Den Grundstein für den ersten Sieg nach vier Niederlagen in Folge legten die Basel Sharks als Mannschaft. Auch wenn einzelne Spieler aus dem Kollektiv herausragten, gefiel das Dispositiv der Gäste. Basel machte dort weiter, wo es gegen Olten aufgehört hatte, mit einer kämpferischen, auf defensive Sicherheit bedachten Leistung. Zwar fiel der Ausgleich 50 Sekunden vor Schluss – Basel hatte 10 Sekunden zuvor Goalie Olivier Gigon durch einen 6. Feldspieler ersetzt – etwas glücklich, aber ohne die sichtlich verbesserte Gesamtleistung wären die drei sehenswerten Tore gar nicht möglich gewesen.

Stiller Protest

Dass ausgerechnet die Berner Leihgaben – Olivier Gigon hielt sein Team mit herausragenden Paraden im Spiel, strahlte Ruhe und Selbstvertrauen aus und hielt alle drei Penaltys, Marco Müller und Sämi Kreis schossen je ein Tor – den Tiger erlegten, dürfte für die frustrierten Langnauer Fans zu viel gewesen sein. Nach einem stillen Protest ohne Anfeuerungsrufe im Startdrittel pfiffen sie ihre Mannschaft gnadenlos aus.

Das Team von Tomas Tamfal, der nach der erneuten Niederlage gewaltig unter Druck kommt, schlich sich ohne Gruss in die Kabine, währenddem die Basler vor ihren rund 50 mitgereisten Fans feierten. Die Nerven liegen im Emmental blank, während dem der doppelte Punktgewinn Basel aufzeigt, dass das Team sich langsam aber sicher findet und auf dem Weg nach oben ist.

Sinnbild dafür war etwa auch Brandon Buck, den Trainer Dino Stecher erstmals ohne «Zwilling» Kyle Greentree laufen liess. Buck zeigte die mit Abstand beste und engagierteste Saisonleistung im Dress der Basler, gab eine Vorlage zu Müllers Führungstor und verwandelte einen der Penalties sicher.

Offensichtliche Fortschritte

Klar: Nach wie vor liegt einiges im Argen, nach wie vor setzen individuelle Fehler die Abwehr zu sehr unter Druck, doch die Fortschritte in der Abstimmung, im Defensivverhalten und vor allem auch in der Angriffsauslösung mit dem ersten Pass sind offensichtlich. Wenn zunehmend Sicherheit und Ruhe dazukommen, die Disziplin weiterhin hochgehalten wird und auch die Quote der Abschlussversuche sich weiter entwickelt, dann dürften die Basel Sharks an Konstanz und Selbstvertrauen gewinnen.

Bei den Tigers lief gestern erstmals ein neuer Ausländer auf, der 27-jährige Amerikaner Rob Schremp wurde kurzfristig als Ersatz für den ungenügenden Tomas Kurka verpflichtet. Schremp, ein weit gereister Center mit NHL-Einsätzen in Edmonton, New York und Atlanta sowie Stationen in Schweden, Weissrussland und Österreich, ist in Zug noch nicht auf Touren gekommen und soll in Langnau Spielpraxis sammeln. Er zeigte gute Ansätze, einige Soli und Schüsse, doch spielbestimmend war er nicht.