FC Basel
Der verbissene Kampf ums Filmgeschäft: Der designierte FCB-Präsident Burgener hat nicht nur Freunde

Bernhard Burgener macht mit Sport und Film Millionen. Er hat sich damit nicht nur Freunde gemacht. So führt er mit dem Deutschen Dieter Hahn seit Jahren einen verbissenen Machtkampf. Er ging eben in die nächste Runde.

Sébastian Lavoyer
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«Wir müssen das Gespräch suchen und eine Lösung finden. Ich will Frieden», sagt der designierter FCB-Präsident Bernhard Burgener.

«Wir müssen das Gespräch suchen und eine Lösung finden. Ich will Frieden», sagt der designierter FCB-Präsident Bernhard Burgener.

Keystone

Bernhard Burgener ist ein umtriebiger Mann. Er will künftig nicht nur die Geschicke des FC Basel leiten, nein, er vermarktet die Champions League genauso wie den Eurovision Song Contest, produziert Filme, baut Marmor ab und sitzt in 17 Verwaltungs- oder Stiftungsräten. Seine Zeit ist knapp, Interview-Termine schwer zu ergattern. Nach der ausserordentlichen Generalversammlung von heute Abend wird er zwei Wochen abwesend sein. Deshalb dürfte Burgener die Strukturen der FC Basel Holding AG und der FC Basel 1893 AG so anpassen, dass es ihn im Alltag nicht braucht.

Fussball ist für Burgener aber nicht nur Geschäft, insbesondere der FC Basel ist eine Herzensangelegenheit. Er wird zwar weit weniger ins Tagesgeschäft involviert sein als Bernhard Heusler, aber er wird mit Sicherheit darum besorgt sein, dass «sein» FCB in besten Händen ist. Denn liegt Burgener etwas am Herzen, kämpft er darum. Das zeigt sich derzeit an der Constantin Film AG.

Film: Geschäft und Leidenschaft

Burgener machte seine erste Million mit dem Verleih von Videokassetten. Er baute das Geschäft auf, verkaufte dann an das Medienhaus Ringier und kaufte es wieder zurück. Film war für Burgener immer mehr als nur Geschäft. Als er vor zweieinhalb Jahren von der «Handelszeitung» gefragt wurde, wie viele Filme er besitze, antwortete er: «Derzeit sind es rund 8600 DVDs und 4000 Blu-rays.»

1994 stieg Burgener bei der Highlight Communications AG ein, 1999 übernahm er das Unternehmen. 2002 erwarb die Highlight Communications erste Anteile an der Constantin Film AG. Bis Ende 2003 besass sie eine Aktienmehrheit und unterdessen ist sie voll im Besitz der Highlight. Zusammen mit Produzent Bernd Eichinger brachte Burgener unter anderem Filme wie «Das Parfüm», «Resident Evil» oder «Fack ju Göthe» raus. Eichinger sagte einst: «Der hats faustdick hinter den Ohren. Er hat mir meine Firma weggenommen. Aber ich arbeite immer noch für ihn.»

Burgener und Eichinger seien Freunde geworden. Doch 2011 starb Eichinger unverhofft. Kurz darauf begann das Tauziehen um Constantin Film. Burgener will unbedingt weiter am Geschäft mit dem Film festhalten. Sein Kontrahent Dieter Hahn, einst rechte Hand von Medienunternehmer Leo Kirch und Chef des Aufsichtsrats der Constantin Medien, will das Filmgeschäft veräussern. 200 Millionen soll der Verkauf einbringen. Geld, das Constantin Medien braucht, im April 2018 wird bei Constantin Medien eine Anleihe über 65 Millionen Euro fällig.

Streit statt Frieden

Die beiden Streitparteien sind gegenseitig an ihren Unternehmen, der Constantin Medien und der Highlight Communications, beteiligt. Ein hochkomplexes juristisches Geflecht verbindet sie. Noch Mitte März sagte Burgener zu «onlinereports.ch»: «Wir müssen das Gespräch suchen und eine Lösung finden. Ich will Frieden.» Mit Gesprächen war nichts. Burgener gründete Ende März zwei Stiftungen, mit denen er die Kronjuwelen der Highlight Communications AG schützen will: die Constantin Film und die TEAM-Gruppe, welche die Champions-League-Rechte vermarktet.

Die Highlights hat den Stiftungen «Optionen zum zeitweisen Erwerb der Mehrheit der Stammaktien» eingeräumt, wie die «Schweiz am Wochenende» berichtete. Ziel: Die Stiftungen können die Kontrolle über die Kronjuwelen der Highlights übernehmen – und damit die Absichten von Constantin Medien, die Constantin Film zu verkaufen, durchkreuzen. Dagegen ist Constantin Medien vorgegangen, hat beim Baselbieter Gericht eine superprovisorische Verfügung erlangt, die vorerst der Highlight untersagt, ihre Aktien an Constantin Film und TEAM an die Stiftungen zu veräussern.

Burgener wiederum versucht nun, die Kräfte zu bündeln und seinen Einfluss auf das Mutterhaus, die Constantin Medien, zu vergrössern. So komplex das juristische Hickhack ist, im Grunde geht es um den Showdown zwischen Burgener und Hahn. Klar ist: Von Frieden, wie Burgener ihn anstrebte, kann keine Rede sein. Die beiden Kontrahenten bekämpfen sich mit allem, was ihre Anwälte zu bieten haben. Ob das gute Vorzeichen sind, um einen Klub wie den FC Basel zu übernehmen?