Um noch Chancen für die Playoffs zu haben, hätten nicht nur die „Wings“ ihre Heimpartie gegen Luzern gewinnen müssen, sondern Schlusslicht Winterthur hätte zuhause den Noch-Meister Monthey bodigen müssen. Doch bevor in der Sporthalle Birsfelden der Sprungball das Duell der beiden Erzrivalen aus Birsfelden und der Innerschweiz auslöste, wusst man, dass „Winti“ gegen die Walliser nicht gewinnen konn­te.

Denn bei den Zürchern fehlten, wie vor einer Woche in Birsfelden, mit Kevin Madiamba und Jeyvi Miavivululu die beiden besten Schweizer (Auswahl-)Spieler. Und neu war zudem mit Ricky Price (USA) der „Tätschmeister“ - ihr Aufbauer, Spielmacher und Topsko­rer in Personalunion – indispo­niert. Somit war der Weg für den Champion 2017, der von deutlichen Zerfallserscheinun­gen befallen ist, frei. Der 73:55-Erfolg war nie gefährdet – wir wagen die These, dass mit Price die Partie sehr, sehr offen gewesen wäre.

Bis zu 30 Punkte Vorsprung

Die Starwings erfüllten ihre Hausaufgaben. Sie taten dies zeitweise brillant und waren Lu­zern, das in der 1. Runde in Birsfelden gewonnen hatte (diese zwei Punkte fehlen jetzt schmerzlich), klar überlegen. 12:4 nach fünf Minuten (Spielmacher Petar Babic er­zielte acht der ersten neun Baselbieter Zähler) und ein 74:50 nach 25 Minuten machten deutlich, dass über den Ausgang der Partie nie Zweifel herrschten.

Vor der Partie war Center Ne­manja Calasan (34) als Mobiliar Top Skorer ausgezeichnet worden – im Spiel selber blühte der serbische Center erst im dritten Viertel auf. Doch vorgängig hatten Babic, Allyn Hess (beeindruckende Wurfquote) und der explosive Brunelle Tutonda für die „Musik“, in Form von Punkten, gesorgt. Zeitweise lagen die Gastgeber mit 30 Punkten in Führung – erst, als der gesamte „zweite Anzug“, konnte der Gast ein wenig Resultatkosmetik betreiben.

Aber auch Branislav Kostic und Björn Schoo hinterliessen beim letzten Saison-Heimspiel einen guten Eindruck. Luzern hatte im „Wirbelwind“ Austin Chatman seine beste Waffe – der Amerikaner erzielte in den ersten 20 Minuten gleich 20 Zähler. Seine restlichen sieben Teamkollegen kamen auf 17 Punkte. Auch das ist Schweizer Basketball. Beim Gast wuss­te der 17-jährige Alexios Birboutsakis, der gleich 14 Punkte erzielte, zu gefallen. Dass  in der Nachwuchsförderung Central, zumindest in den Kategorien U14 bis U18, führend ist, hat man auch in der Romandie und im Tessin zur Kenntnis genommen.   

„Wings“ würdiger als der Meister

Erst in den drei letzten Matches dieser verflixten 13. Nationalliga-A-Spielzeit 2017/19 war das Birstaler Kombinat komplett – auch wenn die allermeisten Akteure ihre „Bobos“ mit­schleppten. Aber die feinen Erfolge in Monthey und Lausanne sowie gegen Luzern bewei­sen, dass die Unterbaselbieter „en grand complet“ zu­mindest Platz 7 und 8 erreicht hätten. Sie können diese von Verletzungen und Unbill durchsetzte Saison am kommenden Sams­tag im Wallis mit einem (unnützen) Erfolg gegen den BBC Monthey beenden.

Und aufzei­gen, dass sie der würdigere Rivale in den Viertelfinal-Playoffs für den Tabellenersten und Titelkandi­daten Fribourg Olympic gewesen wären als der Meister, der heuer nur durch teu­re Spielereinkäufe, Entlassungen, Trainerwechsel und Dissonanzen mit dem Verband und Refs auf sich aufmerksam machte.