Biathlon

Der Zeglinger Mario Dolder erobert die Biathlon-Hochburg

Mario Dolder ist für das Einzelrennen über 20 km gesetzt. key

Mario Dolder ist für das Einzelrennen über 20 km gesetzt. key

Vor vier Jahren bestritt Mario Dolder in Ruhpolding mit der Junioren-WM seinen ersten internationalen Wettkampf. Nun kommt der 21-Jährige aus Zeglingen in der bayrischen Biathlon-Hochburg auch zur WM-Premiere auf höchster Stufe.

Gleich in seinem ersten Jahr in der Seniorenkategorie hat er sich dank guter Leistungen für die Titelkämpfe empfohlen. «Das ist gewaltig, was sie hier aufgestellt haben», sagt Dolder über das Stadion. Die Chiemgau-Arena wurde seit seinem letzten Start in Ruhpolding ausgebaut. Die Zuschauertribüne lässt die Stimmung erahnen, die in den kommenden Tagen herrschen dürfte. Organisatoren, Betreuer und Athleten sind auf einen Ansturm vorbereitet, wie ihn selbst das biathlonerprobte Deutschland noch nie gesehen hat. «Dass ich hier dabei sein darf, ist eine grosse Sache.»

«Ich bin reifer und abgeklärter»

Dolder ist aber nicht nach Ruhpolding gereist, um nur dabei zu sein. Nach den Ergebnissen der letzten Wochen – wie dem 9. Rang an der EM in der Slowakei – darf er zu Recht Ambitionen hegen, auch wenn er sich rangmässig keine Ziele setzt. «Wenn ich weiter so konstant schiesse und in der Loipe locker bleibe, ergibt das automatisch einen Rang, der meinen Vorstellungen entspricht.» Aus Fehlern bei seinen ersten Weltcupeinsätzen zu Beginn der Saison hat Dolder gelernt. «Ich bin als Sportler reifer und abgeklärter geworden», sagt er. «Am Anfang war ich oft verkrampft, weil ich es zu gut machen wollte.» Auch Coach Steffen Hauswald traut Dolder einiges zu. «Mario hat sich sehr erfreulich entwickelt. Wenn es gut läuft, liegt ein Rang unter den besten 20 drin.»

Das wäre ein schöner Erfolg für den jungen Athleten, dessen Leistungsentwicklung längst nicht abgeschlossen sein dürfte. Zum Biathlon kam Dolder, als Unterländer ein Exot in seiner Sportart, einst eher zufällig. Nachdem sein Langlauf-Lager wegen Schneemangels vom Glaubenberg nach Andermatt-Realp verschoben wurde, kam es dort beim Nachtessen zum Treffen mit dem damaligen Schweizer Nationalmannschaft, unter anderem mit Dolders heutigem Teamkollegen Simon Hallenbarter. Rasch war die Neugierde geweckt, und die Karriere des Baselbieters nahm seinen Lauf. Seit der Matur vor einem Jahr ist er Profi, nächsten Herbst wird er ein Bauingenieur-Studium an der ETH aufnehmen – als 50-Prozent-Fernstudium in doppelter Zeit. «Das wird ein Versuch», sagt Dolder. «Erste Priorität hat vorläufig der Sport. Wenn er sich mit dem Studium nicht vereinbaren lässt, werde ich dieses abbrechen.»

Noch ist die Loipe kompakt

Dolder wird in Ruhpolding mindestens ein WM-Rennen bestreiten. Für das Einzelrennen über 20 km am nächsten Dienstag ist er gesetzt, für weitere Einsätze hält er sich bereit. Flexibel bleibt er auch, was die Beschaffenheit der Loipe betrifft. Das erste Training mussten die Athleten gestern im Regen absolvieren, für die nächsten Tage sind steigende Temperaturen angesagt, was die Unterlage aufzuweichen droht. «Im Moment ist der Schnee noch kompakt und würde einen fairen Wettkampf erlauben.»

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