrund und erkämpfte sich einen Stammplatz. Dass Manuel Weber diesen Status im Sommer auch in der U21 halten konnte, kam für ihn dennoch überraschend: «Der Wechsel auf diese Stufe ist vor allem körperlich ein viel grösserer. Die Partien in der Promotion League sind in Bezug auf Rhythmus und Physis deutlich anspruchsvoller.»

Weber kann das Spiel lesen

Obwohl er erst Anfang Oktober seinen 18. Geburtstag gefeiert hat und damit zu den Jüngeren in der U21 gehört, bezeichnet der Aargauer seine Leaderqualitäten als grösste Stärke: «Ich bin auch verbal aktiv und kann unser Spiel organisieren.» Sein Trainer Thomas Häberli bezeichnet Weber derweil als «intelligenten Strategen, der ein Spiel lesen kann». Verbesserungspotenzial sieht Weber vor allem in puncto Schnelligkeit und Spritzigkeit. «Und noch ein wenig zu wachsen, wäre auch schön», lacht der 171 Zentimeter grosse Hobbykoch, der abseits des Platzes eine Lehre als Elektroplaner absolviert.

Während Michael Weber den Durchbruch beim FCB nicht geschafft hat und seit dieser Saison für den FC Wohlen seine Schuhe schnürt, darf Manuel weiter auf den Sprung ins «Eins» hoffen. «Das ist mein Ziel, dafür gebe ich alles!» Er ist sich bewusst, dass es Zentrumsspieler diesbezüglich viel schwerer haben als Aussenspieler. Dennoch denkt er nicht daran, sich «umschulen» zu lassen: «Ich fühle mich wohl im Mittelfeld und bleibe meiner Position treu!»