Schiesssport

Die berühmten fünf Ringe im Visier

Die talentierte Madeleine Martin ist mit 16 Jahren bereits dreifache Schweizer Meisterin.

Die talentierte Madeleine Martin ist mit 16 Jahren bereits dreifache Schweizer Meisterin.

Die Frenkendörferin Madeleine Martin ist eines der grössten Schweizer Pistolen-Talente. Die 16-Jährige selbst sieht noch viel Steigerungspotenzial.

Schützen sind introvertierte Menschen, zum Teil sogar etwas eigenbrötlerisch - so lautet ein gängiges Vorurteil. Madeleine Martin ist der lebende Gegenbeweis. Die fröhliche 16-Jährige erzählt munter über ihr für ein Mädchen ungewöhnliches Hobby. Hobby ist allerdings etwas untertrieben, denn die Frenkendörferin trainiert mindestens zwölf Stunden pro Woche, dazu kommen monatlich zwei Trainingswochenenden mit dem Nationalkader - und das alles neben der Lehre als Fachangestellte Gesundheit, die sie im August begonnen hat. «Abends bin ich oft müde und muss mich überwinden, noch zu trainieren», sagt Madeleine Martin.

Mit neun Jahren gestartet

Begonnen hat die Liebe zur Pistole vor fünf Jahren. Die damals neunjährige Madeleine begleitete ihren Vater Ulf Martin zu einem Schiessanlass. Die Tochter wollte es auch einmal versuchen und war sofort begeistert. «Es hat sicher geholfen, dass ich auf Anhieb die Scheibe getroffen habe», erzählt die Schützin lächelnd. «Man erkannte bald, dass sie ein Talent fürs Schiessen hat», sagt Ulf Martin.

Madeleine begann regelmässig zu trainieren und machte schnell Fortschritte. Auf ihrer Altersstufe gehörte sie bald zu den Besten und holte bei ihren ersten Schweizer Meisterschaften gleich den Titel über 10 Meter mit der Luftpistole. «Damals hatte ich aber auch das Glück, dass alle anderen sehr schlecht schossen», meint die Teenagerin bescheiden. Zufall war dieser Titel aber dennoch nicht, denn Madeleine Martins Stärke ist es, im Wettkampf jeweils die Bestleistung abzurufen.

Ziel EM, Fernziel Olympia

Seither hat das Schiesstalent fleissig Erfolge gesammelt. Ebenfalls 2008 wurde Madeleine Martin Dritte an einem internationalen Wettkampf in Strassburg, ein Jahr später holte sie an den Schweizer Meisterschaften über 25 Meter Silber. Vor einem Monat schliesslich holte sie sich auch den Titel über 25 Meter.

Dieser Erfolg ist sehr hoch einzustufen, ging die Frenkendörferin doch ohne Vorbereitung an den Wettkampf. «Ich litt am Pfeifferschen Drüsenfieber und bin deshalb momentan nicht in Bestform», erklärt die 16-Jährige, die sich deshalb im Aufbautraining befindet. Ihr nächstes Ziel hat sie nämlich auch schon vor Augen: die Qualifikation für die Europameisterschaften in Brescia (It) im Frühjahr 2011. Dafür muss sie an einem der «Shooting Masters», die ein- bis zweimal monatlich stattfinden, mindestens einmal den C-Richtwert erreichen (vgl. Box rechts). Dass siebis jetzt noch kein zählbares Resultat vorweisen kann, beunruhigt sie nicht: «Ich habe noch genügend Gelegenheiten dazu.»

Als eine von nur zwei Frauen im Nationalkader ist die EM-Teilnahme für Madeleine Martin realistisch, zumal der Verband am liebsten drei Frauen nach Italien schicken möchte. Im Hinterkopf hat die Nachwuchshoffnung, die von sich sagt, sie könne sich in allen Bereichen noch steigern, aber ein noch grösseres Ziel: «Mein Fernziel ist Olympia.» London 2012 kommt zwar noch etwas früh, aber Rio de Janeiro 2016 möchte sie anpeilen. Damit bleibt Madeleine Martin ihrem Lebensmotto treu: «Wer sein Ziel nicht kennt, muss sich nicht wundern, wenn er es nie erreicht.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1