Basketball
Die Basketball-Körbe hängen schief ...

Am 31. Januar 2015 wurde an der Delegiertenversammlung des nationalen Basketball-Verbandes (Swiss Basketball) ein Entscheid gefällt, der seitdem für Unruhe sorgt: Der Verband will künftig die nationale Meisterschaft organisieren.

Georges Küng
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Streitigkeiten innerhalb der Basketball-Szene sorgen für Unruhe.

Streitigkeiten innerhalb der Basketball-Szene sorgen für Unruhe.

KEYSTONE

Am gleichen Tag vermeldete der Verband, dass die Ligue Nationale de Basket (LNBA), welche die nationalen Championnats der Nationalliga A (mit den Starwings), Nationalliga B und 1. Liga organisiert, aufgehoben und der Verband künftig sämtliche Meisterschaften organisieren wird. Was formell-harmlos veröffentlicht wurde, kommt einer Art «Staatsstreich» gleich. Denn die von Gabriel Gisler präsidierte LNBA publizierte ihrerseits eine dreiseitige Pressemitteilung, in der es unter anderem heisst: «Es wird darauf hingewiesen, dass die LNBA ein unabhängiger Verband schweizerischen Rechts im Sinne von Art. 60 ff. des schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) ist und als ihre Mitglieder ausschliesslich die Frauen- und Männer-Nationalmannschaften zählt. Die LNBA ist weder ein Ausschuss noch ein Teilverband von Swiss Basketball. Ebenso ist Letztgenannter kein Mitglied der LNBA.»

Wogen etwas geglättet

Inzwischen haben sich zwar die ersten emotionalen Wogen mit Androhungen eines juristischen Nachspieles ein wenig geglättet. «Wir können damit leben, dass auf die Saison 2016/17 alle Meisterschaften vom Verband organisiert werden. Aber auf die nächste Spielzeit 2015/16 hin werden wir weiterhin für die drei obersten Ligen zuständig sein. Man kann nicht, unter Missachtung von Paragrafen und Statuten, einen gänzlich autonomen Verband einfach so auflösen», erklärt Direktor Gisler.

Der Grund, warum die LNBA «eingenommen» wurde, kann nur vermutet werden. Tatsache ist, dass dieses Gremium über Mittel verfügt (jeder A-Ligist zahlt pro Saison eine Anmeldegebühr von 35 000 Franken; die NLB-Klubs deren 20 000), welche der Verband ebenfalls generieren möchte. Und mit der «Eingliederung» der Spitzenklubs, von denen einige wie Genf, Lugano und Neuchâtel mit Budgets in der Grössenordnung von bis zu 1,2 Millionen Franken operieren, würden diese ihre bisherige Autonomie weitgehend verlieren. Die Vereine der unteren Ligen, welche die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen, könnten also Meisterschaftsmodus und vor allem die Anzahl der erlaubten ausländischen Profispieler bestimmen.

Art und Weise war nicht i.O.

Die Exponenten der Starwings, wie Vize-Präsident Pascal Donati oder Cheftrainer Roland Pavloski, befürworten, dass «Kräfte und Mittel so weit wie möglich zusammengefasst werden, um Synergien zu generieren». «Aber die Art und Weise ist nicht korrekt», ergänzt Pavloski. Kurzum: Der Schweizer Basket sorgt wieder einmal für Schlagzeilen – und dies wie meist neben den Spielfeldern ...