Heute um 17.00 Uhr empfangen die Elite-B-Junioren der Basel Sharks Ajoie zum ersten Playoff-Halbfinal. Notabene mit guten Chancen, die Best-of-5-Serie zu gewinnen und in den Final einzuziehen. «Alles ist möglich», sagt Coach Reto Waldmeier. Immerhin konnten sechs seiner Spiele heuer schon NLB-Luft schnuppern.

Apropos sechs: Von den sechs Begegnungen dieser Saison gewannen beide Teams je deren drei. Eine bemerkenswerte Ausgangslage; schliesslich ist es noch nicht allzu lange her, seit Basels Elite-Junioren gegen den Ligaerhalt gewirbelt haben. Erst im letzten Spiel der letzten Saison war es den Young-Bebbi-Haien gelungen, den Klassenerhalt zu sichern.

Reto Waldmeier hat seinen Job im Januar 2012 übernommen. Der ehemalige NLB-Akteur in Reihen von Servette und Basel, hatte damals Martin Schaub abgelöst. Waldmeier war zu diesem Zeitpunkt Coach des Erstligisten Basel Regio gewesen. Heute ist der 38-jährige Ur-Davoser, der sämtliche Nachwuchsstufen bei den Bündnern durchlaufen hat, Ausbildungschef der Young Sharks und als solcher – wie Figura zeigt – kompetent und erfolgreich. Die Elite-B-Junioren sind gegenwärtig mit den Mini-Tops das Highlight der Basler Hockey-Szene. Die Minis spielen auf der höchsten, nationalen Stufe gegen den SC Bern, Davos oder die ZSC Lions.

Dank Teambildung zum Spitzenteam gereift

Die Elite-B-Junioren (Jahrgänge 1993 bis 1995) ihrerseits haben das Zeug, auch bald im Oberhaus des helvetischen Junioren-Eishockeys anzukommen. Und dies, obwohl zwei Drittel der Equipe im Vorjahr wie erwähnt beinahe abgestiegen wären. «Wir haben zuletzt sehr viel Wert auf Teambildung gelegt», hält Reto Waldmeier fest. Da stand Drachenbootfahren auf dem Rhein auf dem Plan, da war ein Ausflug in den Kampfsportbereich dabei oder man war polysportiv in Magglingen engagiert.

Eine Findung des Spirits, der sich jetzt auszahlt. Langenthal wurde im Viertelfinal mit einem «sweep» vom Eis gefegt. Einem 3:0-Erfolg in der Best-of-5-Serie also. «Das Team hat sich im Verlauf der Saison zusehends gefunden und eine Siegermentalität entwickelt», sagt Waldmeier. Ganz egal, wer letztlich auf dem Eis stehe. Ein Team, das auch Spiele gewinnen kann, in denen es in Rückstand liegt. «Etwas, das letzte Saison praktisch unmöglich war», räumt der Coach ein.

Sollten die Elitejunioren der Young Sharks tatsächlich B-Meister werden, bräuchten die Nordwestschweizer indes eine Sonderbewilligung vom Verband, um aufsteigen zu dürfen. Nebst der sportlichen Voraussetzung existiert auf dieser Stufe ein Label, das es zu erfüllen gilt. Da müssen entsprechende Trainer-Diplome vorhanden sein, eine ärztliche Betreuung auch im Training, die Führung einer Fördergruppe und so weiter.

Dank Zusammenarbeit überall top

Die Sharks erfüllen alle Auflagen - mit einer Ausnahme: Auf Novizen-Stufe hat das Team heuer die Aufstiegsspiele um zwei Ränge verpasst. Allein, um eine Elite-A-Equipe stellen zu dürfen, ist eine Novizen-Top-Mannschaft oder die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Top-Stufe Pflicht. «Letzte Saison hätten die Novizen dies erfüllt, doch damals waren die Elite-B-Junioren weit weg, von der Elite-A. «Sollten wir aber die sportlichen Voraussetzungen erfüllen, um nach den Playoffs aufzusteigen, werden wir bei der Nationalliga eine Sondergenehmigung beantragen», hält Reto Waldmeier fest. Weil absehbar ist, dass die Minis, die Novizen und die Elitejunioren nächste Saison etwa auf dem gleichen, ambitionierten Niveau spielen können. «Die Teams bleiben im Wesentlichen zusammen.»

Ziel der Basler Nachwuchs-Organisation, in welcher die Sharks, Rheinfelden, Laufen und Zunzgen-Sissach vorbildlich zusammenarbeiten, ist eine durchgehende Präsenz in der höchsten Liga auf Stufe Mini-Novizen, Novizen und Elite-Junioren. Und man ist nahe dran. Bis dato war es so, dass die besten Nachwuchskräfte regelmässig von Spitzenklubs abgeworben wurden. Frei nach dem Motto: «Wenn Du es in die Nationalliga schaffen willst, musst Du zu einem NLA-Klub wechseln.» Gut möglich zieht dieses Argument in Basel bald nicht mehr.