Nach Abschluss des ersten Spieltags der 2.-Liga-regional-Meisterschaft 2012/2013 Anfang August liess ein Blick auf die Resultate nichts Gutes erahnen: Etliche Mini-Siege und Geiz-Resultate wie 2:1 und 1:0 standen nämlich auf dem Papier. Man musste sich fragen, ob das neu eingeführte Strafpunktereglement etwa zur Folge hat, dass es nur noch knappe Spielausgänge gibt, und dass ein Team, nachdem es führt, die Offensivbemühungen einstellen würde. Das Torverhältnis zählt ja nichts mehr, wichtiger ist es, das teaminterne Kartenkonto möglichst tief zu halten.

Nun, drei Monate später zum Abschluss der Hinrunde ist diese Befürchtung verflogen, denn es gab einige Torfestivals und Kantersiege wie 7:3, 8:1, 5:3 oder 7:2. Zudem kann man sowohl wenig Strafpunkte als auch eine gute Tordifferenz aufweisen, was Tabellenführer Binningen eindrücklich demonstriert: Mit 44 Plustreffern stellen die Leimentaler den besten Angriff und mit 21 Gegentoren (zusammen mit Amicitia) auch noch den drittstärksten Defensivverbund der Spielklasse. Gleichzeitig hat der SCB, knapp vor dem FC Bubendorf und eindeutig vor dem Rest der Liga, am wenigsten Strafzähler gesammelt (13).

2. Liga regional: Die Tabelle

2. Liga regional: Die Tabelle

Eindeutig mehr als die Fairnesswertung interessiert jedoch die momentane Tabellensituation. Und es zeigt sich sofort, dass zurzeit nur wenige Teams erwartungsgemäss klassiert sind.

Beim fünftklassierten Timau und bei den Old Boys II (Rang acht) lagen wir beispielsweise vier Plätze daneben. Beide Truppen schätzten wir besser ein, doch beide enttäuschten. Ebenfalls ernüchternd verlief die Vorrunde beim FC Oberdorf, bei Black II und Rheinfelden. Aus den von uns prognostizierten Mittelfeldplätzen wurde nichts – die drei Mannschaften zieren nämlich das Tabellenende. Vor allem bei den Waldenburgertalern muss schlichtweg von einer katastrophalen Hinserie gesprochen werden. «Endlich wieder zu Hause» lautete der Tenor im Oberbaselbiet vor der Saison. Präsentiert sich der FCO jedoch weiterhin in derart pitoyabler Verfassung, so kann man sich im nächsten Juni gleich wieder von «zu Hause» verabschieden – und zwar in Richtung 3.Liga. Ebenfalls äusserst ungemütlich ist die Lage beim FC Rheinfelden. «Wir mussten wohl einfach unserer Unerfahrenheit Tribut zollen», nennt FCR-Interimstrainer Stefano Di Pasqua einen der Gründe für das klägliche Abschneiden.

Auch Birsfelden und Riehen stark

Überraschend im positiven Sinne schnitten hingegen die Aufsteiger Frenkendorf, Münchenstein und Pajde ab. Beim FCF zum Beispiel hatten die eher geringen Erwartungen von aussen gar Schubwirkung: «Als wir im Vorfeld der Saison in der Presse lasen, dass man uns kaum etwas zutraut, entstand eine zusätzliche Motivation», erklärt Trainer Angelo Cardoso. «Denen werden wir es zeigen, dachten wir uns.» Neben den drei Liga-Neulingen platzierten sich auch Amicitia Riehen und der FC Birsfelden erstaunlich gut. Bei den Riehenern wurde nach den Abgängen etlicher Stammkräfte ein Absturz befürchtet, die Hafenstädter sah man wegen mangelnder Substanz tief im Tabellenkeller. Beides traf jedoch nicht ein.

Neben all den positiven und negativen Überraschungen gab es aber auch Voraussagungen, die sich bewahrheiteten. Das drittplatzierte Pratteln, das sich «nach verschlafenem Start doch noch finden konnte» (so Spielertrainer Stefan Krähenbühl) und Leader Binningen, das «im Gegensatz zu anderen Teams eine Konstanz an den Tag legte, die den Unterschied ausmachte» (SCB-Übungsleiter Alain Burger), wurden den Erwartungen gerecht. Ebenfalls den Prognosen entsprechend klassierte sich der FC Arlesheim (Position 11).

Zweifelsohne, einige Ensembles verblüfften uns mit unerwartet starken Darbietungen, bei anderen war die erste Halbzeit des Championnats schlichtweg ein nicht vorhersehbares Fiasko. Doch es gibt ja noch eine Rückrunde, in der sich alles ein wenig einpendeln kann. Letztes Jahr zeigte beispielsweise OB II mit einem Husarenritt in der Frühlingsserie, dass eine miese Klassierung nach Meisterschaftshälfte noch lange keine schwache Endplatzierung bedeuten muss.