Volleyball

Der VBC Laufen erzwingt eine «Belle»

Laufen machte Zürich einen Strich durch die Rechnung.  Nars-Zimmer

Laufen machte Zürich einen Strich durch die Rechnung. Nars-Zimmer

Im Playoff-Final um den Aufstieg in die NLB kommt es am Mittwoch zwischen Laufen und Voléro in Zürich zur dritten und entscheidenden Partie. Gestern siegten die Baselbieter gegen Voléro mit 3:1.

Die Ausgangslage zwischen dem VBC Laufen und Voléro Zürich war denkbar einfach. Die Zürcher hatten die erste Partie mit 3:0-Sätzen gewonnen, doch trotz der Niederlage hatten die Baselbieter bewiesen, dass die Zürcher nicht kampflos wieder in die zweithöchste Liga aufsteigen werden. Die Satzresultate von 25:22, 25:21 und 25:21 zeigen, dass «der Match umstrittener als das finale Skore war», wie im Matchprogramm zu lesen war.

Voléro hatte alle 18 Gruppenspiele – «meist mit links», wie ein Betreuer durchaus stolz sagte – gewonnen. Das Satzverhältnis von 54:9 zeigt, dass der gestrige Rivale der Laufner «in die Nationalliga B zurückkehren muss», wie Laufen-Trainer Drahoslav Greso im Vorfeld der zweiten Playoff-Partie erklärte. Denn auch in der ersten Playoff-Runde war die zweite Mannschaft des TV Schönenwerd für die Zürcher Gradmesser gewesen, da Voléro beide Matches mit 3:0 gewann.

Günthor - die Attraktion

Doch gestern war vieles anders. Die Laufner Equipe steigerte sich im Vergleich zum ersten Match in allen Bereichen. «Wir schlugen besser auf, unsere Réception war weniger fehleranfällig und die Blockarbeit am Netz gut», fasste Trainer Greso (51) die Partie in wenigen Sätzen zusammen.

Voléro stellte mit dem 210 Zentimeter grossen Urs Günthor nicht nur den längsten Akteur der 1. Liga, sondern auch eine Attraktion. Wenn es gelingt, den Aussen- und Diagonalangreifer am Netz mit Angriffsbällen zu «füttern», dann schmettert der 30-Jährige diese nicht nur wuchtig ins gegnerische Feld, sondern schiesst schon ab und zu einen Rivalen förmlich ab. Günthor war einst beim europäischen Spitzenklub VfB Friedrichshafen und in der Nationalliga A bei Lausanne UC unter Vertrag. Und mit dem italienischen Studenten Matteo Seita (29) spielt ein weiterer Mann bei Voléro, der mit Günthor für gut 80 Prozent der Punkte sorgt.

Greso setzte ein Zeichen

Laufen ist dafür im Kollektiv stärker. Auch wenn zwei oder drei Akteure von der Anfangsformation pausieren, bleibt das Niveau stabil. Und als im zweiten Satz die Laufner einen Durchhänger hatten (16:22), wechselte sich der Trainer, trotz seiner 51 Jahre, ein. Greso konnte den Satzverlust zwar nicht mehr abwenden, doch der Slowake und frühere Trainer von Sm’Aesch Pfeffingen setzte damit ein Zeichen. Und brachte Ruhe ins Spiel seiner Mannschaft.

Während beim VBC Laufen die Balance und Aufopferungsbereitschaft zwischen Angriff und Defense stimmte, wollte Voléro nur mit Offensivspiel den Match gewinnen und abends in Zürich den Aufstieg feiern.

Der Heimvorteil und die Austragung unter der Woche mag für Voléro sprechen. Das Momentum jedoch liegt beim VBC Laufen, der auch übermorgen Mittwoch in der Sporthalle Im Birch auf den Support zählen kann. «Auch wir wollen aufsteigen», sagt Drahoslav Greso trocken. Es ist eine simple Feststellung, die in Zürcher Ohren aber durchaus als Warnung und Drohung verstanden werden darf.

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