Wasserball

Die Baslerinnen sind für die Playoffs gerüstet

Drei Tore in 185 Sekunden, drei Fouls nach 13 Minuten: Basels Ungarin Blanka Zsido fiel auf. Uwe Zinke

Drei Tore in 185 Sekunden, drei Fouls nach 13 Minuten: Basels Ungarin Blanka Zsido fiel auf. Uwe Zinke

Der WSV Basel bezwingt den Tabellenführer SC Winterthur mit 15:12 und präsentiert sich dabei in einer bestechenden Form.

Zum Abschluss des Qualifikationsprogramms in der NLA-Meisterschaft fügten die WSV-Wasserballerinnen dem bis anhin ungeschlagenen Leader eine empfindliche Niederlage bei. Es war ein Spitzenkampf, denn mit Basel und Winterthur standen sich die beiden besten Mannschaften des Landes gegenüber. Es war auch die Reprise respektiv Revanche des Cupfinals vor einer Woche, als der WSV Basel in Arbon bei winterlichen Verhältnissen die Zürcherinnen mit 15:8 bezwungen, ja entzaubert hatte.

Sportlich bedeutungslos

Aber WSV Basel gegen SC Winterthur hatte gestern Abend im Gartenbad St. Jakob sportlich keine Bedeutung. Basel hatte seinen 2. Rang nach dem Qualifikationsprogramm bereits 48 Stunden zuvor mit einem 9:7-Heimsieg gegen den SC Aegeri «zementiert». Und die Zürcherinnen, die ungeschlagen ins «Joggeli» kamen, konnten sich eine Niederlage leisten, ohne dabei Platz 1 zu verlieren.

So entwickelte sich ein munteres, unterhaltsames Spiel, das bereits nach 63 Sekunden durch Ines Camprubi lanciert wurde. Im ersten Viertel fielen gleich acht Tore – ein Beweis dafür, dass die beiden Teams ihr Hauptaugenmerk auf die Offensive legten und die Abwehrarbeit zwar nicht gerade vernachlässigten, jedoch nicht mit der allerletzten Konsequenz verteidigten.

Sandra Lizé an der Hand verletzt

Dabei hatte Basel nach vier Minuten den vorübergehenden Ausfall von Sandra Lizé (36) zu verkraften, die sich an der Hand verletzte. Die kanadische Ausnahmekönnerin kam erst wieder zu Beginn der zweiten Halbzeit zum Einsatz und erzielte ihren ersten und einzigen Treffer fünf Minuten vor der Endsirene. Allerdings war das 13:11 eine Art Vorentscheidung. Noch schwerer wog der Ausfall von Blanka Zsido (22). Die Ungarin, welche in der Regel donnerstags eingeflogen wird und nach dem Wochenende-Partien wieder in ihr Heimatland zurückkehrt, sah ihr Arbeitspensum bereits nach 13 Minuten beendet. Dann hatte Schiedsrichter Thorsten Planter, der vorgängig im Hallenbad St. Jakob schon eine U20-Partie geleitet hatte, der torgefährlichen Osteuropäerin drei Fouls angehängt. Und nach der dritten Hinausstellung ist, wie im Handball, Schluss. Zsido hatte innert 185 Sekunden, zwischen der 5. und 8. Minute, drei Tore geschossen, wobei das 5:3 ein herrlicher Backhand-Schuss war.

Beeindruckendes Kollektiv

Es wäre aber falsch, die Stärke des WSV Basel auf die beiden ausländischen «Profi»-Spielerinnen zu reduzieren. Der einstige Serienmeister verfügt über ein beeindruckendes Kollektiv, in welchem jede Spielerin Akzente setzen kann. Beweis dafür ist, dass Trainer Robert Jobst alle Spielerinnen einsetzte und für die zweite Halbzeit Ersatzhüterin Patrizia Heinimann ins Wasser beorderte.

«Wir sind für die Playoffs bestens gerüstet», erklärten Trainer Jobst und die Zwillingsschwestern Caroline und Ines Camprubí unmittelbar nach Abpfiff. «Es war allerdings kein perfektes Spiel. Wir können, müssen und werden uns in den Playoffs von einer noch stärkeren Seite zeigen», so Jobst, der frühere Deutsche Nationalspieler. Die Folge wird sein, dass heuer der WSV Basel das Double holen wird. Denn in Bestbesetzung und ohne verletzungsbedingte Ausfälle und Ausschlüsse ist der WSV in der Schweiz das Mass aller Dinge.

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