Badminton
Der Weltverband hat entschieden: Die Badminton-WM 2019 findet in Basel statt

Das Council der Badminton World Federation (BWF) hat heute in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur entschieden, dass die Badminton-Weltmeisterschaft 2019 in Basel ausgetragen wird.

Georges Küng
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Momentan findet in Basel das YONEX Swiss Open statt.

Momentan findet in Basel das YONEX Swiss Open statt.

Keystone

Am Donnerstagnachmittag hatte sich Charles A. Keller, der Turnierchef der YONEX Swiss Open, von OK-Präsident Christian Wackernagel verabschiedet. Dem einen der beiden „Turnierväter“ stand eine lange, vierzehnstündige Flugreise nach Südostasien bevor. Denn Keller war jener Mann, der – zusammen mit einem Verbandsvertreter – in den letzten Stunden „weibeln“ sollte, damit die 2019 renovierte St. Jakobshalle zu einem grossen Sport-Event mit weltweiter Ausstrahlung kommt.

In den letzten Wochen waren Stimmen laut geworden, dass Tokio, der Mitbewerber, versuchen würde, mit viel „cash“ die Delegierten umzustimmen. Denn alles sprach für Basel als Austragungsort der WM 2019. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich Europa und Asien mit der Durchführung der Weltmeisterschaften abwechseln. Die diesjährige WM wird Glasgow austragen, jene im 2018 wird in einem noch zu bestimmenden asiatischen Land stattfinden.

Basel «als Nabel der Welt»

Kurz nach 20 Uhr Ortszeit fiel in Kuala Lumpur der Entscheid – klar und ohne Wenn und Aber für Basel. Die Meldung erreichte die mit Spannung wartenden Organisatoren der Swiss Open kurz nach 12 Uhr in der „Joggelihalle“. Und damit war das Final-Wochenende bereits lanciert. „Freude herrscht, grosse Genugtuung und eine absolute Aufbruchstimmung“, so der Tenor bei OK-Präsident Wackernagel und den vielen Hunderten von Helfern, ohne die es keine Swiss Open, und auch keine WM, geben würde.

Das YONEX Swiss Open in Basel:

Der beste Badminton-Spieler der Welt: Der Chinese Lin Dan.
6 Bilder
Lin Dan ist zweifacher Olympiasieger und fünffacher Weltmeister.
Die Schweizerin Sabrina Jaquet.
Die Schweizerin Sabrina Jaquet.
Die Schweizer Pierrick Deschenaux (vorne) und Oliver Schaller (hinten) im Doppel.
Die Spieler im Training.

Der beste Badminton-Spieler der Welt: Der Chinese Lin Dan.

Keystone

Dass die Badminton-WM 2019 in Basel durchgeführt wird, ist für den Veranstaltungsort Basel ein grosser Gewinn. Ausschlaggebend für den Entscheid waren insbesondere die langjährigen Erfahrungen mit der alljährlichen Organisation der Yonex Swiss Open (die heuer zum 27. Male durchgeführt werden), die zentrale Lage Basels in Europa sowie die Sanierung und Modernisierung der St. Jakobshalle, welche eine parallele Durchführung der Para-Badminton-WM möglich macht. All dies hatte Tokio nicht zu bieten. Die japanische Hauptstadt wollte die WM 2019 als Hauptprobe für die Olympischen Sommerspiele 2020 „verkaufen“. Und scheiterte.

Weltweite Medienaufmerksamkeit

Die Badminton-WM wird in der zweiten Augusthälfte 2019 ausgetragen. Die erwartete mediale Ausstrahlung, insbesondere im asiatischen Zielmarkt, wird beachtlich sein: Die Organisatoren gehen davon aus, dass gegen 150 in- und ausländische Me- dienschaffende über den Grossanlass berichten werden. Sechs Tage Live-TV-Übertragungen in rund 100 Ländern mit über einer Milliarde Haushalten (in Zahlen: 1'000'000'000!) sowie ein weltweites Live-Streaming sind vorgesehen.

Die Veranstalter erwarten gut 25‘000 Zuschauerinnen und Zuschauer aus ganz Europa, gegen 400 Sportlerinnen und Sportler aus rund 50 Nationen sowie rund 300 Offizielle. Entsprechend beachtlich ist auch die touristische Wertschöpfung des Anlasses, der gemäss Schätzung wohl 10‘000 Hotelübernachtungen generieren wird.

Veranstalter der Badminton-WM ist der nationale Verband „Swiss Badminton“, welcher jedoch die operative Umsetzung an die Basler Organisatoren der Yonex Swiss Open überträgt. Das Budget der Badminton-WM beträgt gegen drei Millionen Franken. Der Swisslos-Sportfonds Basel-Stadt wird 750‘000 Franken an die Weltmeisterschaft beisteuern.

Einen ersten Vorgeschmack, wie attraktiv, spannend und spektakulär Badminton auf Weltklasse-Niveau erhält man an diesem Wochenende, wenn samstags die Halbfinal- und am Sonntag die Finalpartien über den Centre Court gehen.