FC Basel
Die Bilanz der EM-Fahrer: Nur einer kann zufrieden sein

Fast kein FCB-Spieler erlebte eine tolle EM. Nun ziehen sie eine letzte Bilanz. Bis auf den einen, der eisern schweigt.

Céline Feller
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Marc Janko absolvierte in den drei Spielen Österreichs nur 110 Minuten. KEYSTONE

Marc Janko absolvierte in den drei Spielen Österreichs nur 110 Minuten. KEYSTONE

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Acht Spieler des FC Basel haben an der vor eineinhalb Wochen zu Ende gegangenen Europameisterschaft teilgenommen. Nach den Wechseln Breel Embolos und Naser Alijis sind noch sechs Nati-Spieler zum FCB zurückgekehrt. Birkir Bjarnason war am Montag der letzte Rückkehrer. Und er war es auch, der als Einziger eine rundum positive EM erlebte. Mit fünf Spielen und zwei Toren war er der erfolgreichste FCB-Akteur und machte europaweit auf sich aufmerksam. Sportchef Georg Heitz sagt, dass «die Freude über die guten Leistungen im Vordergrund steht, nicht die Angst, Spieler wie ihn zu verlieren».

Es überwiegt die Freude

Beim FCB aber dürfte man nicht allzu enttäuscht gewesen sein, dass nicht alle EM-Fahrer so weit gekommen sind. Denn so konnten sie früher wieder in die Vorbereitung einsteigen. Und dennoch ist für den FCB und die Spieler das Kapitel EM nicht endgültig abgeschlossen. Denn vor allem bei jenen Spielern, für die es nicht nur positiv gelaufen ist, hat die EM in Form von psychologischen Narben Spuren hinterlassen. Narben, die Cheftrainer Urs Fischer und sein Team in den nächsten Wochen pflegen müssen, wenn sie ihre Spieler nicht nur physisch, sondern auch psychisch wieder in Topform bringen wollen.

Janko schweigt

Die grösste Arbeit dürfte dabei Marc Janko machen. Auch vier Wochen nach dem Ausscheiden will er nicht über die EM sprechen. Auch nach mehrfacher Nachfrage nicht. Der EM-Frust scheint bei weitem noch nicht überwunden. Seit dem Ausscheiden Österreichs in der EM-Gruppenphase hat Janko sämtliche Interviewanfragen abgeblockt – oder bereits fixe Termine abgesagt. Dass er auch unsere Anfrage negativ beantwortete, habe damit zu tun, dass er sich nicht in Schweizer Medien zur EM äussern wolle, nachdem er dies in seinem Heimatland ebenfalls nicht getan hatte. Dass sein Schweigen keine positiven Schlagzeilen machen würde, sei ihm egal. So lässt er es ausrichten. Der Torerfolg gegen Wolfsburg wird ihm sicherlich guttun. Bis zur vollständigen Rehabilitation wird es aber noch dauern.

Suchy gibt persönliche Eindrücke

Der Tscheche Marek Suchy zeigt seine Gefühle dagegen offen. «Es war sehr enttäuschend und sehr hart, immer warten zu müssen, ob ich spielen würde.» Am Ende reichte es für keine einzige Sekunde. Das war bei Tomas Vaclik nicht anders. Und doch hat er die Situation besser weggesteckt. «Ich konnte fast einen Monat mit Petr Cech zusammenarbeiten und von ihm lernen. Das wird mich weiterbringen.» Michael Lang und Taulant Xhaka, die je zu zwei Einsätzen kamen, sprechen beide von einem Highlight. «Es war ein tolles Gefühl, sich mit den Besten messen zu können, und es ist eine Erfahrung mehr. Das wird mich sehr weit bringen, sowohl menschlich als auch sportlich», sagt Xhaka.

Mit Renato Steffen und Luca Zuffi müssen ausserdem zwei FCB-Spieler verarbeiten, dass sie nicht nach Frankreich fahren konnten. Ersterer, weil er sich kurz vor dem Turnier verletzte. Letzterer, weil er den letzten Cut von Nati-Trainer Vladimir Petkovic nicht überstand. Vor allem Steffen ist hin davon nichts mehr anzumerken – zumindest gegen aussen. Er machte sowohl auf als auch neben den Platz den Eindruck, den er schon zuvor in der letzten Saison machte: Schlitzohrig, gut gelaunt und immer heiss darauf, zu spielen.