Léo Lacroix ist die dritte Nummer eins in der Innenverteidigung des FC Basel. So wurde er von Sportchef Marco Streller vorgestellt. Die Erwartungen waren gross, auch, weil er den unglaublich starken Manuel Akanji ersetzen sollte. Nur: Erfüllen konnte Léo Lacroix diese Erwartungen nie ganz. Sein Kaltstart, als er nur wenige Tage nach seinem Transfer zum FCB in Thun in der 58. Minute für den verletzten Eder Balanta ins Spiel kam, war sicher nicht förderlich. Lacroix hatte keine Zeit, sich zu adaptieren. Das konnte er in seinem Spiel nie ganz verbergen. Oft war der 1,97-Meter-Hüne eher Unsicherheitsfaktor denn unüberwindbar. Gleich in seinen ersten Spielen unterliefen im kapitale Fehler – so zum Beispiel bei der 0:2-Heimpleite gegen St. Gallen – die dem Gegner Tore ermöglichten.

Je länger Lacroix in Basel war, umso sicherer wirkte er. Die Fehler wurden weniger, so grob wie zu Beginn waren sie gar nie mehr. Und doch: Argumente, damit ihn der FC Basel unbedingt fix verpflichten will (Lacroix ist nur bis im Sommer ausgeliehen), hat er kaum liefern können. Neben seiner situativen Unsicherheit hat Lacroix auch nicht jene Spielauslösung, die man sich beim FCB wünscht und von der viel vom Spiel der Basler abhängt. Wie wichtig diese Trainer Raphael Wicky ist, zeigte sich nicht zuletzt, als er Fabian Frei in die Innenverteidigung beorderte und diesen von dort das Spiel aufbauen liess. Frei zeigte in der Dreierkette seine besten Spiele.

Bis Ende April muss der Verein entscheiden, ob er die Kaufoption ziehen und den von Saint-Etienne ausgeliehenen Lacroix fest an sich binden will. Offiziell will der Verein noch nichts dazu sagen, doch es gibt gleich drei Gründe, die dagegen sprechen:

1. Der wiedergenesene Kolumbianer Eder Balanta

Eder Balanta scheint endlich wieder fit zu sein. Ist dem tatsächlich so, dann wird er spielen. Denn der kolumbianische Nationalspieler ist nicht nur hochveranlagt, sondern auch höchst wertvoll auf dem Transfermarkt. Ihn will man dereinst für eine ähnliche Millionensumme wie Akanji verkaufen können. Dazu muss er aber spielen und ist folglich so gut wie gesetzt. Definitiv gesetzt ist Marek Suchy, den Wicky immer aufstellt, wenn der Captain nicht gerade eine Sperre absitzen muss. In der Viererkette sind die Positionen in der Innenverteidigung also besetzt.

2. Der zurückkehrende Basler Eray Cümart

Zum anderen, weil mit Eray Cümart im Sommer ein eigener Junior, aktuell noch an den FC Sion ausgeliehen, nach Basel zurückkehren wird. Cümart erlitt zwar vor zwei Wochen eine Schulterverletzung – zum zweiten Mal in seiner jungen Karriere – ist in den Planungen Wickys aber dennoch sehr wichtig, wie dieser kürzlich sagte. Natürlich unter der Prämisse, dass Cümart wieder an sein bis zur Verletzung erreichtes Niveau herankommt. Das kann zwar noch Monate dauern, sollte es aber klappen, wird er spielen. Vor allem in der Dreierkette spricht damit viel für die Kombination aus Suchy, Balanta und Cümart. Bis Letzterer fit ist, wird Frei aushelfen.

3. Der neuentdeckte Grieche Konstantinos Dimitrou

Und Lacroix? Für den ist in beiden Systemen kein Platz. Auch, weil er technisch am wenigstens beschlagen ist. Vor allem aber kommt hinzu, dass der FC Basel allem Anschein nach noch einen weiteren Spieler für die Innenverteidigung verpflichtet hat. Offiziell ist noch nichts, doch soll es sich nach Informationen der «Schweiz am Wochenende» um einen jungen Griechen handeln. Die «Tageswoche» will auch seinen Namen kennen: Konstantinos Dimitriou, 18 Jahre jung, U-20-Nationalspieler Griechenlands und aktuell noch in der U20 von PAOK Thessaloniki. Mit ihm hätte der FCB – neben dem ebenfalls dem Kader der ersten Mannschaft angehörenden Yves Kaiser – noch eine Option.

Lacroix wird also, kaum einigermassen eingelebt in Basel, die Schweiz wieder verlassen müssen. Bei seinem Klub Saint-Etienne besitzt er noch einen Vertrag bis Sommer 2020. Ein Verbleib dort ist aber spätestens seit dem Zuzug von Ex-Dortmund-Verteidiger Neven Subotic unwahrscheinlich. Eher könnte es Lacroix nach England in die Premier League ziehen. Von dort besteht seit Monaten Interesse von Everton, auch West Bromwich Albion soll ein Auge auf ihn geworfen haben. Welches Trikot Lacroix aber in der Saison 2018/2019 tragen wird, ist noch schwer abzuschätzen. Bloss: Jenes vom FC Basel wird es kaum sein.