Bei den FCZ-Frauen merkte man gar nichts von einer Müdigkeit. Sie schienen das Spiel vom Mittwoch in der Champions League gegen Barcelona problemlos wegzustecken und griffen im Spitzenkampf der Nationalliga A gegen den FC Basel von der ersten Sekunde an furios an.

In der 10. Minute gelang Fabienne Humm auf Pass von Sophia Herzog - der ehemaligen Baslerin - verdient das 1:0. Die Partie schien für die bis dahin deutlich gefährlicheren Zürcherinnen bald darauf frühzeitig entschieden, als in der 25. Minute der Ball nach einem Corner zum zweiten Mal im Netz hinter dem Basler Tor zappelte. Der Schiedsrichter entschied jedoch auf Foul von Coumba Sow an Goalie Sina Autino.

Die Baslerinnen hatten Mühe, überhaupt aus der eigenen Hälfte zu kommen. Doch dann wagte Sophia Herzog an der Mittellinie ein unnötiges Dribbling, Eseosa Aigbogun knöpfte ihr den Ball ab und war selbst durch ein versuchtes Foul nicht mehr zu stoppen. Der FCZ wurde in der Vorwärtsbewegung durch den Basler Konter kalt erwischt. Bezeichnenderweise für den gesamten weiteren Spielverlauf wurde der Ausgleich als Eigentor gezählt, denn es war Riana Fischer, die den Ball über die Linie lenkte.

Verteidigung zu zehnt

Was in der zweiten Hälfte folgte, war ein unglaublicher Sturmlauf der Zürcherinnen. Vor allem bei Eckbällen und hohen Flanken spielten diese ihre Körpergrösse aus, aber dreimal ging der Ball knapp daneben und weitere dreimal klärte eine Baslerin für ihre bereits geschlagene Torhüterin auf der Linie. Angesichts dieser Abwehrschlacht verging dem FCB die Risikofreude. Sie verteidigten mit zehn Frauen das 1:1, und so war
Aigbogun bei den wenigen Kontern ganz auf sich alleine gestellt auf verlorenem Posten.

Dass es für sie immer noch etwas Spezielles ist, gegen ihre ehemaligen Kolleginnen aus Basel zu spielen, merkte man Sophia Herzog deutlich an. Sie wirkte gleichzeitig übermotiviert und blockiert - an diesem Eindruck änderte auch ihr Kommentar, dass es ein Spiel wie jedes andere gewesen sei, nichts mehr. Als sie in der 65. Minute ausgewechselt wurde, zeigte sie Emotionen, denn ihr war bewusst, dass sie schon viel bessere Leistungen gezeigt hatte.

«Wir waren alle etwas müde, deshalb haben wir unnötig zwei Punkte liegen lassen», sagte sie. Sie ist überzeugt, dass der Wechsel eine gute Entscheidung war. «Zürich hat das beste Team und den besten Trainer, hier ist alles viel intensiver und ich habe bereits enorm viel profitiert.»

Basels Samira Susuri resümierte nach dem Punktgewinn: «Es war von der ersten bis zur letzten Minute ein intensiver Match, wir hatten recht viel Glück.» Auf die allgemeine Lage angesprochen, sagte sie: Wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Jetzt hoffen wir, dass Zürich in seinen Nachtragsspielen Punkte abgibt. Im Frühling werden wir wieder alles geben, denn unser Ziel bleibt der Meistertitel.»

Dann wird auch die Spielmacherin Chantal Fimian wieder dabei sein, die bereits das Aufbautraining aufgenommen hat.