Der 19-jährige Bieler Verteidiger ist nach seinem leihweisen Wechsel in Basel bestens angekommen. Rouiller schaut nach schwierigen Phasen in Biel wieder vorwärts und hat bei den Sharks seine Unbekümmertheit, seine Spielfreude und sein Selbstvertrauen wiedergefunden. Der exzellente Techniker mit dem unbändigen Offensivdrang fühlt sich in seinem neuen Umfeld, bei seinem «alten» Trainer und altbekannten Kollegen mehr als wohl. «Alles stimmt», sagt er lächelnd.

Rouiller arbeitet in Basel nicht nur mit seinem ehemaligen Trainer und Mentor Dino Stecher zusammen, er wohnt auch gleich bei und mit Freunden: Zusammen mit den beiden Bernern Marco Müller und Julian Schmutz in Allschwil in einer WG. «Mit Marco habe ich schon bei den Minis zusammengespielt, Julian kenne ich seit der U13-Auswahl.» Der Bieler «ersetzt» in der WG Sämi Kreis, der mehr beim SC Bern als in Basel zum Einsatz kommt. Und er hat an der Baselmattstrasse auch eine neue Rolle übernommen: «Ich bin der neue Chefkoch», eine Aufgabe, die er mit Hingabe erfüllt.

Keine Bedenkzeit benötigt

Die Nähe von Müller und Schmutz, der gewohnte Umgangston von Trainer Dino Stecher, mit dem er seit vier Jahren zusammenarbeitet, haben dem verunsicherten Rouiller gut getan. Stecher war es auch, der den Ausschlag zum Transfer gab. «Ich habe ihn angerufen und mit dem Vorschlag konfrontiert», erinnert sich Stecher und Rouiller fügt bei, da habe er nicht lange überlegen müssen.

«Er hat grosses Potenzial»

Stecher weiss um die Qualitäten des 19-Jährigen, er kennt aber auch seine Schwächen und er weiss, wie er ihn nehmen muss. «Anthony hat grosses Potenzial, sein Weg ging immer steil aufwärts, manchmal auch ohne grosse Widerstände, nun ist sein Aufstieg ins Stocken geraten, das hat ihn mehr irritiert als ihm lieb war.» Rouiller wisse, dass er viel von ihm halte und er wisse auch, wie er mit seiner, manchmal auch etwas harschen Kritik umgehen müsse, sagt Stecher.

Der Einstieg in Basel ist dem Offensivverteidiger nach Wunsch gelungen: Er brilliert wieder, lässt mit seinen schnellen Beinen Gegner wie Pilonen stehen, spielt in Überzahl seine Spielmacher-Qualitäten aus, doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: oft treibt ihn sein Offensivgeist an den Rand des Verderbens, bleibt er hängen und sorgt damit ungewollt für Gefahr. Das weiss er und das weiss auch Dino Stecher, der ihn jeweils wieder auf den Boden der Realität zurückholt. Dabei geht es Stecher keineswegs darum, «die Genialität in seinem Spiel zu kastrieren, das wäre der falsche Weg.» Doch vor dem eigenen Tor, im Kampf Mann gegen Mann, fehlen dem schmächtigen Bieler noch ein paar Pfunde und eine gewisse Härte und Abgeklärtheit, um sich in der obersten Spielklasse durchzusetzen. «Basel und Dino Stecher geben mir die Möglichkeit, daran zu arbeiten, mich weiterzuentwickeln,» sagt Rouiller, der sich trotz Wechsel in die NLB hohe Ziele setzt: «Die Playoffs frühzeitig sichern und den Sprung an die U20-WM Ende Dezember schaffen.»

Der Ratschlag vom Trainer

In den dezimierten Abwehrreihen der Sharks hat Rouiller in den letzten Spielen einen starken Eindruck hinterlassen, vor allem defensiv. Dass er dabei – zum Beispiel in La Chaux-de-Fonds – auch offensive Akzente setzte und Tore schoss und vorbereitete, macht ihn zu einem wichtigen Eckpeiler in Basels Team, bringt ihn aber auch der U20-WM einen Schritt näher.

Die Teilnahme ab dem 26. Dezember in Malmö wünscht ihm auch Dino Stecher, auch wenn er in einer entscheidenden Meisterschaftsphase während 7 oder 8 Spielen auf seine Jung-Nationalspieler wird verzichten müssen. Das Rezept für weitere Erfolge gibt Stecher seinem Schützling gleich mit: «Geduld haben, bereit sein, einen Umweg zu gehen und hart an sich arbeiten, jeden Tag und in jeder Beziehung etwas mehr als bisher.»