Wasserball
Die Baslerinnen wollen wieder gefürchtet werden

Letzte Saison pausierten die Frauen des WSV Basel in der Meisterschaft wegen eines zu kleinen Kaders. Nun wollen sie wieder um den Titel kämpfen – unter anderem mit Hoffnungsträgerin Martina Kratzer.

Melanie wirz
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Martina Kratzer hat für ihr Team bereits sieben Tore geschossen. ZVG

Martina Kratzer hat für ihr Team bereits sieben Tore geschossen. ZVG

Zahlreiche erfahrene Spielerinnen und acht gewonnene Schweizer-Meister-Titel: Das war es wohl, was die Gegnerinnen des Wassersportvereins Basel fürchten liess. Die rosigen Zeiten sind jedoch verwelkt. 2005 war das letzte Glanzjahr, das letzte Mal, als ein Schweizer-Meister-Titel gefeiert werden konnte. Einige erfahrene Stammspielerinnen verliessen Basel. Dies riss ein grosses Loch in den Klub und vor allem ins Frauen-Team. Im letzten Jahr konnten die Baslerinnen nicht einmal zur Meisterschaft antreten, weil schlichtweg zu wenig Spielerinnen verfügbar waren.

Doch das soll sich nun ändern. «Es isch öppis am Tue», weiss auch Spartenleiter Michel Grasso. «In dem Jahr ohne Meisterschaft wurde hart gearbeitet – einfach im Hintergrund.» Ein neuer Trainer und insgesamt acht neue Spielerinnen sollen es nun richten. Man will an alte Zeiten anknüpfen und wieder gefürchtet werden.

Neuzuzug als Hoffnungsträgerin

Eine, die bereits Vielversprechendes bewies, ist Martina Kratzer. Die 21-Jährige wechselte vergangenes Jahr vom WK Thun zu den Baslerinnen und fiel bereits in Testspielen mit vielen erfolgreichen Torschüssen durchwegs positiv auf. «Die Mannschaft in Thun hatte sich aufgelöst, weil bei allen nicht mehr genügend Motivation vorhanden war. Das Wasserballspielen wollte ich aber nicht einfach so aufgeben», erklärt Kratzer, «also entschloss ich mich, nach Basel zu wechseln, weil ich da bereits jemanden kannte.»

Die Tatsache, dass das Team von Basel quasi bei null anfangen musste, liess die Studentin unbeeindruckt. Es sei eine neue Herausforderung. Ausserdem sieht Kratzer viel Potenzial in der neuen Frauenmannschaft. «Klar müssen wir uns und unsere Spiel-Techniken zuerst kennen lernen. Trotzdem macht es Spass und es herrscht eine angenehme Harmonie im Team.»

Wasserball – ein besonderer Mix

Die gebürtige Thunerin spielt bereits seit elf Jahren Wasserball, wirkte zeitweise gar in der Schweizer Nationalmannschaft mit, wo sie Europameisterschaften und weitere Turniere bestritt. «Ich liebte das Wasser schon immer. Hinzu kam die Leidenschaft für Ballsportarten, also fand ich den perfekten Mix.» Zurzeit ist es allerdings nur noch der WSV Basel, bei dem Kratzer mitwirkt. Viel Zeit für anderes bleibt kaum, denn die Sportlerin studiert Kommunikationswissenschaften und Journalismus in Winterthur, wohnt also teilweise in Zürich, teilweise in Thun. Hinzu kommt das Training in Basel. «Momentan verbringe ich viel Zeit unterwegs im Zug. Wann immer ich kann, fahre ich nach Basel ins Training.» Ansonsten trainiert Kratzer selber für sich mit normalem Schwimmtraining – die Spiele für ihr Team will die Hoffnungsträgerin der Baslerinnen auf keinen Fall verpassen, dafür nimmt sie selbst das viele Pendeln in Kauf.

Am Samstag (20.30 Uhr) spielen die Baslerinnen gegen Tabellenschlusslicht Red-Fish Neuenburg in der St.Jakobshalle. In einem vorgezogenen Spiel anfangs November gewann der WSV gegen die Westschweizerin deutlich mit 23:5. Basel liegt aktuell auf dem zweitletzten Tabellenrang, wobei die Rangliste nicht aussagekräftig ist, da die Anzahl Spiele der Teams zwischen zwei bis zehn variiert.