Eishockey
Die Basel Sharks sind bereit für einen Neuanfang

Im zweiten Training nach der Ära von Coach und Sportchef Dany Gélinas färbt das neue Sharks-Trainerduo um Daniel Baur und Oliver Sutter auf das angeschlagene Basler Ensemble ab. Mit Tempo, Spass und Konzentration soll der derzeitigen Misere entgegengewirkt werden.

Jonas Burch
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D aniel Baur und Oliver Sutter, Trainer-Chaos, Playoff-Kampf, Niederlagen-Serie. Die Voraussetzungen für ein Engagement bei den Sharks waren auch schon besser.

Daniel Baur: Es geht jetzt darum, nach vorne zu schauen. In dieser heiklen Phase der Meisterschaft müssen wir nun kühlen Kopf bewahren, und einen Schlussstrich hinter die Vergangenheit ziehen. Wir nehmen jetzt Schritt für Schritt, sprechen auch bewusst das Thema Playoffs nicht an, um zusätzlichen Druck zu verhindern. Es geht jetzt einfach nur umuns.Oliver Sutter: Die Verunsicherung im Team ist spürbar, aber auch die Spielfreude. Mit positiver Energie wollen wir die Spieler wieder an ihr Maximum heranführen. In diesem Team steckt so viel Potenzial, das wir wieder herauskitzeln müssen.

Ihr Vorgänger Dany Gélinas war bekannt dafür, dass er strikt seine eigene Linie ohne Assistent verfolgt hat, was dem Staff oftmals missfiel. Eine Entlassung mit Ansage?

Baur: Gélinas hat viel für den Verein geleistet, aber jeder Trainer nützt sich ab. Wenn man als Coach und Sportchef gleichzeitig amtet, sind es mit der Zeit die Details, die langsam, aber sicher zu kurz kommen. Ich spürte bereits einen Tag vor seiner Entlassung, das etwas im Gange ist und bin wenig überrascht, dass ich nun mit Oliver Sutter an der Bande stehe.

Viel Zeit zum Abtasten bleibt nicht. Als Tabellenneunter steht man aktuell unter dem Playoff-Strich.

Sutter: Es ist klar, auch wir können keine Wunder bewirken. Neue Impulse einbringen und wecken dafür allemal.
Baur: Die kurze Zeit, die uns noch bleibt, hat sogar etwas Positives. Weil man die aktuellen Probleme sofort ansprechen muss, wird im Endeffekt effizienter gearbeitet. Der Hauptfokus liegt für die restlichen Partien ganz klar auf der Abwehr. Rund 80 Prozent des Eishockey-Trainings wird auf die Defensive gelegt, der Rest kommt dem Sturm zugute. Mehr brauchen die Offensivspieler auch nicht, denn es liegt ja an ihnen, letztlich etwas Kreatives, Unvorhersehbares zu machen.

Sie beide behalten neben dem Coaching der 1. Mannschaft weiter Ihre Funktion im Nachwuchsbereich. Bereit für die Doppelbelastung?

Sutter: Ich habe glücklicherweise einen kulanten Arbeitgeber und freue mich auf die Herausforderung.
Baur: Da wir in der Nachwuchsarbeit derzeit gut aufgestellt sind, gibt es dort ohnehin nur wenig Baustellen.

Sie wissen wie kein anderer über die Nachwuchsarbeit Bescheid. Werden für die restlichen Spiele noch junge Spieler an die 1. Mannschaft herangeführt?

Baur: Das wäre durchaus denkbar. Wer sich vom Nachwuchs bewährt, wird sicher eine Chance bekommen. Wir sind aber kein Jekami.