Super League
Die Befreiung: Der FC Basel gewinnt das Nachholspiel gegen den FCZ nach anfänglichem Wackeln souverän mit 3:0

In Halbzeit 1 spielen Basel und Zürich spielen auf Augenhöhe. Weil Riveros aber im Gegensatz zu Dwamena auf der Gegenseite seine Torchance nutzt, trägt sich nur der FCB auf dem Scoreboard ein. Nach der Pause lässt das Heimteam dann nichts mehr anbrennen. Stocker und Joker van Wolfswinkel sorgen für den Endstand.

Sébastian Lavoyer (Text) und Jakob Weber (Liveticker)
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FC Basel - FC Zürich (11.04.18)
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Zürichs Victor Palsson, links, kann das Kopfballtor von Basels Ricky van Wolfswinkel, rechts, nicht verhindern.
Basels Taulant Xhaka wird verletzt vom Platz getragen.
Basels Fabian Frei, Valentin Stocker und Michael Lang, von links, freuen sich ueber das 2:0
Basels Valentin Stocker, hinten, im Kampf um den Ball gegen Zürichs Pa Modou
Basels Taulant Xhaka, links, im Kampf um den Ball gegen Zürichs Pa Modou, rechts
Basels Michael Lang, Mitte, im Kampf um den Ball gegen Zürichs Pa Modou, links, und Tobias Schättin, rechts
Basels Torhüter Tomas Vaclik, MItte
Basels Samuele Campo, links, im Kampf um den Ball gegen Zürichs Tobias Schättin, rechts
Zürichs Kevin Rueegg, links, im Kampf um den Ball gegen Basels Leo Lacroix, rechts
Basels Samuele Campo
Zürichs Trainer Ludovic Magnin, links, und Basels Trainer Raphael Wicky, rechts, begrüssen sich
Die Mannschaften betreten das Spielfeld.

FC Basel - FC Zürich (11.04.18)

Keystone

Es ist ein Schrei der kollektiven Befreiung der durch das Joggeli hallt, als Valentin Stocker jubelnd Richtung Kurve rennt. Zuvor hat Stocker rund zwanzig Minuten vor Schluss das 2:0 erzielt. Ein Flachschuss mit Links. Kein Allerweltstor, aber gefühlsmässig wohl doch eines der schönsten in der Karriere des Flügels. Denn der Weg dahin war hart und steinig.

Nach dreieinhalb Jahren in der Bundesliga, die der Innerschweizer oft auf der Bank oder verletzt verbracht hatte, kehrte er im Winter zurück. Die Hoffnungen waren gross, die Erinnerungen an vergangene Tage noch so wach, dass man ihn in Basel als eine Art Heilsbringer empfing. Stocker ist zurück, der YB-Schreck, der Mann, der den FCB schon so oft zu Ruhm und Ehre verhalf.

Es kam anders, als sich das Fans und Klubführung erhofften. Stocker war ein anderer, ein reiferer Mensch, aber zugleich auch ein Fussballer, der durch Verletzungen und andere Ungereimtheiten verunsichert war. Nie wurde das augenfälliger als im Spiel der letzten Chance gegen YB. Zweimal vergibt Stocker in Bern in bester Position. Am Schluss stehts 2:2, der Vorsprung der Berner bleibt bestehen und der FCB-Flügel kriegt die Prügel ab.

Emotionaler Höhepunkt

Es ist nicht so, dass das Spiel zu Ende wäre nach diesem Tor, aber es markiert definitiv den emotionalen Höhepunkt. Auch wenn kurz nach Stocker auch das andere Sorgenkind trifft. Das Kopftor von Ricky van Wolfswinkel ist aber höchstens eine Zugabe und natürlich die Entscheidung in diesem nachgeholten Klassiker. 3:0 gewinnt der FCB.

Das Licht ist wieder an, der FCB scheint die Krise überwunden. Vor allem auch dank einem befreit aufspielenden Valentin Stocker. «Vor der Kurve gegen Zürich ein Tor schiessen zu können, ist sehr, sehr schön», sagt er. Vor allem wenn man gewinne, das Team langsam wieder so funktioniere, wie man sich das eigentlich von Anbeginn erhoffte. Stocker: «Die Automatismen greifen wieder, das Verständnis ist grösser.»

Es ist nicht so, dass der FCB so viel besser gewesen wäre als die Zürcher. Oder wie FCZ-Trainer Ludovic Magnin am Schluss zurecht bemerkte: «Das 3:0 widerspiegelt das Spiel nicht.» Denn eigentlich müssten die Gäste in Führung gehen.

Gleich zu Beginn aber verzieht Raphael Dwamena alleine vor FCB-Keeper Tomas Vaclik. Und er wird auch in der Folge mehrere Gelegenheiten auslassen. Magnin spricht von fünf Grosschancen. Und auch wenn das übertrieben ist, stimmt doch, dass der FCZ unter Wert geschlagen wird.

Das hat auch damit zu tun, dass Blas Riveros in der 16. Minute seinen ersten Super-League-Treffer erzielt und den FCB damit auf die Siegstrasse führt. Der Winkel bei Riveros’ Treffer ist dabei so spitz, dass FCZ-Goalie Yanick Brecher diesen auf seine Kappe nehmen muss.

Ein Funken Hoffnung?

Der Sieg ist, wenn auch zu hoch, so doch verdient. Kommt jetzt gar wieder ein Funke Hoffnung auf, dass man das enteilt gemeinte YB wieder abfangen kann? Fabian Frei: «Wir haben jetzt gegen unten zehn Punkte Vorsprung und gegen oben 13 Punkte Rückstand.

Das kann man als Niemandsland der Tabelle anschauen. Aber für uns sind Auftritte wie dieser von grosser Bedeutung. Gerade im Hinblick auf nächste Saison.» Treffender kann man das nicht analysieren.

Einen Wermutstropfen hat dieses Spiel der Auferstehung allerdings dann doch noch: Rund eine Viertelstunde vor Schluss wird Vorkämpfer Taulant Xhaka auf der Bahre vom Platz getragen. Ohne gegnerische Einwirkung hat er sich am Knie verletzt. «Als sie ihn wegtrugen, wollte ich ihn fragen, wie es geht. Aber er hatte so grosse Schmerzen, dass er nicht antworten konnte.»

Matchtelegramm

Basel - Zürich 3:0 (1:0)

27'137 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 16. Riveros (Ajeti) 1:0. 71. Stocker 2:0. 84. van Wolfswinkel (Campo) 3:0.

Basel: Vaclik; Lang, Frei, Lacroix, Riveros; Xhaka (81. Serey Die), Zuffi; Stocker (90. Petretta), Campo, Bua; Ajeti (81. van Wolfswinkel).

Zürich: Brecher; Rüegg, Brunner, Nef, Pa Modou; Schönbächler (65. Rodriguez), Domgjoni (76. Marchesano), Palsson, Schättin (80. Odey); Frey, Dwamena.

Bemerkungen: Basel ohne Suchy (gesperrt), Balanta (verletzt) und Elyounoussi (Rückenverletzung beim Einlaufen). Xhaka verletzt ausgeschieden. Zürich ohne Winter (gesperrt), Alesevic, Bangura, Rexhepi, Sarr (alle verletzt), Thelander, Kempter und Maouche (alle nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 61. Nef (Foul), 67. Xhaka (Foul), 69. Frei (Foul), 73. Schättin (Foul), 79. Campo (Foul), 92. Petretta (Foul).

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