Badminton
Die Badminton-Weltklasse erweist Basel die Reverenz

300 Aktive aus 40 Nationen, darunter ein grosser Teil der «Crème de la Crème», machen Basel zum Mekka des Badmintonsportes. Das YONEX Swiss Open vom 14. bis 19. März statt.

Jordi Küng
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Die Badminton-Weltklasse trifft sich im «Joggeli».

Die Badminton-Weltklasse trifft sich im «Joggeli».

Keystone

Basel ist mehr als nur eine Fussball- respektive FCB-Stadt. Basel kann mit Sportanläs­sen aufwarten, die in ihren Sportarten führend sind. Und dass die St. Jakobshalle hierfür eine prädestinierte Stätte ist, bewies anfangs Jahr der CSI Basel, der die Reitsport-Welt­klasse vereinigte.

Nur zwei Monate später wird eine Veranstaltung stattfinden, die sich längst im Be­wusstsein der allgemein Sportinteressierten und insbesondere der Badminton-Freunde eingeprägt hat. Seit 27 Jahren kann man im «Joggeli» die weltbesten Badminton-Spiele­rinnen- und Spieler hautnah bewundern. Und ein mancher Besucher wird schnell er­kennen, dass zwischen Federball und Badminton ein gewaltiger Unterschied besteht.

Der Allerbeste der Besten...

Noch steht das definitive Teilnehmerfeld nicht fest, denn der Anmeldeschluss für die Swiss Open ist Mitte Februar. Aber bereits jetzt kann der Veranstalter mit Stolz vermel­den, dass sich aktuell unter anderem Lin Dan (33) angemeldet haben. Dieser charis­matische Chinese ist zweifacher Olympiasieger, fünffacher Weltmeister und gewann sechs Mal die «All England».

Im Alter von 28 Jahre schaffte der Asiate mit dem Gewinn aller grossen Turniere als erster und bis dato einziger Spieler überhaupt den sogenann­ten «Super Grand Slam»: Olympische Spiele, Weltmeisterschaft, All England, Thomas Cup, Sudirman Cup, World Cup, BWF World Superseries Finals, Asien-Spiel und die asiatischen Meisterschaften.

«Der Beste der Besten» Lin Dan an den Olympischen Spielen.

«Der Beste der Besten» Lin Dan an den Olympischen Spielen.

Keystone

Von vielen Experten wird er als bester Spieler aller Zeiten bezeichnet. Man tut Roger Federer nicht Unrecht, wenn man Lin Dan bezüglich Pal­marès und Popularität (zumindest in Asien) auf die gleiche Stufe wie den Schweizer Tennis-Maestro stellt.

China wird in Basel mit einer Delegation von mindestens 24 Aktiven am Start sein. Dies unterstreicht den Stellenwert des Swiss Open, das heuer sportlich dadurch noch mehr aufgewertet wird, weil es ein Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft 2017 in Glasgow ist.

Mit einem Budget von 1,2 Millionen Franken und einem Preisgeld von 120'000 US-Dol­lar haben die Swiss Open den Status eines internationalen Grand-Prix-Gold-Turniers. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und ist nur möglich, weil loyale, treue Sponsoren und über 200 Helferinnen und Helfer für einen reibungslosen Ablauf garantieren.

Weltweite TV-Präsenz

Badminton ist in fast allen asiatischen Ländern der Volkssport schlechthin. Auch wenn immer mehr Europäer – bei den Frauen beispielsweise die Spanierin Carolina Marín – in die Dominanz respektive Phalanx der Asiaten einbrechen. Es ist aber kein Geheimnis, dass in den fünf Wettbewerben (Frauen-Einzel und -Doppel, Männer-Einzel und -Doppel sowie Mixed) die asiatischen Shuttle-Virtuosen aus China, Indien, Indone­sien, Japan, Korea, Malaysia, Taiwan und Thailand bei der Vergabe des Turniersieges ein gewichtiges Wort mitreden werden.

Die St. Jakobshalle an den Badminton Swiss Open.

Die St. Jakobshalle an den Badminton Swiss Open.

Zur Verfügung gestellt

Das hat zur Folge, dass gut 300 Millionen Menschen am Wochenende Livebilder aus der St. Jakobshalle sehen werden. Kaum ein Sportanlass auf Schweizer Boden kann auf solch eine Fernseh-Präsenz respektive TV-Abdeckung verweisen. Kurzum: Zu Früh­lingsbeginn wird Basel zum Epi-Zentrum des Badminton – für alle Sportfreunde und Badminton-Anhänger gilt daher: The place to be!

Basel bewirbt sich für die Badminton-WM 2019

Die Organisatoren der YONEX SwissOpen und der Schweizer Verband SwissBadminton haben per 15. Januar 2017 ein 100-seitiges Dossier für eine Badminton-WM 2019 in Basel eingereicht. Bis 2019 wird die St. Jakobshalle für über 100 Millionen Franken sa­niert und modernisiert.

Die Stadt Basel leistet einen entscheidenden Beitrag aus dem Sportfonds. Zum Basler Konzept gehört die gleichzeitige Durchführung der Para-Badminton-WM. Para-Badminton erfährt 2020 in Tokyo eine grosse Aufwertung, indem es zum ersten Mal olympische Disziplin sein wird.

Basel hat gute Chancen, eine Badminton-WM durchzuführen. Wenn man 2019 schei­tert, kandidiert man nochmals für 2021. Das Budget beträgt rund drei Millionen Fran­ken und man darf rund 25‘000 Zuschauer/Innen erwarten. Tägliche TV-Übertragungen erreichen bis zu eine Milliarde TV-Zuschauer, vor allem am Finalwochenende. Der Weltverband BWF wird am 18./19. März, just am YONEX Swiss-Open-Finalwochenende, über die Vergabe der WM 2019 entscheiden.