Es fehlte wenig und der BSC Old Boys hätte nächste Saison im Schweizer Cup gespielt. Dass es nicht so gekommen ist, hatte keinen der üblichen Gründe: Gegner Bassecourt war nicht besser und Schiedsrichter Yannick Carrard war stets auf Höhe seiner Aufgabe. Es war vielmehr der extrem holprige, de facto unzumutmare „Rasen“ im Stade de Grands-Prés, der ein Fussballspiel im eigentlichen Sinne praktisch verunmöglichte.

Die beiden Mannschaften überzeugten in puncto Kampfgeist und Siegeswille. An taktische Feinheiten wurde kein Gedanke verschwendet, denn die einzige Möglichkeit, zum Erfolg zu kommen, waren lange Bälle und die Hoffnung den zweiten Ball in Tornähe des Gegners zu sichern.

Immerhin je ein schöner Angriff pro Team kam zustande und wurde gleich mit einem Torerfolg gekrönt – Valentin Mbarga brachte die Gäste in der 25. Minute in Führung, Bastien Vitali glich nach 57. Minuten aus.

Wende in der Nachspielzeit

Als Valon Muslija per Penalty – Leonardo Farenga war im Strafraum gefoult worden – in der 71. Minute das 1:2 gelang, steuerten die Basler gar dem Auswärtssieg entgegen. Die Jurassier warfen in der Folge zwar alles nach vorne, doch der Zufallsgenerator sorgte dafür, dass ihnen in der letzten Zone die Bälle reihenweise versprangen.

Doch in der Nachspielzeit wendete sich plötzlich das Blatt: Ein OB-Versuch, für einmal gepflegt von hinten aufzubauen – auf diesem Platz eine „Todsünde“ –, ging nach hinten los und ermöglichte Brian Beyer den Ausgleich. Und der letzte weite Ball des Spiels sprang dermassen komisch auf, dass alle irritiert waren – bis auf Bassecourt-Joker Sofiane Jennane, der das Leder optimal traf und zum vielumjubelten Siegtreffer in den Maschen versenkte (93.).

„Ich kann den Jungs nichts vorwerfen, sie haben alles gegeben“, konstatierte Rafet Öztürk nach Spielschluss. Der OB-Sportchef konnte nicht erklären, wieso der Gegner den Cup-Fight gewonnen hatte. „Vielleicht hatte Bassecourt nach zwei Siegen in Serie das Momentum auf seiner Seite?

Doch in einem Spiel, in dem bei jeder Aktion der Ball verspringt, gibt es keinen richtigen Sieger!“ Den verpassten Einzug in die Cup-Hauptrunde bedauerte man bei den Gelbschwarzen, „doch derzeit haben wir andere Sorgen“, sagte Öztürk und meinte die 1.-Liga-Meisterschaft. Dort belegen die Old Boys in ihrer Gruppe den letzten Platz.