Squash
Die beste Squasherin zum Rennen gebracht

Nadia Pfister von den Carnivals Liestal ist eine der Aufsteigerinnen des Jahres. Nach der starken Interclub-Saison will die 16-Jährige auch an den SM überraschen

Patrick Pensa
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Schnell und gross: Nadia Pfister auf dem Liestaler Court. Pensa

Schnell und gross: Nadia Pfister auf dem Liestaler Court. Pensa

Morgen beginnt die Qualifikation zur Einzel-Schweizer-Meisterschaft in Langnau am Albis. In einer Woche wird dann die Hauptrunde ausgetragen. Mitten im A-Feld die erst 16-jährige Nadia Pfister von den Carnivals Liestal. Dies quasi die Schattenseite der erfolgreichen Interclub-Saison. Die Carnivals Frauen haben in der höchsten Liga überraschend den zweiten Rang belegt. Nadia Pfister, die für Liestal an dritter Position spielt, war daran nicht unbeteiligt. Sie hat eine ausgezeichnete Bilanz und konnte sogar einmal eine Top-Ten-Spielerin schlagen. Die Folge: Sie stieg im Schweizer Ranking bis auf Position 20 und startet nun an der A-Meisterschaft. Schon in der Qualifikation wird sie auf dem Court starken Gegnerinnen begegnen. Die Sportgymnasiastin aus Ramlinsburg lässt sich deshalb nicht nervös machen. Sie will bei der Elite vor allem weiter Erfahrung sammeln und sich stetig verbessern. «An der SM wird es ein paar Top-Ten-Spielerinnen haben. In der ersten Runde brauche ich wohl auch etwas Losglück», sagt Pfister. «Wenn ich eine Partie gewinne, wäre das schon stark», sagt die Spielerin bescheiden.

Dass sich die Juniorin in diesem Jahr so verbessert hat, hängt vor allem mit ihrer mentalen Stärke zusammen. «Ich bin lockerer und geduldiger geworden», erklärt sie. Sie könne mittlerweile auch einmal warten, bis der Gegnerin ein Fehler unterläuft, statt immer anzugreifen. Ein weiterer Vorteil der Baselbieterin ist ihre Grösse. Mit 1,78 Meter verfügt sie über eine grosse Reichweite. Da sie konsequent an ihrer Physis schuftet, wird sie auch immer schneller auf den Beinen. An Technikelementen feilt sie mit ihrer Trainerin Bea Walser, einer der erfolgreichsten Squasherinnen der Schweiz, und ab und an zusammen mit ihrem Vater Daniel, über den sie auch zum Squash gekommen ist. «Er hat ein gutes Auge», sagt Nadia, die bis zu 13 Stunden pro Woche trainiert.

Gaby Huber ist die einzige Schweizer Profi-Spielerin und Nadia Pfisters Vorbild. Als Weltnummer 29 dominiert sie das nationale Geschehen. Im Verlauf der Saison sind sich die zwei auf dem Court gegenübergestanden. «Sie liess mich ins Spiel kommen, das war nett von ihr», sagt Pfister, die ohne Erwartungen in die Partie stieg. «Wir hatten ein paar gute Ballwechsel. Sie musste zwischendurch sogar rennen», sagt Pfister mit einem Lächeln.

Die 16-Jährige, die laut eigener Aussage im Training vor allem viel Abwechslung braucht, wird nach der SM noch an der Junioren-SM und an der Junioren-Team-EM in Finnland starten. Und früher oder später wird sie wohl auch wieder Gaby Huber gegenüberstehen. Mal schauen, wie lange es dauert, bis sich die zwei Spielerinnen auf Augenhöhe begegnen werden.

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