EHC Basel/KLH
Der Weg der neuen Vernunft – Erstes Heimspiel ist gewonnen

In Basel wird wieder Eishockey gespielt und das in der 1. Liga – Ein Auftritt voller neuer Bescheidenheit, regionaler Verankerung und 983 Zuschauern – Der Zuschaueraufmarsch in der St. Jakob-Arena stellt einen neuen Ligarekord dar

Daniel Monnin
Merken
Drucken
Teilen
Zwar würde die St. Jakob-Arena noch viel mehr Platz bieten, doch die 983 Zuschauer beim ersten Basler Erstliga-Heimspiel bedeuten Ligarekord.

Zwar würde die St. Jakob-Arena noch viel mehr Platz bieten, doch die 983 Zuschauer beim ersten Basler Erstliga-Heimspiel bedeuten Ligarekord.

Uwe Zinke/Sportives

Am 28. Februar 2014 spielen die Sharks ihr letztes Heimspiel der Saison 2013/2014. Es ist das vierte Playoff-Spiel gegen Langenthal, drei Tage nach dem historischen ersten Playoff-Sieg seit dem 1. März 2008. 1535 Zuschauer erleben eine spannende Partie.

Sieben Monate und elf Tage später, nach dem unrühmlichen Ende des Profi-Eishockeys in Basel, spielt das regionale Erstliga-Team Basel/KLH, so etwas wie die legitimen Nachfolger der Haifische, sein erstes Heimspiel in der St. Jakob-Arena. Die spannende Frage vor dem Spiel: Sind die Basler aus ihrer Eishockey-Lethargie erwacht? Stehen die Hardcore-Fans auch zu «ihrem» Erstliga-Team?

Manches ist neu, manches ist bekannt

60 Minuten vor dem Spiel das übliche Bild, ein paar Leute sind bereits vor Ort, das Restaurant ist gut gefüllt wie zu «alten NLB-Zeiten», draussen laufen sich die Spieler warm und spielen Fussball. Nichts Neues, man wähnt sich zurück in der letzten Saison, als die (Profi-) Welt noch in Ordnung war. Die grimmigen Porträts der Sharks «lächeln» einem in der Eingangshalle immer noch an, man begegnet vielen bekannten Gesichtern.

Doch dann – kurz vor Spielbeginn – ändert sich alles: Eine neue (weibliche) Stimme stellt die Mannschaften vor, die Basel-Spieler laufen zu Live-Dudelsack-Klängen und der Melodie «Amazing Grace» aufs Eis und Präsident Hans-Peter Gerber begrüsst per Mikrofon auf dem Eis alle persönlich. Der Schritt zurück zur Bescheidenheit und Bodenständigkeit?

Zuschauerrekord

Nun, Erstliga-Eishockey ist nicht NLB-Eishockey, nicht im sportlichen und finanziellen Bereich – das Budget von 1.1 Mio Franken macht nur noch knapp ein Viertel der NLB-Aufwände aus – und schon gar nicht in Sachen Zuschauerinteresse. Die Zuschauerzahlen in der laufenden 1. Liga-Meisterschaft schwankten – bis gestern – zwischen 60 und 768.

Interessanterweise schafft ausgerechnet jener Klub, bei dem der Profibetrieb nicht mehr tragbar respektive erwünscht war, in seinem ersten Heimspiel einen neuen Rekord. Rund 700 Saisonkarten haben die Basler verkauft, gestern wurde die Rekordzahl von 983 Zuschauern registriert.

Gelungener Neustart

Die Interpretation dazu lässt Spielraum offen. Spielt jetzt plötzlich die «regionale Integration»? Kann sich der Eishockey-Fan mit dem EHC Basel/KLH und dem Baslerstab statt des Haifischs im Logo besser identifizieren als mit den «fremden Fötzeln» und den Management-Fehlern der letzten Jahre?

Präsident Hans-Peter Gerber spricht von «einem gelungenen Neustart. Da spielt eine Mannschaft mit viel Herz, auch wenn sportlich noch nicht alles nach Plan läuft». Neben dem Eis zeichne sich ab, dass «Eishockey in Basel überleben kann.» Und das nicht nur in der 1. Liga, aber davon zu sprechen erachtet Gerber als verfrüht. Deshalb will er weiter konsequent in den Nachwuchs und die Ausbildung investieren.