Verkehrte Welt auf dem Buschweilerhof: Anhand der Mimik und der Aussagen der beiden Trainer nach Spielende hätte man durchaus zum Schluss kommen können, der FC Allschwil und nicht der FC Black Stars hätte die Partie für sich entschieden. Während Black-Trainer Samir Tabakovic alles andere als zufrieden war mit dem Auftritt seiner Mannschaft und diese als «grosse Baustelle» bezeichnete, rühmte sein Gegenüber Sinisa Pavkovic seine Schützlinge für ihren unermüdlichen Einsatz und sprach von einer «starken zweiten Halbzeit».

Zurückführen sind diese Statements vor allem auf die unterschiedlichen Voraussetzungen, mit welchen die beiden Teams diese Begegnung in Angriff nahmen. Während der ohnehin als Aufstiegsaspirant geltende Quartierverein in Topbesetzung antreten konnte, mussten die Allschwiler verletzungs- und ferienbedingt gleich auf mehrere wichtige Stammkräfte verzichten und unter anderem mit einer komplett neu formierten Innenverteidigung spielen. Dennoch liessen sie sich zumindest in der Anfangsphase nicht einschnüren und fanden auch die passende Antwort, als die Black Stars dank einem gekonnten Lupfer von Seyfettin Kalayci in Führung gingen.

Nach einem weiten Zuspiel von Flügelspieler Hakki Oek stellte Simon Rudolf von Rohr mit einem überlegten Schieber den Gleichstand wieder her. Black-Angreifer Dilaver Yagimli sorgte jedoch nur zwei Minuten später für die erneute Führung der Gastgeber. Und obwohl sein Sturmpartner Adolphe Lengue Lengue kurz vor dem Seitenwechsel auf 3:1 erhöhte, ärgerte sich Tabakovic über die vielen verpassten Chancen in dieser Phase: «Wir hätten zur Pause mit 4:1 oder 5:1 führen müssen, und dann wäre das Spiel entschieden gewesen.»

So aber blieb die Spannung auch in der zweiten Halbzeit erhalten. Als Oek nach etwas mehr als einer Stunde aus spitzer Position Black-Keeper Remo Muchenberger in der nahen Ecke erwischte, rochen die Gäste nochmals Blut. Yagimli verwertete zwar eine schöne Flanke des eingewechselten Jean Basse per Kopf zum 4:2, FCA-Captain Sohail Bamassy schloss jedoch kurz darauf einen herrlich herausgespielten Angriff erfolgreich ab und hielt die Allschwiler Punktehoffnungen am Leben. Den Schlusspunkt setzte dann aber Kalayci, der dieses spektakuläre Derby mit einem trockenen Schuss ins Netz von der Strafraumgrenze aus besiegelte. «Die Niederlage geht in Ordnung» gestand Bamassy und fügte mit einem Augenzwinkern an, dass «wir sowieso nur die Zuschauer unterhalten wollten». Dies ist beiden Teams zweifelsohne gelungen.