Rollhockey
Deutsches Derby in Schweizer Meisterschaft

Die Rollhockey-Teams Weil und Aufsteiger Friedlingen trennen sich in der höchsten Schweizer Spielklasse 5:5 unentschieden.

Von Georges Küng, Weil am Rhein
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Berner Klubs und Vereine aus der Romandie bildeten lange Zeit die Nationalliga-A-Meisterschaft. Dann wechselte der RSV Weil am Rhein in den Schweizer Verband; denn diese 30 000 Einwohner zählende Stadt vor den Toren Basels war es müde, jedes Wochenende bis zu 1200 Kilometer für Wettkampfpartien zurückzulegen. Dass die Weiler vor zwei Jahren Doublesieger wurden, soll einige Schweizer Klubs gewurmt haben.

Heuer spielen schon zwei Weiler Vereine in der höchsten Schweizer Liga mit. Der RHC Friedlingen, im Frühling 2009 von Roger Ehrler, dem Mister Rollhockey schlechthin, gegründet, macht sich auf, das Oberhaus aufzumischen. Brisant ist die Tatsache, dass der Basler Ehrler, für sein grosszügiges Engagement in der internationalen Rollhockey-Szene bekannt, lange Jahre den RSV Weil am Rhein supportiert und für den Sprung an die Spitze gesorgt hatte. Sein Abgang vom RSV sowie die Mitnahme dreier Schlüsselspieler (Jordi Camps, Sébastien Landrin und Tobias Mohr) sorgte zumindest für Emotionen, bei einigen vielleicht sogar für Dissonanzen.

Und nun standen sich der Traditionsklub RSV Weil am Rhein, individuell sicher schwächer besetzt als der Ortsrivale, und der Newcomer RHC Friedlingen gegenüber. Der Gast mit dem Katalanen Camps und den beiden Franzosen Landrin und Rémi Lasnier, die Berufsspieler sind. «Wir sind Amateure und wollen gewinnen; die anderen sind Profis und müssen siegen», hatten die RSV-Akteure vor dem Match gegenüber den Lokalmedien erklärt.

Und dann lag Weil nach drei Minuten in Führung. Lange Zeit fand Friedlingen kein Rezept, um die homogenen Weiler in Bedrängnis zu bringen. Es brauchte die Sonderklasse und Einzelaktionen von Landrin in Form eines Hattricks, um den «Gast» in Führung zu bringen. Als Camps, letztes Jahr in der Nationalliga pro Match für sechs Tore gut, sich auch in die Torschützenliste und den Neuling mit 5:3 in Führung brachte, schien die Entscheidung gefallen zu sein.

Doch Sache Wörner mit einer Doublette besorgte den nicht unverdienten Ausgleich für die Weiler. Bei beiden Teams standen zwei Schweizer im Mittelpunkt. Beim RSV Weil am Rhein war der aktuelle Schweizer Nationaltorhüter, Daniel Dietrich, der Fels in der Brandung respektive Abwehrschlacht, während Pascal Ingold, ein weiterer Schweizer Internationaler, das 2:0 erzielte. Bei Friedlingen gab Jörg Ottmann, früherer Schweizer Nationalkeeper, sein Comeback und verlieh der bis dato anfälligen Defensive mehr Sicherheit.